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Unbekannte wüten im Generationenpark / Bäume waren für Kinder aus Rinteln gepflanzt worden

Belohnung ausgesetzt: 30 Apfelbäume im Generationenpark zerstört

RINTELN. Sprachlos. Bauhofchef Ulrich Hartmann hat bereits viel gesehen. Aber für diese sinnlose Zerstörungswut findet selbst er keine passenden Worte. 30 frisch gepflanzte Apfelbäume haben bisher unbekannte Täter in den letzten Tagen zerstört. Fein säuberlich wurden sie geköpft, ihre jungen Stämme möglicherweise mit einer Astschere durchtrennt. Besonders verwerflich ist die Tat, da hinter jedem Bäumchen ein Kind aus Rinteln steht.

veröffentlicht am 14.09.2020 um 14:28 Uhr
aktualisiert am 14.09.2020 um 15:40 Uhr

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Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Im Generationenpark können heimische Eltern für ihre Kinder einen Apfelbaum samt Namensplakette pflanzen. „Was haben die Kleinen dem Täter denn getan?“, fragt sich Hartmann nach dem Grund für das „Massaker an den Apfelbäumen“.

Entsetzt waren auch Vanessa Perisic und ihr Sohn Vincent Gabriel, als sie ihren zerstörten Apfelbaum erblickten. Wütend reckt der junge Rintelner den abgeschnittenen Baum in die Höhe.

Hartmann wird nun Strafanzeige gegen unbekannt erstatten. Außerdem will die Stadt eine Belohnung in Höhe von 200 Euro ausloben, für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen. Zwar lässt sich der Schaden so nicht wieder gutmachen, aber hoffentlich kann zumindest der Gerechtigkeit genüge getan werden.

Unklar ist auch das Motiv. Denn offenbar war es keine spontane Tat, schlussfolgert Hartmann. Denn das notwendige Werkzeug habe ja erst mitgebracht werden müssen. Und 30 Apfelbäume – sowie zwei gespendete Süntelbuchen – zu zerschneiden, dauere auch seine Zeit. Man wisse nicht „wer da auf jemanden einen solchen Hass hat“, so Hartmann.

Aber klar ist, dass hinter jedem der 30 zerstörten Apfelbäume jetzt auch ein trauriges Kind steht. Denn neben der Freude, dem Baum beim Wachsen zu beobachten, gehören auch die Äpfel den Kindern und dürfen gepflückt und aufgesammelt werden.

Welche konkreten Kinder und Familien von der sinnlosen Zerstörung betroffen sind, gibt die Stadt aus Datenschutzgründen natürlich nicht bekannt. Doch offenbar sind alle im Jahr 2019 gepflanzten Bäume betroffen. Gepflanzt werden die Bäume im Generationenpark immer im November.

Eltern bezahlen einen Kostenbeitrag von 50 Euro pro Baum, tatsächlich seien die Kosten für die Stadt aber wesentlich höher, erklärt Hartmann. Denn neben der Kosten für den Baum, die Plakette und die Pflanzaktion an sich, müsse der Apfelbaum gerade in jungen Jahren vom Bauhof regelmäßig gegossen werden.

Unklar ist noch, ob die 30 Apfelbäume jetzt neu angepflanzt werden müssen, oder möglicherweise aus dem Schnitt erneut austreiben können. In diesem Fall würde das Wachstum aber um Jahre zurückgeworfen – die erste Ernte an eigenen Apfelbäumen rückt für die Kinder damit in noch weitere ferne.

Bereits im Juli wurden in Rinteln auf einem Feldweg nahe der Westumgehung acht junge Apfelbäume offenbar absichtlich mit einem schweren Fahrzeug umgefahren wurden. Die Stadt Rinteln erstattete auch damals Strafanzeige, der Schaden belief sich damals auf etwa 1000 Euro.

HINWEIS: Noch ist der genaue Tatzeitraum unklar. Mitte vergangener Woche hatte der Bauhof Mäharbeiten durchgeführt, damals standen alle Bäume noch. Am Montag wurde das Massaker schließlich entdeckt. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat, oder gar einen möglichen Täter kennt, soll sich mit der Polizei Rinteln unter (05751) 95 45 0 in Verbindung setzen. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat die Stadt eine Belohnung in Höhe von 200 Euro ausgesetzt.




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