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Bauausschuss beschließt

Brückentorkomplex soll verkauft werden

RINTELN. Zum Thema Brückentor bleiben noch immer mehr Fragen als Antworten. Ob eine Sanierung des Saales oder ein Neubau teurer werden würde, blieb in der Diskussion ebenso umstritten, wie die Frage, zu welchem Preis die Stadt das Brückentor kaufen könnte.

veröffentlicht am 08.11.2018 um 11:23 Uhr
aktualisiert am 08.11.2018 um 18:06 Uhr

Kay Steding (CDU), Ratsherr und Bauunternehmer, überraschte mit seiner Idee für den Komplex. Foto: tol

RINTELN. Am Bratwurststand während der Messe hatte CDU-Fraktionschef Veit Rauch am Montag Bürgermeister Thomas Priemer ein neues CDU-Positionspapier zu Brückentor und Stadthalle überreicht, mit elf Fragen. Was Rauch am Mittwochabend bei der Sitzung des Bauausschusses dann doch verblüffte: Die Verwaltung hatte alle elf Fragen innerhalb von 48 Stunden beantwortet. Gleichzeitig hatten sich die Kosten für eine mögliche Sanierung des Brückentorsaals mit einem Schlag verdoppelt, von zwei auf vier Millionen Euro.

In der Sitzung des Bauausschusses im Brückentorfoyer klärte Bürgermeister Thomas Priemer beide Mysterien auf. Er habe sofort nach Erhalt des Rauch-Papiers im Rathaus seine Fachleute zusammengetrommelt, was die schnelle Antwort erkläre.

Die zwei Millionen Euro plus der bereits prognostizierten zwei Millionen Euro für eine Sanierung resultierten aus bisher nicht berücksichtigen, aber notwendigen Baumaßnahmen: unter anderem im Restaurant und an der Glasfassade im Wintergarten und Eingangsbereich. Dazu kämen zudem die Erneuerung der Dacheindeckung und die Trennung der Versorgungsleitungen.

Der Bauausschuss tagte im Brückentorsaal und sah sich die Lage vor Ort an. Foto: tol
Gutachter und Brandschutzingenieur Dr.-Ing Dirk Schlomann stand dem Bauausschuss Rede und Antwort. Foto: tol
Großes Interesse: Viele Bürger sind am Mittwochabend zur Bauausschusssitzung gekommen. Foto: tol
Der Bauausschuss tagte am Mittwochabend im Foyer des Brückentorsaals. Foto: tol
Der Bauausschuss tagte im Brückentorsaal und sah sich die Lage vor Ort an. Foto: tol
Gutachter und Brandschutzingenieur Dr.-Ing Dirk Schlomann stand dem Bauausschuss Rede und Antwort. Foto: tol
Großes Interesse: Viele Bürger sind am Mittwochabend zur Bauausschusssitzung gekommen. Foto: tol
Der Bauausschuss tagte am Mittwochabend im Foyer des Brückentorsaals. Foto: tol

Bauamtsdezernent Stefan Eggert-Edeler betonte, dass weitere Mehrkosten durchaus möglich seien, wenn sich herausstellen sollte, dass beispielsweise auch Teile der 38 Jahre alten Tragkonstruktion erneuert werden müssten.

Für die Überraschung des Abends sorgte CDU-Ratsherr Kay Steding, der eine neue Idee für den Brückentorkomplex vorstellte und an einem Modell anschaulich machte. Die Stadt sollte den ganzen Komplex kaufen. Dann den seit Jahrzehnten leer stehenden Block des ehemaligen Coop-Marktes abreißen und dort einen Durchgang zur Weser schaffen, den bestehenden Saal sanieren sowie Hotel und Restaurant an einen Investor weiter verkaufen. Steding ist überzeugt, dass sich ein Käufer findet, denn Rinteln brauche Hotelbetten. Über die Zukunft des Woolworth-Komplexes könne man nach Ablauf der Mietfrist sprechen.

Die anschließende Diskussion zeigte, dass SPD und Grüne, hier Uta Fahrenkamp, nach wie vor den Bau einer Stadthalle – möglichst am Standort Burgfeldsweide – favorisieren.

Hier die wesentlichen Argumente kurz aufgelistet: Für die CDU-Position, den Saal im Brückentor zu belassen, und die von Steding formulierte Idee, dass die Stadt den Brückentorkomplex kauft, sprechen Innenstadtnähe, Parkhaus und Taxistand vor der Tür. Die Stadt hätte die Gestaltungsmacht über den ganzen Komplex, es muss kein Bebauungsplan aufgestellt werden, und es gibt keine neue Flächenversiegelung.

Für den Verkauf des Brückentores und den Bau einer Stadthalle am Standort Burgfelsweide sprechen die unkalkulierbaren Sanierungskosten für Saal und Komplex (da möglicherweise auch die Konstruktion verändert werden muss). An der Burgfeldsweide entstünde dagegen eine neue Halle nach dem (auch energetisch) neuesten Stand der Technik, nutzbar auch für Schule und Sport. Die Saalfläche am Brückentor wäre dann frei für Handel und Gewerbe, Parkplätze gibt es auch dort.

Was die Mehrheit der Bevölkerung will, blieb offen. Veit Rauch verwies auf die vielen Bürger, die sich ihm gegenüber für das Brückentor ausgesprochen hätten. Priemer erklärte, das könne er auch für eine neue Halle an der Burgfeldsweide sagen.

Ob eine Sanierung des Saales oder ein Neubau teurer werden würde, blieb in der Diskussion ebenso umstritten, wie die Frage, zu welchem Preis die Stadt das Brückentor kaufen könnte. Klar ist allerdings: Die Probleme mit dem Brandschutz sind sicher nicht gerade wertsteigernd für den bisherigen Teileigentümer. Strittig blieb außerdem, was länger dauert: Eine Saalsanierung im bestehenden Objekt oder ein Neubau?

Am Ende entschied sich die Mehrheit (fünf zu vier Stimmen) für den Antrag von Heinrich Sasse und Heinrich Sasse junior sowie Jens Maack: Der Bürgermeister soll Verhandlungen mit den Eigentümern und Teileigentümern des Brückentores führen – mit dem Ziel eines Verkaufs. Sollten die anderen Teileigentümer nicht verkaufen wollen, sollte über das Teileigentum der Stadt (Brückentorsaal und Restaurant) verhandelt werden. Ob das tatsächlich so umgesetzt wird, ist offen, denn letztlich entscheidet über diese Frage der Rat in seiner Sitzung am 29. November.




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