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Seit 2018 zieht die Zahl der Fälle wieder an / Wechsel im Vorstand: Thomas Krischke neuer Chef

Betreuungsverein hofft auf Finanzspritze

RINTELN/LANDKREIS. Es tut sich einiges beim Betreuungsverein Schaumburg. Auf der Jahresversammlung wurde bekannt, dass der Bundesrat demnächst über eine mögliche Erhöhung der finanziellen Mittel für Betreuende entscheidet. Der Bundestag hat bereits zugestimmt. Das geht aus einem Bericht von Jens Wittich, Leiter der Betreuungsbehörde des Landkreises Schaumburg, hervor.

veröffentlicht am 04.06.2019 um 00:00 Uhr

Der Vorstand des Betreuungsvereins hofft auf Geld aus Berlin: Bernd Hermeling (von links), Gerald Sümenicht, Günter Hartung und Thomas Kirschke. Foto: mv

Autor:

Malick Volkmann
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Gerald Sümenicht, Geschäftsführer des Betreuungsvereins, begrüßt dies und fordert die Erhöhung ein: „Wir haben immense Kosten und jeder Betreuer leistet unglaublich viel. Von daher wäre eine höhere Entlohnung nur fair, zumal die Vergütung zuletzt im Jahr 2005 angepasst wurde. Es wird langsam Zeit.“ Dazu kämen hohe Kosten für die Instandhaltung von Gebäuden. Die Freude bremst allerdings der Aspekt, dass die erhöhten Vergütungen – wenn sie denn überhaupt final beschlossen werden – wohl auf weitere fünf Jahre festgeschrieben werden.

Neben dem finanziellen ist auch personell viel los im Betreuungsverein. Der bisherige Vorsitzende Thomas Hoffmann rückt ins zweite Glied und wird zweiter Vorsitzender, Thomas Kirschke übernimmt dafür die Führungsposition. „Die Wahl findet alle zwei Jahre nach einem grob festgelegten Rotationsprinzip statt“, erklärt Bernd Hermeling, der bisher den Posten des stellvertretenen Vorsitzenden ausübte. Lediglich der Kassenprüfer bleibt mit Günter Hartung derselbe.

Doch worum kümmert sich der Betreuungsverein eigentlich? „Wir unterstützen jeden, der Hilfe braucht: Menschen mit Behinderung, Menschen mit geminderter Intelligenz oder auch Demente“, berichtet Geschäftsführer Sümenicht. Die Unterstützung sieht konkret so aus, dass Betreuer den Hilfebedürftigen etwa bei Behördengängen oder anderen organisatorischen Angelegenheiten helfen. Der Betreuungsverein feierte im vergangenen November sein 25-jähriges Bestehen.

Im Jahr 2018 stieg die Zahl der Betreuten seit vier Jahren wieder an, sodass es im Landkreis nun 2709 Betreuungen gibt. Dieser stemmt aber nicht der Betreuungsverein alleine. Zusätzlich sorgt sich „Bubis“ um Menschen, die Hilfe benötigen. Dazu kommen viele private Betreuer. Die Anzahl der ehrenamtlichen Betreuungen ist laut Wittichs Bericht dagegen rückläufig, weil die sogenannte Versorgungsvollmacht im Vormarsch ist. Diese Vollmacht besagt, dass Menschen schon vor dem Erreichen der Hilfsbedürftigkeit einen Verwandten oder Freund als Versorger angeben, der sich dann um Themen kümmert, die sonst der Betreuungsverein angeht. Seien es Behördengänge oder beratende Tätigkeiten. Aufgrund der finanziellen Situation hat die Vereinsführung auch mehrere Akteure der Politik angeschrieben, man hofft auf Lösungen.




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