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Johannis-Kirchengemeinde

Aktion für Artenvielfalt: Auf dieser Wiese wächst, was will

RINTELN. Gräser, Kräuter, Wildblumen: Eine Wiese ist so viel mehr als nur „grün“. Wenn sie ungehindert wachsen darf, bietet sie Insekten Schutz und Nahrung. Genau das probiert jetzt die Johannis-Kirchengemeinde aus. Die Gemeinde ist Partner der Aktion „Hier blüht euch was“ geworden. Das steckt dahinter:

veröffentlicht am 31.05.2020 um 11:30 Uhr
aktualisiert am 01.06.2020 um 16:50 Uhr

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Redakteurin / Online zur Autorenseite

RINTELN. Gräser, Kräuter, Wildblumen: Eine Wiese ist so viel mehr als nur „grün“. Vor allem, wenn die Frühjahrsblumen und Obstbäume verblüht sind, bietet eine naturnahe Wiese Bienen und Hummeln Nahrung und anderen Insekten Schutz und Lebensraum.

Auch der Garten der Johannis-Kirchengemeinde im Wilhelm-Raabe-Weg ist nun auf diese Weise insektenfreundlich. Sie ist Partner der Aktion „Hier blüht euch was“ geworden. Die Aktion ist 2017 ins Leben gerufen worden: Die Stadt Rinteln, Naturschutzbund (NABU) und der Imkerverein Rinteln wollen dabei Bürger und Unternehmen animieren, insektenfreundliche Grünflächen zu schaffen.

Im Fall der Johannis-Kirchengemeinde ging es erst einmal darum, die rund 900 Quadratmeter große Wiese im Garten seit dem Frühjahr ungehindert wachsen zu lassen – also nicht zu mähen oder anderweitig einzugreifen.

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Gottesdienst unter freiem Himmel und mit naturbelassener Wiese: „Eine ganz besondere Optik“, freut sich Pastor Dirk Gniesmer. Foto: pr.

Die Gemeinde war auf Maria Rollinger, die „Hier blüht euch was“ maßgeblich betreut, zugekommen: Ob man im Gemeindegarten nicht insektenfreundliche Pflanzen aussäen könne? „Aussäen ist derzeit schwierig wegen der Trockenheit“, sagt Rollinger. Stattdessen habe sie sich gemeinsam mit Pastor Dirk Gniesmer die Grünfläche angesehen und „viel Potenzial“ entdeckt. Letztendlich habe sie geraten, die Wiese einfach wachsen zu lassen und ein Mähkonzept zu erstellen.

„Die Gemeinde hat es gewagt“, zeigt sich Rollinger erfreut. Auch Gniesmer ist überzeugt, die Wiese habe zum Beispiel an Himmelfahrtsgottesdienst unter freiem Himmel für eine „ganz besondere Optik“ gesorgt, als Obstbäume und Wiese gleichermaßen blühten. Es wurden lediglich Wege ins hohe Gras gemäht.

In der vergangenen Woche wurde ein Teil der Fläche nun zum ersten Mal gemäht, der restliche Teil darf weiter wachsen. Dafür hat der NABU Rinteln der Gemeinde einen sogenannten Balkenmäher gegen einen kleinen Obulus zur Verfügung gestellt. Der kappt das hohe Gras, erklärt Rollinger, sodass die Insekten nicht verletzt werden, sondern flüchten können.

Wer eine Wiese nur nach Bedarf mäht und ansonsten wild wachsen lasse, sagt Rollinger, der brauche einen Plan: „Was soll mit dem Gras passieren?“ Auch hier hilft der NABU: Rollinger brachte das geschnittene Gras zu Landwirt Björn Giese nach Exten, wo es an die Bullen verfüttert wird.

Letztendlich sei dies ähnlich der traditionellen Landwirtschaft, erklärt Rollinger, als würde man wie früher Heu machen. An genau diese alten Kulturtechniken müsse man sich zurückerinnern „um die ökologische Artenvielfalt zu erhalten.“ Maria Rollinger hofft, „dass andere Menschen auch so mutig sind“ und sich dem Beispiel der Johannis-Kirchengemeinde anschließen. Weitere Projektpartner der Aktion sind zum Beispiel Schulen, Firmen und andere Kirchengemeinden.

Die wildblühende Wiese soll in der Johannis-Kirchengemeinde erst der Anfang sein. Vorstellbar wären zum Beispiel auch Aktionen gemeinsam mit den Konfirmanden oder das Aufstellen von Insektenhotels.

LINK: Informationen zum Projekt „Hier blüht euch was“ gibt es unter diesem Link: KLICK.