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Ehepaar Lenort feiert an Weihnachten Eiserne Hochzeit

Auf dem Dorffest fing es an

RINTELN. Es wird nicht nur einfach ein fröhliches Weihnachtsfest sein für Anita und Paul Lenort. Denn am zweiten Weihnachtstag feiert das Paar seinen 65. Hochzeitstag, außerdem darf die Jubilarin an dem Tag auf 84 Lebensjahre zurückblicken. Genug Anlass für eine fröhliche Feier.

veröffentlicht am 23.12.2018 um 17:23 Uhr

Herzlichen Glückwunsch! Anita und Paul Lenort feiern am zweiten Weihnachtstag ihren 65. Hochzeitstag. Foto: blc
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Autor

Bärbel Lucas Redaktionssekretärin
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Geboren und aufgewachsen sind beide in Schlesien, im Kreis Militsch, Bezirk Breslau. Acht Kilometer lagen zwischen ihren Dörfern, und im März 1953 fassten beide unabhängig voneinander den schicksalhaften Entschluss, zu einer „Dorfmusik“, einem Dorffest, zu gehen. „Es war beiderseits Liebe auf den ersten Blick“, erzählt der Jubilar (88), und man wollte sich wiedersehen. Aber gleich eine der ersten Verabredungen konnte Paul Lenort dann nicht einhalten, weil er stattdessen mit einer Blinddarmentzündung im Krankenhaus lag. „Aber er hat mir einen Brief aus dem Krankenhaus geschrieben“, erinnert sich Anita Lenort, „und danach haben wir uns natürlich wieder getroffen.“ Nur ein Dreivierteljahr später war es schon so weit: Am zweiten Weihnachtstag 1953 ließ sich das Paar kirchlich trauen, am 9. Januar 1954 folgte dann die standesamtliche Hochzeit – eine Reihenfolge, die in Polen durchaus üblich gewesen ist. „Als unseren Hochzeitstag feiern wir den 26. Dezember“, so die Jubilarin.

Der Vater von Paul Lenort hatte eine Schmiedewerkstatt, dort konnte er auch eine Lehre absolvieren und dort war die Wohnung des jungen Paares im Elternhaus. Der erste Sohn kam 1956 zur Welt, der zweite zwei Jahre später. Zwei Töchter folgten später 1959 und 1963. Inzwischen gibt es außerdem vier Enkel.

1967 beschlossen die Eltern von Paul Lenort, nach Deutschland auszuwandern. Und so entstand auch bei ihnen der Wunsch nach einem neuen Leben. Eine Schwester wohnte bereits in Rinteln, und nachdem der Antrag auf Ausreise genehmigt worden war, erfolgte der Umzug 1971 nach Rinteln, zunächst zur Schwester in die Königsberger Straße. Auch Arbeit war in der Glashütte Stoevesandt schnell gefunden, als Maschinenführer für Paul selbst und als Verpackerin für seine Frau Anita. Auch der älteste Sohn lernte später bei Stoevesandt und blieb dort. Mit eigenen Ersparnissen, dem Lastenausgleich und einem Kredit wurde 1975 der Bauplatz in der Ludwigstraße gekauft, 1976 folgte der Umzug ins eigene Heim, das auch im Ruhestand noch für reichlich Beschäftigung sorgt. Hausarbeiten und Gartenpflege sorgen für die nötige Bewegung, und der Hund der berufstätigen Tochter achtet tagsüber darauf, dass keine Langeweile aufkommt.

Gefeiert wird der große Tag zunächst mit einer Heiligen Messe, in deren Rahmen das Jubelpaar besonders geehrt wird, danach geht es mit der ganzen Familie zu einem leckeren Festessen zu „Homberg“. „Das ist schon Tradition“, sagt die Ehefrau und lacht, „dort haben wir schon unsere Goldene und die Diamantene Hochzeit gefeiert, damals allerdings noch mit Musik und Tanz.“ Zu der Feier reist sogar eine Nichte aus Polen an. Bleibt nur noch, „Fröhliche Weihnachten“ zu wünschen, „Alles Gute zur Eisernen Hochzeit“ und „Herzlichen Glückwunsch“ zum Geburtstag!




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