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20. Rintelner Frauenkarneval

Der letzte Tusch?

RINTELN. Zum 20-jährigen Bestehen des Frauenkarnevals durfte noch mal lauthals gefeiert und die Gläser gehoben werden. Hier und da wurden zwar Fragen nach der Zukunft der Karnevalssitzungen laut, aber die ausgelassene Stimmung der Närrinnen konnte dadurch nicht getrübt werden.

veröffentlicht am 03.02.2019 um 16:35 Uhr
aktualisiert am 03.02.2019 um 18:01 Uhr

In der Bütt: Stephanie Stasitzek und Jutta Meves. Foto: tol
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Doch von vorn. Freitag, 1. Februar, 19 Uhr. Karnevalistinnen von Jung bis Alt trudeln nach und nach in den Brückentorsaal ein, der dank des ehrenamtlichen Engagements der Feuerwehrleute aus Rinteln und Umgebung überhaupt benutzt werden darf.

Schon im Forum gibt es keinen Zweifel mehr: Hier wird heute mit ausnahmslos guter Laune das Leben gefeiert. Dafür sorgen auch Benjamin, Sören und Andreas von Modern Walking. Das Dreigestirn scheint ein schier unendliches Repertoire an Songs zu haben, die dazu auch noch gekonnt besungen werden. So wundert es nicht, dass die Karnevalistinnen noch nicht mal die Jacke abgegeben haben und schon die Lieder mit einstimmen und dazu tanzen.

Beifallsstürme für Jacqueline de la Rouge.

Die feierliche und ausgelassene Stimmung reißt auch nach Beginn der eigentlichen Sitzung nicht ab. Mit mal mehr, mal weniger aufwendig gestalteten Kostümen wird geschunkelt, aus voller Kehle gesungen und bisweilen auch den Büttenreden gelauscht. Mit stoischer Ruhe begegnen die Büttenrednerinnen hingegen der gesprächigen Unruhe im Publikum.

Tanzpausen sind dazu eine gelungene Abwechslung und fast ausnahmslos werden sie von den Gästen auch dazu genutzt, ihrem Endorphin-Rausch freien Lauf zu lassen. Großer Spannung und Begeisterung hingegen macht sich bei den Närrinnen breit, sobald die Tanzmariechen, weitere Tanzgruppen und die altbekannte und allseits beliebte Travestie-Künstlerin Jacqueline de la Rouge auftreten. Die Wiederholungstäterin begeistert einmal mehr, ebenso wie die furiose Lichtershow gegen Ende der Sitzung. So vielfältig wie die Kostüme der Gäste und Künstler, sind auch die Menschen, die zum Frauenkarneval nach Rinteln tingeln.

Helga Lahrmann ist 63 Jahre alt, die Altersspanne ihrer zehnköpfigen Mädelstruppe beginnt aber schon bei 30 Jahren. Sie war zum ersten Mal dabei und amüsierte sich laut eigener Aussage prächtig.

Die Närrin Heike Seifert war dem Frauenkarneval von Beginn an treu und hat in 20 Jahren nur zwei Sitzungen verpasst. Umso schlimmer fände Heike es, wenn das nun die letzte Frauenkarnevalssitzung gewesen sein soll, und hofft inständig, dass ein Austragungsort für die nächste Saison gefunden wird. Am Freitag war, neben ihrer Tochter, zum ersten Mal auch ihre 16-jährige Enkeltochter Thalia mit von der Partie. „Mir gefällt es hier echt super“, sagte Thalia und die Drei-Generationen-Fete ist ein Sinnbild für einen Karneval, der ganz unterschiedliche Charaktere zusammenbringt.

In diesem Jahr zum vierten Mal dabei ist Stephanie Stasitzek. Sie ist eine der Elfen und 2. Vorsitzende des Frauenkarnevalvereins. Ein bisschen Wehmut klingt in ihrer Stimme mit. Bei aller Freude darüber, dass der größte Tag der Karnevalssaison endlich da ist: „Für uns in der Seele ist es die letzte Veranstaltung“, sagt sie, denn die Sitzungspräsidentin Dorothee Heidel tritt ab und ihre Nachfolge ist, wie der Austragungsort der künftigen Sitzungen, noch ungeklärt. Und auch die Facebook-Seite des Frauenkarnevals macht vorerst wenig Hoffnungen, denn ein Dankeschön für die jahrelange Treue lässt verlauten: „Ihr wart ein tolles Publikum!“, heißt es und man kann allen Karnevalistinnen nur wünschen, dass sie bald eine Lösung finden und nicht mehr in der Vergangenheit über ihre Mädels sprechen müssen. Eins jedenfalls geben die beiden Elfen den Gästen mit ihrer Büttenrede mit: Karnevalistinnen sind prädestiniert dazu, auf jedes noch so große Problem mit Humor zu blicken.gal

Impressionen von 20. Rintelner Frauenkarneval




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