weather-image
18°

Vor Gericht: Streit in der Küche der Mutter eskaliert / Psychologische Hilfe gefordert

Bruder würgt Schwester

RINTELN. Ein 32 Jahre alter Rintelner, der seine Schwester (28) bei einem Streit attackiert und am Hals gewürgt hatte, ist nun wegen Körperverletzung verurteilt worden. Richter Ulf Kranitz verhängte gegen den Angeklagten eine Geldstrafe in Höhe von 4500 Euro (90 Tagessätze zu je 50 Euro). Dagegen wertete Staatsanwältin Dr. Neele Marleen Schlenker die Tat als gefährliche Körperverletzung. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten mit Bewährung und eine Teilnahme des Mannes an einem Anti-Aggressions-Training.

veröffentlicht am 13.04.2019 um 00:00 Uhr

270_0900_131137_Justitia_NICHT_LOeSCHEN.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Vor drei Monaten besuchte die 28-jährige Frau an einem Nachmittag ihre Mutter. Die beiden saßen am Küchentisch, der 32-Jährige stand ein paar Schritte entfernt. Irgendwann kam es zum Streit um einen Dosenöffner. Der aufbrausende Mann packte dann seine Schwester, zog sie an den Haaren und drückte sie gegen die Küchenzeile. Bei der Auseinandersetzung wurden ihre Brille und ihr Handy beschädigt.

Die junge Frau wollte dann einfach weggehen, als ihr Bruder sie noch einmal packte und gegen die Tür schob. Er habe mit beiden Händen richtig zugedrückt, sodass sie keine Luft mehr bekam, schilderte die bei ihrer Vernehmung immer wieder in Tränen ausbrechende Frau. Anschließend verließ der Bruder das Haus und fuhr zu einem Freund. Das Opfer ging noch am selben Tag zur Polizei, wo ein Beamter leichte Rötungen am Hals feststellte. Später schickte der Bruder seiner Schwester eine SMS und forderte sie offenbar dazu auf, die Anzeige zurückzunehmen. „Es ist eine absolute Frechheit, das zeugt von richtig schlechtem Charakter“, kritisierte Kranitz dieses Einwirken auf die Schwester. Womöglich wird sich der Angeklagte hierfür noch wegen eines Nötigungsdelikts verantworten müssen. Angaben der jungen Frau zufolge war die jetzt verhandelte Tat nicht der einzige Übergriff. Bereits früher soll sie sich bei einer Auseinandersetzung eine Nasenverletzung zugezogen haben. Von ihrem Bruder wolle sie kein Schmerzensgeld, machte die 28-Jährige deutlich, sondern dass er sich psychologische Hilfe sucht. Der Angeklagte schilderte das Geschehen in der Küche der Mutter ganz anders. Danach soll seine Schwester aufgesprungen und auf ihn zugekommen sein. „Als wenn sie mich angreifen wollte“, sagte der 32-Jährige. Seiner hysterischen Schwester will er dann nur eine leichte Ohrfeige gegeben haben. maf




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare