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Heute kommen die „Goldenen Abiturienten“ nach Rinteln

Begonnen hat es mit Schulspeisung und Unterricht im Schichtbetrieb

Rinteln (rd). Wenn am heutigen Freitag die Abiturientinnen und Abiturienten am Gymnasium Ernestinum erwartungsvoll ihren großen Tag begehen, werden unter den Zuhörern auch eine Reihe von mehr oder weniger ergrauten Damen und Herren sitzen, die weder Eltern noch Angehörige der heute zu ehrenden sind, für die aber dieser Tag auch eine ganz besondere Bedeutung hat: Es sind die „Goldenen Abiturienten“ des Jahrgangs 1959, die vor fünfzig Jahren, damals noch in der Aula des alten Gebäudes am Kollegienplatz, ihr „Zeugnis der Reife“ erhalten haben.

veröffentlicht am 18.06.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 18:41 Uhr

Nach Kriegsende, 1946, wurden sie eingeschult. Mit Schulspeisung und Schichtunterricht haben sie ihre Schullaufbahn begonnen, weil viele der Schulen als Notunterkünfte für Flüchtlinge umfunktioniert waren.

Schulbücher gab es anfangs auch noch nicht. Die „Fibeln“ aus dem Dritten Reich mussten ja erst noch entnazifiziert und von der englischen Besatzungsbehörde abgesegnet werden.

1950 haben dann die meisten von ihnen an der damaligen „Staatlichen Oberschule für Jungen“ begonnen, die 1955 in „Oberschule für Jungen“ umbenannt wurde, ehe sie 1957 den traditionsreichen Namen „Gymnasium Ernestinum“ erhielt. Und die Bezeichnung „…für Jungen“ war wörtlich zu nehmen, an Koedukation war nicht zu denken, denn damals gingen in Rinteln die Mädchen bis zur sogenannten „Mittleren Reife“ auf die Hildburgschule am Ostertor, lediglich ab der elften Klasse durften sie dann auf die Jungenschule überwechseln.

Professor Sellheim kommt aus Arizona

Nur die wenigsten der Ehemaligen wohnen heute noch in Rinteln oder in der Umgebung. Ihre berufliche und familiäre Entwicklung hat sie sprichwörtlich in die ganze Welt verstreut. So werden sie aus Berlin, Düsseldorf oder Münster anreisen, ja auch in Luzern/Schweiz und Nantes/Frankreich verbringen einige ihren Ruhestand.

Den weitesten Anreiseweg aber hat sicherlich Eckart Sellheim, den es aus Rumbeck bis nach Tempe in den USA an die dortige University of Arizona verschlagen hat. Schon während seiner Schülerzeit hatte er in Rinteln Klavierabende gegeben, und so wird sich Professor Sellheim auch an diesem Tag mit einem musikalischen Beitrag an der Feier beteiligen.

Nicht ganz so weit hat es Dr. Eberhard Rinne, ehemaliger Vorsitzender des III. Zivilsenates am Bundesgerichtshof, der aus Karlsruhe anreist. Auch er wird zum Gelingen der Festveranstaltung mit einer kurzen Ansprache beitragen.

Doch mit diesem offiziellen Teil ist der Tag noch nicht beendet. Helga Söfker (geb. Weber) und Professor Dr. Bärbel Baerns (geb. Beckmann) haben ein abwechslungsreiches Programm erarbeitet. Nach einem festlichen Abendessen im Ratskeller am Freitag folgt am Sonnabend eine Führung durch die Stadt Rinteln, die sich in den letzten Jahren nicht unwesentlich verändert hat. Weiterhin haben die Ehemaligen die Gelegenheit, mit Gymasialleiter Reinhold Lüthen „ihre alte Penne“ am Kollegienplatz zu besichtigen.

Für die ganz Unermüdlichen bietet Wolf Günther seinen Klassenkameraden und Kameradinnen am Nachmittag eine Wanderung an, ehe es um 17 Uhr den nächsten Programmpunkt gibt: Das Museum Rinteln, mit Museumsleiter Dr. Stefan Meyer, der durch die modern gestalteten Ausstellungsräume führen wird. Mit einem Abendessen wird dann dieser Tag ausklingen. Für den Sonntag, 21. Juni, ist noch ein Gottesdienstbesuch in der Nikolaikirche vorgesehen, ehe ein kleiner Umtrunk das Goldene Abitur 2009 der ehemaligen 13n abschließen wird.




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