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Asylbewerber versprüht brennbare Flüssigkeit

Anschlag auf Kalletaler Rathaus

Kalletal/Hohenhausen (rto). Offenbar aus Verärgerung weil ihm ein bereits ausgezahlter Vorschuss nicht ein zweites Mal ausgezahlt wurde, hat ein ca. 50-jähriger Asylbewerber eine stinkende, brennbare Flüssigkeit im Sozialamt des Rathauses im Kalletal versprüht.

veröffentlicht am 26.02.2016 um 11:09 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:22 Uhr

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Am Donnertag gegen Mittag war der Mann, der seit Monaten in einer Unterkunft in Stemmen lebt und den beiden Mitarbeiterinnen im Rathaus bekannt ist, in der Ausgabestelle erschienen und verlangte einen zweiten Vorschuss, um nach Detmold zum Kreis zu kommen. Dort sollte er nach Ablauf seines bisherigen Duldungsantrages einen weiteren stellen. Diesen Vorschuss hatte er aber bereits schon vor Wochen bekommen. Weil er das Geld ausgegeben hatte und die neue Duldung nicht vorweisen konnte, verweigerten ihm Birgit Sandmann und Ann-Katrin Edler den erneuten Zuschuss. Daraufhin verließ der Mann das Rathaus, um kurze Zeit später wieder zu kommen.

Aus einer Plastikflasche heraus versprühte er darauf hin aufgebracht eine Flüssigkeit im Büro und im Flur die nach Benzin und Diesel roch und zeriss seinen Flüchtlingsausweis vor den Augen der Sachbearbeiterinnen. Die beiden Frauen allarmierten daraufhin sofort ihre Kollegen, da der Bezirkpolizeibeamte zu der Zeit nicht im Haus war, worauf der Mann schnell verschwand. „Ob er die offenbar brennbare Flüssigkeit anstecken wollte können wir nicht sagen“, sagten die beiden betroffen Frauen einhellig.

Die Flüssigkeit hat den Linoleum-Boden des alten Rathauses angegriffen, der sich an den betroffenen Stellen hebt und teilweise auflöst. Das gesamte Gebäude roch auch Stunden nach dem Anschlag und trotz geöffneter Fenster und Türen noch nach der Flüssigkeit.

Nach Ankunft des Bezirkbeamten wurde die Kriminalpolizei eingeschaltet. Der Mann wurde zwischenzeitlich verhaftet. Der Bielefelder Staatsschutz ermittelt jetzt. Bürgermeister Mario Hecker wollte sich zu dem Vorfall bisher nicht äußern und verweist auf die Ermittlungen der Kriminalpolizei. Er hat jedoch am Donnerstagabend den Rat in einer Stellungnahme über den Vorfall informiert.




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