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Verwaltung und kommunale Betriebe senken Zahl der Überstunden / Keine Probleme wie in Minden

Corona hilft beim Überstundenabbau

RINTELN. 50.000 Überstunden - von einem Berg wie in der Mindener Stadtverwaltung ist Rinteln glücklicherweise weit entfernt. In der Nachbarstadt wird derzeit hitzig über die aufgestauten Überstunden diskutiert. Selbst während der Corona-Krise kamen weitere 2000 Stunden hinzu. Rinteln dagegen baute während der Corona-Krise viele Überstunden ab.

veröffentlicht am 14.08.2020 um 16:30 Uhr

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Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Tiefenentspannt kann dagegen Rintelns Kämmerer Jörg Schmieding auf die Zahlen in Rinteln blicken. „Wir haben das gut im Griff“, erklärt er. Zum Ende des Jahres hatten die Verwaltungsmitarbeiter 8400 Überstunden angesammelt – das sind im Schnitt 25 Stunden pro Person. Zum Vergleich: In Minden sind es pro Person 40 Stunden, in Bückeburg 20 Stunden. Die 25 Stunden in Rinteln seien nicht problematisch, betont Schmieding. Denn darin enthalten sind auch Gleitzeitstunden, die Mitarbeiter ansammeln dürfen, um mal den einen oder anderen Arbeitstag frei zu nehmen. 25 Überstunden entsprächen etwas mehr als drei freien Tagen. Außerdem gebe es Fachbereiche wie etwa den Bauhof, wo saisonbedingt Mehrarbeit anfällt, die dann an anderer Stelle abgebaut wird. Die Zahl der Überstunden sei daher über die Jahre konstant.

Allerdings ist es während der Corona-Krise gelungen, 2700 Überstunden bei der Verwaltung abzubauen – fast ein Drittel. In Minden war der gegenteilige Effekt zu verzeichnen – es kamen weitere 2000 Überstunden hinzu. Am 30. Juni 2020 hatten Rintelns Verwaltungsmitarbeiter im Schnitt noch 17 Überstunden übrig. Für Überstunden wurden im Haushalt Rückstellungen in Höhe von 250.000 Euro gebildet. Für Resturlaubstage gibt es bisher bei der Stadt Rinteln keine Rückstellungen, da diese im Regelfall bis zum März des Folgejahres genommen werden. In Minden belaufen sich die Rückstellungen für Resturlaubstage – im Schnitt 11 pro Mitarbeiter – auf 3,2 Millionen Euro.

Auch mit Blick auf die kommunalen Betriebe zeichnet sich während der Corona-Krise ein klares Bild. In allen Unternehmen des Konzern Stadt Rinteln konnten Überstunden abgebaut werden, am meisten bei den Stadtwerken und den Bäderbetrieben (siehe Tabelle).

Die Situation in Minden entstand auch, da dort ein eklatanter Fachkräftemangel herrscht, berichtete das Mindener Tageblatt. So seien etwa im Schnitt 30 Vollzeitstellen unbesetzt. Immer wieder blieben Ausschreibungen erfolglos, oder Kandidaten mussten noch Kündigungsfristen einhalten und konnten daher ihre neue Stelle in Minden nicht antreten. Kämmerer Jörg Schmieding erklärt, dass es zwar auch bei der Stadt Rinteln immer wieder Vakanzen gebe, man grundsätzlich aber als attraktiver Arbeitgeber in der Lage sei, alle Stellen zeitnah zu besetzen.




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