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CDU-Spitze informiert sich bei WeserGold

RINTELN. Was bewegt die Getränkeindustrie in Corona-Zeiten? Das wollten gestern Ralph Brinkhaus, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und der heimische Bundestagsabgeordnete Maik Beermann von WeserGold wissen. Beermann ist gerade von der CDU in Nienburg und Schaumburg für die nächste Bundestagswahl nominiert worden.

veröffentlicht am 12.10.2020 um 17:53 Uhr
aktualisiert am 14.10.2020 um 05:10 Uhr

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Reporter

Nach einer Werksführung in Exten formulierten Firmenchef Richard Hartinger, Thomas Mertens, Geschäftsführer Materialwirtschaft und Werner Gerdes, Geschäftsführer Verkauf und Marketing ihre Wünsche an die Politik. Ganz oben auf der Liste der Nutri-Score, die „Lebensmittelampel“, die auch in Deutschland eingeführt werden soll. Die Sorge der Getränkeindustrie: Bei den angezeigten Nährwertprofilen könnten Fruchtsäfte, sollten sie als Getränke eingestuft werden, noch hinter Produkten wie etwa Cola light rangieren. Eine solche Einstufung könnte dem Verbraucher signalisieren, Cola light sei gesünder als Fruchtsäfte. Korrekt wäre es Fruchtsäfte als „Lebensmittel“ einzustufen, als „flüssiges“ Obst und Gemüse. Mertens erläuterte, die Technologie sei inzwischen so perfekt, dass bei der Saftpressung keine Vitamine und Mineralstoffe verloren gingen.

Mertens nannte Größenordnungen: So verarbeite WeserGold beispielsweise in Rinteln 60 000 Tonnen Karotten, in Dodow 50 000 Tonnen Äpfel aus der Region.

Wie sorgfältig Fruchtsäfte hergestellt werden schilderte Mertens am Beispiel von Bananen. Die würden von 400 Schälerinnen in Costa Rica von Hand geschält. Bei einer maschinellen Verarbeitung sei das Risiko einer Kontamination zu groß.

Ein weiteres Thema waren Verpackungen, hier besonders PET, das von Verbrauchern seit der Diskussion um Plastik kritisch gesehen werde. Gerdes schilderte, aus ökologischer Perspektive sei PET besser als Mehrwegflaschen, vor allem, wenn es um Transportwege weiter als 200 Kilometer gehe. Wünschenswert sei nur eine bessere Recycling-Quote. Das Granulat lasse sich mehrmals verwenden, ehe es downrecycelt und daraus Parkbänke oder ähnliche Produkte hergestellt werden.

Gerdes versicherte, die Lebensmittelsicherheit sei garantiert. Niemand müsse befürchten das aus PET „Weichmacher“ diffundierten. Es sei allerdings nicht sinnvoll, eine Flasche stundenlang bei 50 Grad in die pralle Sonne am Strand stehen zu lassen.

Das Pfandsystem funktioniere gut, werde anders als eine Steuer auch inzwischen vom Verbraucher akzeptiert, „er bekommt ja sein Geld zurück“.

Das Verbot von Trinkhalmen aus Plastik habe den Technikern einiges abverlangt, weil schlichte Papierhalme sich als Ersatz nicht eignen. Doch das Problem sei inzwischen gelöst, versicherte Mertens.

Als kritisch sah es Gerdes an, dass Stadtwerke als neuer Wettbewerber auf dem Markt für Getränke angetreten sind. Leitungswasser könne man sicher unbedenklich trinken, aber Leitungswasser sei eben kein Mineralwasser.

In einer Kaffeerunde im „Waldkater“ outete sich Brinkhaus als WeserGold-Kunde: „Ihre Produkte begleiten mich seit meiner Kindheit.“ Ulrich Seidel als Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes sowie Veit Rauch, Ratsherr und Kreistagsmitglied überreichen Brinkhaus eine Salami. Scherzte Brinkhaus mit einem Blick auf Seidels rot-weiße Bayern-Fan-Maske, man müsse aber kein Bayern-Fan sein, um die Wurst essen zu dürfen.




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