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Vor Gericht: 19-Jähriger muss Arbeitsstunden ableisten

Crystal Meth, Cannabis und erfolgreiche Therapie

RINTELN. Ein 19-Jähriger Drogenkonsument muss jetzt 20 Arbeitsstunden ableisten. Das Verfahren gegen den 19-Jährigen, bei dem gut ein halbes Gramm Marihuana gefunden worden war, ist eingestellt worden.

veröffentlicht am 29.11.2018 um 16:31 Uhr

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RINTELN. Nach dem Fund von gut einem halben Gramm Marihuana in seinem Zimmer ist das Strafverfahren gegen einen 19-Jährigen jetzt eingestellt worden. Allerdings unter der Voraussetzung, dass der Arbeitslose demnächst 20 Stunden gemeinnützig tätig wird. So lautete die Entscheidung von Richter Ulf Kranitz am Ende des Prozesses um den unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln.

Zur Tatzeit im Herbst 2017 lebte der Angeklagte bei seiner Mutter in einer ostdeutschen Kleinstadt. Nach einem heftigen Streit mit ihr fuhren beide zunächst davon, später wurde die Polizei gerufen. Die Beamten fanden dann in seinem Zimmer rund 0,6 Gramm Marihuana. Das habe er auf der Straße erworben, berichtete der junge Mann. Überhaupt kam er schon früh mit Drogen in Kontakt. Mit 13, 14 Jahren konsumierte er erstmals Betäubungsmittel, mit 16 Crystal Meth. Das auch als Partydroge bekannte Rauschgift gilt als eine der gefährlichsten Substanzen überhaupt. Sie wirkt euphorisierend und macht schnell abhängig. Die Folgen des Konsums sind oft erschreckend. Besonders der Langzeitkonsum kann zu massiven körperlichen und psychischen Schäden führen. So sind Psychosen mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen ebenso möglich wie Herzprobleme und Infekte. Zeitweise hatte der heute 19-Jährige täglich Cannabis und Crystal Meth genommen. Finanziert wurde der Drogenkonsum auch von seiner Mutter, die anfangs nichts von seiner Sucht ahnte. Es folgten ein klinischer Entzug, der Abbruch einer Ausbildung und ein erneuter Rückfall. Ein weiterer Klinikaufenthalt endete mit einer erfolgreichen Therapie. Seit Januar sei er clean. Er zog ins Weserbergland um, wo er jetzt bei Verwandten wohnt. maf




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