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Tischler-Wettbewerb „Die gute Form“

Die besten Gesellenstücke Schaumburgs

RINTELN. Zehn Gesellenstücke - handgemachte Möbel nach eigenem Entwurf - sind aktuell in der Sparkasse Klosterstraße ausgestellt. Drei von ihnen erhielten nun eine Auszeichnung im Rahmen des Wettbewerbs „Die gute Form“. Das sind die Sieger:

veröffentlicht am 07.06.2019 um 14:57 Uhr
aktualisiert am 07.06.2019 um 17:00 Uhr

Verbandsvertreterin Claudia Klemm lobt das Siegerstück von Daniel Stephan vor allem für die klare Form. Foto: cok
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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RINTELN. Zehn Gesellenstücke - handgemachte Möbel nach eigenem Entwurf - sind aktuell in der Sparkasse Klosterstraße ausgestellt. Für den Laien sehen sie alle eindrucksvoll aus. Drei von ihnen erhielten nun eine Auszeichnung im Rahmen des Wettbewerbs „Die gute Form“.

Tatsächlich können die Auszubildenden des Tischlerhandwerks stolz darauf sein, kurz vor dem erfolgreichen Abschluss zu stehen. Zehn Tischlergesellen im ganzen Landkreis, das ist keine sehr hohe Anzahl. In der Zeit bis vor fünf, sechs Jahren waren es noch rund ein Drittel mehr mehr junge Leute, die sich für diese duale Ausbildung an den Berufsbildenden Schulen Rinteln entschieden, so Lehrer Niels Hogendoorn, der seine Schüler zum Siegerehrungs-Empfang mit Freunden, Angehörigen und Fach-Vertretern begleitet hatte.

Alle hatten eine Benotung für ihre Gesellenstücke erhalten, und die war strenger ausgefallen, als Betrachter es erwarten würden. Ein hübscher Nachttisch, ein kleines Schränkchen bekamen gerade mal eine Vier, unter anderem, weil sie in den Maßen von den Vorgaben des Models abwichen. „Präzision muss sein“, so Hogendoorn.

Am regionalen Wettbewerb „Die gute Form“ teilnehmen konnten nur Möbel mit einer mindestens befriedigenden Benotung. Eine Fachjury hatte die Schreibtische und Sideboards, die Kommoden und Stühle eingehend begutachtet, bevor die drei Sieger von Claudia Klemm vom Verband des Tischlerhandwerks Niedersachsen/Bremen ihre Urkunde und einen Preis überreicht bekamen. Im Mittelpunkt der Bewertungskriterien standen eine klare Formensprache und stimmiges Design.

Damit konnte Daniel Stephan am meisten punkten. In der Werkstatt seines Lehrherren Heinrich Matthias, Tischlerei und Bestattungen in Obernkirchen, hatte er einen Massivholz-Schreibtisch gebaut, mit raffinierten Griffen und geschickt berücksichtigten Jahresringen des Holzes.

Auf dem zweiten Platz lag Florian Brosig mit einem ungewöhnlichen Schaukelstuhl aus hell und dunkel lackierter Eiche, entstanden bei Gausmann Innenausbau Obernkirchen. Platz drei belegte Julian Schulze-Neick mit einer „Tischler-Schatzkiste“ aus Nussbaum, die er bei der Schaumburger Beschäftigungs-GmbH in Nienstedt angefertigt hatte.

Diese drei und alle anderen Auszubildenden wurden vom Obermeister der Tischler Schaumburg, Rüdiger Altfeld, begrüßt und gewürdigt, der zwar nicht zur Fachjury gehört hatte, aber ebenfalls den Schreibtisch von Daniel Stephan auf Platz eins gesetzt hätte. BBS-Schuleiterin Lita Gooßen zeigte sich ganz begeistert von den „richtig, richtig schönen Teilen“ der Ausstellung. Die Rintelner Gruppe „Simca“ trug mit ihrer rockigen Musik, darunter das Stück „Holz“, zur Würdigung der Arbeiten bei.

Helma Hartmann-Grolm, Stellvertretende Landrätin, lobte die gute Zusammenarbeit von BBS, Ausbildungsbetrieben und Tischlerinnung in der dualen Ausbildung, die Theorie und Praxis auf vorbildliche Weise vereinige. „Man wächst an dieser Ausbildung und gewinnt die Energie, sich auch zukünftig weiter zu qualifizieren“, meinte sie. Der Landkreis werde für Qualifizierungen weiterhin Gelder zur Verfügung stellen.

Die beiden Erstplatzierten nehmen am Landeswettbewerb von „Die gute Form“ teil und reisen im Oktober zur Infa Hannover. Wer dort gut abschneidet, darf am Bundeswettbewerb teilnehmen. Am 13. Juni allerdings entscheidet das Publikum in der Sparkasse über eine eigene Platzierung der Gesellenstücke. Einen Tag später dann überreicht Dirk Ackmann die von der Sparkasse gespendete Preise.




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