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Unwetter verschont größten Teil von Rinteln, aber hinterlässt massive Schäden in Porta und im Kirschendorf

Bäume entwurzelt, Keller vollgelaufen: Windhose fegt durch Todenmann

TODENMANN/PORTA. Kurz und heftig, vor allem punktuell wütete Sonntagabend ein Unwetter im Weserbergland. Eine Windhose fegte durch Todenmann Besonders stark betroffen waren neben dem Kirschendorf auch Fülme und Eisbergen.

veröffentlicht am 10.08.2020 um 17:39 Uhr

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Im Kirschendorf wütete das Unwetter gegen 19.30 Uhr. Zeitnah bekam der Löschzug Mitte aus Rinteln seine Alarmierung. Auf der Landesstraße Richtung Kleinenbremen versperrten umgestürzte Bäume die Fahrbahn. Im Minutentakt bekamen die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Todenmann, Rinteln und Möllenbeck Folgeaufträge. Eine Eiche war Am Moorhof auf ein Auto gekippt. Im Lichten Holz und Allersiek waren weitere Kronen von Bäumen abgeknickt. Zudem gingen Notrufe von vollgelaufenen Kellern ein.

Mit Kellersaugkörben oder Wasserstrahlpumpen können die Ortsfeuerwehren viel Wasser hinauspumpen. Ein Rest bleibt drin, zum Glück verfügten Rinteln und Möllenbeck jeweils über Wassersauger, erläutert Todenmanns Ortsbrandmeister Florian Petersen. Damit konnte fast das gesamte Wasser aufgenommen werden.

An Rettungsgeräten kamen Sonntagabend auch die Drehleiter Rinteln sowie die Hubrettungsbühne der Werkfeuerwehr der Lebenshilfe zum Einsatz. Im Bereich der Landesstraße half auch ein Forstschlepper.

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Zahlreiche Bäume wurden in Todenmann von dem Sturm umgerissen. Sie verfehlten teilweise nur knapp die nebenstehenden Wohnhäuser. Ein Auto wurde getroffen, zahlreiche Keller überschwemmt. Fotos: tol

Nicht alle Anwohner hatten draußen das Unwetter live verfolgt. Dem Regen folgte schlagartig Hagel, dazu fegte eine Windhose durch das Kirschendorf. Schäden gab im gesamten Ort. Überall hat es Kronen erwischt. Auf einem Grundstück „Zum Waldwinkel“ traf es gleich zwei hohe Kiefern und einen Ahorn, die Äste knickten wie Streichhölzer in den Garten – Glück im Unglück Balkon oder Gebäude wurden nicht sichtbar getroffen. In den Wohnhäusern am Hang bangten die Bewohner teilweise um Fensterscheiben - so heftig prasselte Hagel dagegen.

Der Regen war außerdem viel zu heftig für die Gullys oder Gräber. Das Wasser floss die Alte Poststraße und Zum Waldwinkel hinunter. „Hier hätte man auch mit einem Boot talwärts fahren können“, berichten Anwohner.

Blätter und Äste verstopften rasch ein Gitter vor einem Grabendurchlass. Das Wasser stieg an. Auch andere Straßenabläufe gegenüber können kaum Wasser aufgenommen haben, ihr Schmutzfang war mit Laub, Sand, Splitt und Schotter verstopft.

Besonders leidvoll für vier Nachbarn – Wassermassen liefen auf ihre Grundstücke, staute vor Kellerfenstern, bis diese den Druck nachgaben. Binnen Sekunden waren Heizungsräume unter Wasser. Danach der davorliegende Kellerraum. Seinen Weg nach draußen nahm das Wasser durch einen weiteren Raum, den viele als Wohnraum eingerichtet haben.

In der Hauptstraße haben andere Anwohner die verstopften Gullyeinsätze noch sehr zeitig rausnehmen können.

Gegen 1.30 Uhr konnte die Einsatzkräfte der Feuerwehr nach Hause. In vielen Kellern hingegen waren die Anwohner noch bis 3.30 Uhr am Wischen. Ehe viele am Montag weiter aufräumten und ihre Versicherungen benachrichtigen.

In Bückeburg war dagegen am Sonntagabend vom Unwetter wenig zu erleben. Obwohl über Kleinenbremen und Eisbergen das heftige Unwetter niederging und für erhebliche Schäden sorgte. Die Menschen konnten auf den Terrassen und Balkonen sitzen bleiben und sich das Blitzschauspiel samt Donnergrollen über dem Wesergebirge anschauen beziehungsweise anhören.

Ganz anders dagegen im benachbarten Porta Westfalica, wo insbesondere Kleinenbremen und Eisbergen betroffen waren, wie die Feuerwehr Porta Westfalica mitteilte. Die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica wurde am Sonntag in den Abendstunden zu mehreren unwetterbedingten Einsätzen alarmiert. Einsatzschwerpunkte waren Eisbergen/Fülme und Kleinenbremen.

Gegen 19.29 Uhr erfolgte eine erste Alarmierung zum Buschweg in Eisbergen. Hier war der Giebel eines Hauses teilweise eingestürzt. Zu diesem Zeitpunkt zog ein schweres Gewitter mit Starkregen über das Stadtgebiet. Die Anfahrt zur Einsatzstelle gestaltet sich schwierig, immer wieder mussten umgestürzte Bäume aus dem Weg geräumt werden. Vor Ort war niemand verletzt, der Schaden muss durch Fach-/Baufirmen behoben werden.

Insgesamt war die Feuerwehr Porta an zehn Einsatzstellen tätig, neun mit dem Alarmstichwort „Sturm_Hindernis_Baum_Hochwasser“ und der eingestürzte Giebel. Die Einsatzstellen lagen überwiegend in den Ortsteilen Eisbergen-Fülme und Kleinenbremen wie etwa an der Straße „Die Emme“ zwischen Kleinenbremen und Eisbergen. Hier musste die Feuerwehr mehrere umgestürzte Bäume von der Straße räumen.




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