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Gerüchte um Nonfood-Discounter

„Depot“ schließt in Rinteln – kommt „Action“?

RINTELN. Ein Geschäft an der Großen Tonkuhle schließt: Der Einrichtungsladen „Deals by Depot“ wird zum 31. Januar geschlossen. Derzeit läuft der Ausverkauf. Zahlreiche Rintelner freuen sich auf einen möglichen Nachfolger: den niederländischen Nonfood-Discounter „Action“. Doch die Pressestelle hüllt sich in Schweigen.

veröffentlicht am 04.01.2019 um 15:28 Uhr

Bei „Deals by Depot“ findet man verbilligte Saisonware. Am 31. Januar schließt das Geschäft an der Großen Tonkuhle jedoch. Foto: mld
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
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RINTELN. „Ich hab da echt viel gekauft und war so froh, dass es hier eine Filiale gab.“ – „Waaaas?“ – „Schnell noch hin!“ So und ähnlich klingen die Reaktionen in den Sozialen Netzwerken, wo die Nachricht schnell die Runde gemacht hat: Das Einrichtungsgeschäft „Depot“ an der Großen Tonkuhle schließt. Derzeit läuft der Ausverkauf.

Gerüchte, dass dies bereits zum 19. Januar der Fall sein könnte, rückt Eva Wagner von einer PR-Agentur, die die Pressearbeit für Depot übernommen hat, allerdings gerade: Der letzte Tag wird der 31. Januar sein.

Über Gründe für die Schließung kann Wagner nichts öffentlich verkünden. Doch sie weist darauf hin: Es habe sich schließlich nicht um eine „echte“ Depotfiliale gehalten, sondern um „Deals by Depot“, also eine Art Zweiggeschäft, in der Saisonware verkauft wird. Derzeit ist dort beispielsweise vor allem Weihnachtsware zu finden. Eine Wiedereröffnung an einem anderen Ort innerhalb von Rinteln ist laut Wagner daher auch nicht geplant. Aber es gebe ja schließlich zahlreiche Depot-Niederlassungen in den mittelgroßen und großen Städten der Umgebung, so der Hinweis der Pressesprecherin.

Glaubt man der Gerüchteküche beispielsweise in einer Rintelner Facebookgruppe, steht jetzt schon fest, welches neue Geschäft an die Große Tonkuhle ziehen wird: eine Filiale des niederländischen Discounters „Action“.

Ganz unrealistisch ist das nicht: Bereits im August vergangenen Jahres eröffnete eine Action-Filiale in Stadthagen. Parallel dazu wurden online außerdem Mitarbeiter sowie ein Filialleiter für eine Filiale in Rinteln gesucht. Die Pressestelle damals gab sich allerdings noch zugeknöpft: Zum damaligen Zeitpunkt habe man sich nicht äußern können, doch falls eine Filiale in Rinteln eröffnet werde, dann werde man sich dazu äußern, hieß es schriftlich auf Nachfrage unserer Zeitung.

Handfeste Informationen gibt die Pressestelle auch diesmal nicht heraus: Die Eröffnung eines Geschäfts in Rinteln sei in „naher Zukunft“ wohl nicht geplant, heißt es schriftlich von einer Pressesprecherin aus den Niederlanden. Aber man wolle das bei den deutschen Kollegen gegenchecken. Von denen: bislang keine Antwort.

Facebooknutzer sind sich jedoch größtenteils einig: Die Vorfreude auf eine eventuelle Action-Eröffnung ist riesig. „Was für Bastelfüchse und Kreativlinge“, zeigt sich ein Nutzer gespannt; „wie schön ist das denn bitte!“, freut sich eine andere Userin. „Früher musste ich immer nach Göttingen fahren“, schreibt anscheinend ein Hardcore-Fan. „Dann bin ich nach Rinteln gezogen und in Stadthagen hat einer aufgemacht. Das ist ja schon richtig klasse.“

Doch von einem Nonfood-Discounter, wie diese Art Geschäft offiziell heißt, sind nicht alle begeistert. „Dinge, die die Welt eigentlich nicht braucht – jedenfalls dann nicht, wenn es darum geht, den Konsum einzudämmen“, kritisiert beispielsweise eine Nutzerin aus Rinteln. „Wieder ein billiger Ramschladen. Gibt es in Rinteln viel zu wenig von“, schreibt ein anderer Nutzer sarkastisch. Die Kritik kommt nicht von ungefähr: Laut eigenen Angaben verfügt Action über ein Sortiment von insgesamt 6000 Artikeln; pro Woche kommen ganze 150 neue Artikel in die Geschäfte. Ein Großteil des Sortiments wechselt außerdem ständig. Kunden finden hier also immer wieder neue Waren, und damit neue Kaufanreize, vor.

Action ist auf eindeutigem Expansionskurs in Deutschland: Im Jahr 2009 eröffnete die erste deutsche Filiale, im Jahr 2018 wurde nach Angaben des Discounters bereits die 250. Filiale eröffnet. Nach eigenen Angaben eröffnen pro Monat sieben Filialen in Deutschland. Die Kette will in diesem Jahr noch ein zweites Verteilzentrum neben dem im hessischen Biblis eröffnen.

Ganz explizit sucht Action auf der eigenen Homepage „nach geeigneten Mietobjekten“. Immobilienangebote kann man daher zum Beispiel einfach per Mail an das Action-„Expansionsteam“ schicken. Die gewünschte Lage: „Stark frequentierte Verkehrslagen, in oder in der Nachbarschaft von Einkaufszentren, Nahversorgerzentren“, sowie gut einsehbar und mit dem Auto zu erreichen. Ausreichende Parkmöglichkeiten „in unmittelbarer Nähe“ müssen vorhanden sein.

Die Große Tonkuhle würde diese Voraussetzungen sicherlich erfüllen.




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