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Nach mehreren Angriffen und Drohungen engagiert Lidl Sicherheitsdienst

19-Jähriger terrorisiert Mitarbeiter von Rintelner Supermärkten

RINTELN. Der Versuch eines 19-Jährigen, einen Lidl-Mitarbeiter anzuzünden, ist zum Glück fehlgeschlagen (wir berichteten). Doch der traurige Höhepunkt einer folgenschweren Eskalationsspirale Mitte April hat seine Spuren bis heute hinterlassen. Bis heute stehen Sicherheitsleute von SDS Sinen vor dem Discounter in der Nordstadt. „Und nicht umsonst“, wie Geschäftsführer Bodo Budde auf Anfrage dieser Zeitung erklärt: „Lidl-Mitarbeiter sind immer wieder von dem Asylsuchenden angegriffen worden.“

veröffentlicht am 03.06.2019 um 18:04 Uhr

Mitarbeiter des heimischen Sicherheitsdienstes SDS sorgen nach den gefährlichen Vorfällen beim Lidl in der Rintelner Nordstadt für Sicherheit. Foto: jak
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Ein Hausverbot habe der 19-Jährige nicht eingehalten. Beim Versuch der Lidl-Mitarbeiter, das Hausverbot durchzusetzen, kam es zu der gefährlichen Attacke mit der brennenden Spraydose. „Die dachten wirklich, der verbrennt sie“, berichtet Budde. „Es war sehr gefährlich und sehr bedrohlich.“ Trotzdem sei der Mann nach seiner Festnahme schnell wieder auf freiem Fuß gewesen. „Die Polizei kann eben auch nur so viel machen. Am Ende ist die Justiz am Zug“, nimmt Budde die Beamten in Schutz.

„Am Freitag hat der 19-Jährige noch gedroht, er komme mit seinen Kumpels wieder und bringe sie um. Am Samstag waren wir sofort mit unseren Leuten vor Ort und haben das Hausverbot durchgesetzt.“ Nachdem der Mann bei den SDS-Securitys abgeblitzt war, soll er kurze Zeit später im naheliegenden Aldi in der Rintelner Nordstadt randaliert und Kunden angegangen sein, berichtet Budde. Auch dort sei laut Kundenberichten daraufhin ein Sicherheitsdienst engagiert worden.

Laut Rintelns Kripo-Chef Wilhelm Meyer sind „die Akten bei der Staatsanwaltschaft, die muss jetzt eine Entscheidung treffen“. Bisher handele es sich um „keine so extremen Straftaten, dass man ihn hätte festsetzen können“. Der Angriff mit der Spraydose sei das Schlimmste gewesen. Darüber hinaus laufen „einige Strafverfahren“ gegen den Mann, erklärt Meyer. „Wir hoffen, dass er langsam mal daraus gelernt hat.“ Der Hauptkommissar weiter: „Er hatte Kontakt mit der Polizei, er hat ein Hausverbot. Er wird merken, dass sein Handeln Konsequenzen hat.“ Staatsanwaltschaft, Gericht und Polizei seien bereits mit dem Fall beschäftigt. Es handele sich auf jeden Fall um eine Einzelperson. Grundsätzlich seien Asylsuchende in Rinteln nicht straffälliger als die Durchschnittsbevölkerung, so Meyer. Von den genannten Vorfällen abgesehen seien die Einkaufsmärkte in der Rintelner Nordstadt kein Einsatzschwerpunkt. „Das ist nur durch eine einzelne Person begründet, die da aufgefallen ist.“ Sicherheitsdienste in Supermärkten seien in anderen Städten außerdem durchaus üblich.

CDU-Ratsherr und Ex-Polizist Anthony Robert Lee will das Thema dennoch nicht so stehen lassen. „Was ist in unserer Gesellschaft passiert, dass wir in jeder Filiale eines Supermarkts einen Sicherheitsdienst brauchen? Es kann nicht sein, dass Verkäuferinnen Angst haben, ihrem Beruf nachzugehen.“

Die neue Integrationsbeauftragte der Stadt Rinteln, Petra Uhe, wurde von der Polizei bisher nicht über den Vorgang informiert. „Ich bin aber jederzeit bereit, wenn meine Hilfe benötigt wird, mich da einzusetzen“, betont sie.




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