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Ausstellungseröffnung „Welt in Flammen“

Der Dreißigjährige Krieg: Museums-Sommernacht am Samstag

RINTELN. Am kommenden Samstag, 15. Juni, eröffnet das Universitäts- und Stadtmuseum „Eulenburg“ seine neue Ausstellung: „Welt in Flammen“ – der Dreißigjährige Krieg an der Weser. Gleichzeitig nimmt das Museum an der „Museums-Sommernacht“ der Museumslandschaft Weserbergland teil.

veröffentlicht am 12.06.2019 um 14:35 Uhr
aktualisiert am 12.06.2019 um 17:10 Uhr

Museumsleiter Dr. Stefan Meyer, hier neben einem Bildnis des Siegers der Schlacht von Oldendorf, Georg Herzog zu Braunschweig und Lüneburg (links), zeigt das Panorama der Schlacht bei Oldendorf (rechts). Foto: wm
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Autor

Hans Weimann Reporter
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Das heißt, das Museum ist von 18 bis 23 Uhr geöffnet, es gibt stündlich Kurzführungen zu Themen der Rintelner Stadtgeschichte.

In der neuen Ausstellung über den Dreißigjährigen Krieg zeigt Museumsleiter Dr. Stefan Meyer besondere Fundstücke und Bilder, von denen viele bisher noch nicht zu sehen waren.

Prunkstück ist eine kolorierte wandgroße Darstellung der Schlacht von Oldendorf, eingescannt mit modernster Technik, so hochauflösend, dass man die einzelnen Soldaten auf dem Schlachtfeld erkennen kann, dazu bisher nicht gesehene Details. Das Original hängt in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Ausgestellt werden auch Funde vom Schlachtfeld bei Hessisch Oldendorf, wie Musketenkugeln, abgerissene Knöpfe, Metallspangen, eine Kanonenkugel.

Warum es, gemessen an der großen Schlacht, auf dem weitläufigen Gelände so wenig zu finden gibt, dafür hat Meyer eine Erklärung: Die Gefallenen seien damals bis auf das letzte Hemd ausgeplündert worden.

Zu sehen ist ein Reiterdegen, der an der Weser gefunden worden ist, dazu weitere Waffen, wie Musketen, Pistolen, fünf Meter lange Spieße mit denen angreifende Reiter gestoppt wurden und ein Falconet. Das ist eine Feldschlange; eine Präzisionskanone, mit der Offiziere gezielt aus den angreifenden Truppen herausgeschossen worden sind.

Meyer sagt, kein anderes Ereignis der neueren Geschichte habe so tief greifende Folgen für das Wesergebiet gehabt wie der Dreißigjährige Krieg. Schlachten, Plünderungen, Gelderpressung, Morde, Brandschatzung und die Pest haben Menschen Ruin und Tod gebracht. Gleichzeitig habe es Kriegsgewinnler und immer wieder Phasen der Hoffnung und relativen Ruhe gegeben.

Meyer schildert, gelitten hätten vor allem die Dörfer unter der Soldateska, in den Städten habe noch so etwas wie Disziplin geherrscht, weil hier die Offiziere einquartiert waren. Und der Krieg hat den Alltag langfristig verändert: Erst durch die Soldaten wurden Tabak und Branntwein allgegenwärtig.

Ein Krieg, der heute deshalb so aktuell ist, ein „moderner“ Krieg, weil er in seiner Endphase ein Plünderungskrieg mit Warlords war, völlig außer Kontrolle, wie man es heute von Schlachtfeldern auf der Welt kennt.




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