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Geplanter Bau in Silixen

240 Meter hohe Windräder: Rintelner Ortsräte in Sorge

RINTELN/SILIXEN. Werden demnächst Windräder in Silixen gebaut? 240 Meter hoch – direkt an der Grenze zu Niedersachsen und damit zu Rinteln? Das Thema beschäftigt derzeit auch Rintelner Ortsräte. In Möllenbeck fürchtet man Auswirkungen auf Gesundheit und Tourismus - und Krankenhagen hofft auf engen Zusammenhalt.

veröffentlicht am 22.03.2019 um 11:46 Uhr
aktualisiert am 22.03.2019 um 19:20 Uhr

Noch stehen die Windräder in Silixen nicht, doch ihre geplante Höhe bereitet den Rintelner jetzt schon Sorge. Foto: tol
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
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RINTELN/SILIXEN. Werden, wie berichtet, Windräder in Silixen gebaut? Diese Frage beschäftigt derzeit auch die Rintelner Ortsräte, wie jüngst das Möllenbecker Gremium.

„Das höchste deutsche Windrad misst bislang 180 Meter“, zeigt sich Ortsratsmitglied Anthony-Robert Lee besorgt – die in Silixen geplanten Anlagen sollen 240 Meter messen. Sie würden in Sichtweite von Möllenbeck und Krankenhagen gebaut werden. „Der Berliner Fernsehturm ist nur zehn Meter höher!“, so Lee erzürnt. „Natürlich“ würden auch Rintelner von den Anlagen „betroffen“ sein. Allein, weil Rinteln auch vom Tourismus abhängig sei. Doch auch Lärm könnte bei – allerdings seltenem – Ostwind zum Problem werden, so Lee.

Bauen will die Anlagen „Prowind“ aus Osnabrück. Die Vorrangflächen hierfür hat die Gemeinde Extertal bereits genehmigt. Jüngst hatte das Bauamt jedoch gegen eine Änderung des Flächennutzungsplanes gestimmt, die nötig ist, weil die Rotorblätter eines Windrades über die Grenzen der Windkraftzone hinausragen (wir berichteten).

„Die Gemeinde Extertal hat den Flächennutzungsplan noch nicht geändert“, erinnerte Ortsratsmitglied Reinhold Kölling. Bis dahin sei es reine „Utopie“, welche Anlagen in welcher Höhe dort wirklich gebaut würden. Doch wenn das entsprechende Verfahren eröffnet werde, dann solle die Gemeinde Extertal Möllenbeck natürlich „mit ins Boot holen“.

Die Stadt Rinteln hat Extertal bereits gebeten, in das Verfahren miteingebunden zu werden, erinnerte Doris Neuhäuser als Vertreterin der Stadtverwaltung. „Wir werden weiter nachhaken.“

„Im Stadtrat haben wir alle mal die Hände gehoben für Windräder“, sprach sich Ortsbürgermeister Thorsten Frühmark gegen eine pauschale Verurteilung der Anlagen aus. Doch wenn sich herausstellen solle, dass die geplanten Anlagen umwelt- oder gesundheitsschädlich sein sollten, „dann werden wir natürlich dagegen sein“, so Frühmark.

Mehr Gedanken macht sich hingegen Krankenhagens Ortsbürgermeister Gerald Sümenicht. „240 Meter ist eine enorme Höhe, das sehen wir kritisch“, so Sümenicht. Zumal beide Konzentrationszonen, in denen die Windräder künftig stehen sollen, direkt an der niedersächsischen Grenze liegen. Außerdem bewertet Sümenicht kritisch, dass die Windräder zu hoch für die ausgewiesenen Zonen seien – ob dann überhaupt der Abstand zur nächsten Bebauung bei einer solchen Höhe richtig bemessen sei? „Wir haben unsere Sorgen geäußert und wollen damit auch unsere Kollegen im Extertal und in Lippe sensibilisieren“, so Sümenicht. Auch wenn Rinteln kein Einspruchsrecht habe, sei es wichtig, „politisch Position zu beziehen“. Nun sei man gespannt auf die nächsten Schritte von „Prowind“.




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