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Claus Brandt baut an Miniaturwelt – auf 130 Quadratmeter hat er es schon geschafft

Die Fantasie nach Feierabend

Hohenrode. Ein neues Windrad in Hohenrode – und der Bau schon so weit fortgeschritten. Gerade werden die riesigen Flügel mit einem Kran nach oben gehievt. Das Windrad steht natürlich nicht in voller Größe im Weserdorf, sondern ist Teil einer kleinen, liebevoll bis ins Detail gestalteten landwirtschaftlichen Modellanlage von Claus Brandt.

veröffentlicht am 16.02.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 18:22 Uhr

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Autor:

von Claudia Masthoff

Der Begriff „klein“ erweist sich allerdings bei einem Besuch im ganz persönlichen Reich des Hohenroders, der mit seiner Frau den bekannten Reiterhof Schulze-Brandt leitet, als nicht wirklich treffend. In den letzten vier Jahren ist die Miniaturwelt noch einmal um 30 auf stattliche 130 Quadratmeter angewachsen, erzählt Brandt, und weitere Attraktionen sind hinzu gekommen.

Eine Selbstentzündung im Silo der Raiffeisengesellschaft. Die Feuerwehr schon im Einsatz. Ein Autounfall, der Fahrer noch eingeklemmt im zerbeulten Fahrzeug, in eine Folie eingehüllt gegen den Wärmeverlust durch Schock, die Feuerwehr mit Spreizer und Metallschneider um die Rettung bemüht. Ein Maisfeld. Nur noch wenige Quadratmeter Mais in der Mitte. Da wird es den Wildschweinen mulmig und sie stürmen aus dem schützenden Dickicht. Der Jäger mit der Flinte auf dem Hochsitz hat auf diesen Moment nur gewartet. Solche kleine Szenen, bis in die Einzelheiten ausgearbeitet, machen den Reiz von Brandts Miniaturwelt aus. Dass zudem ein Teil seiner landwirtschaftlichen Maschinen und Schlepper mit all ihren technischen Funktionen auch ferngesteuert werden können, und man so das Arbeiten auf dem Acker, im Wald und in der Weiterverarbeitung wirklichkeitsgetreu „nachspielen“ kann, ist dann das sprichwörtliche Sahnehäubchen auf dem Ganzen.

Der Modellbau sei für ihn ein perfekter Ausgleich zu seiner täglichen Arbeit auf dem Hof, so der Landwirt. „Wenn ich mich zum Feierabend mit einem Glas Weizen auf meinen Dachboden verziehe und anfange die Ideen, die mir so zwischendurch gekommen sind, umzusetzen, dann fällt nach kürzester Zeit Stress und Hektik von mir ab.“

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Das Bauen mache ihm, und so geht es wohl fast allen Modellbauern, am meisten Spaß. Fahren mit den ferngesteuerten Fahrzeugen sei eher Nebensache. Aber das Vorzeigen scheint dem kreativen Miniweltengestalter auch Freude zu bereiten. Die Begeisterung, die seine Anlage bei Kleinen und Großen, bei landwirtschaftlich Gebildeten und Laien auslöst, die vielen „Guck-mal-Hier“ und „Hast-du-das-schon-gesehen“-Ausrufe tun der Modellbauerseele eben auch gut. Man sollte sich also nicht scheuen, einmal um einen Besuchstermin zu bitten. Aber nicht enttäuscht sein, wenn es nicht sofort klappt: Das Arbeitspensum auf Brandts Reiterhof ist groß und lässt nicht immer Raum für Ausflüge in ganz andere Welten.

Zum Glück nur eine nachgestellte Szene: Hier hat Claus Brandt einen Autounfall in seine Modellwelt integriert.

Fotos: cm

Bau einer Windkraftanlage, Feldarbeit, Feuer bei Raiffeisen: Detailgetreu hat Claus Brandt seine Modellwelt gestaltet.




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