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Der Kinderschutzbund sucht nach Familienpaten / kostenloser Schulungsbeginn am 16. März.

„Ein ganz schöner Batzen“

RINTELN. Immer öfter hört man den Begriff „Familienpate“. Darunter vorstellen kann sich nicht jeder etwas. Wie also sehen die Aufgaben eines Familienpaten aus? Wie sein Alltag in den Familien? Dieser Frage ging man am Mittwoch in den Räumlichkeiten des Kinderschutzbundes auf den Grund. Albrecht Schäffer hatte zu diesem Infotreffen geladen, um gemeinsam mit Annegret Dreyer, einer echten Familienpaten-Veteranin: „Ich bin seit 2009, als das Projekt startete, mit dabei“, berichtet die pensionierte Grundschullehrerin. Und das sei sie gerne, stellt sie gleich zu Beginn klar.

veröffentlicht am 10.03.2019 um 16:16 Uhr
aktualisiert am 10.03.2019 um 20:00 Uhr

Albrecht Schäffer (v. l.) mit Annegret Dreyer im angeregten Austausch mit potenziellen „Neupaten“.

Autor:

Maurice Mühlenmeier

RINTELN. Immer öfter hört man den Begriff „Familienpate“. Darunter vorstellen kann sich nicht jeder etwas. Wie also sehen die Aufgaben eines Familienpaten aus? Wie sein Alltag in den Familien? Dieser Frage ging man am Mittwoch in den Räumlichkeiten des Kinderschutzbundes auf den Grund. Albrecht Schäffer hatte zu diesem Infotreffen geladen, um gemeinsam mit Annegret Dreyer, einer echten Familienpaten-Veteranin, zu informieren: „Ich bin seit 2009, als das Projekt startete, mit dabei“, berichtet die pensionierte Grundschullehrerin. Und das sei sie gerne, stellt sie gleich zu Beginn klar.

„Die Aufgaben eines Familienpaten orientieren sich an dem, was er leisten kann und will, und dem, was die Familien brauchen“, erläutert Schäffer. Oft sei es genug, da zu sein und sich mit den Kindern oder den Eltern zu beschäftigen. „Manchmal brauchen die Eltern auch einfach jemanden, der ihnen zuhört“, schildert Dreyer ihre Erfahrungen. Andere hätten Probleme mit den Behördengängen, manche wiederum brauchen einfach nur Hilfe bei der Beschäftigung und Versorgung ihrer Kinder. „Manche Eltern, gerade Alleinerziehende, nutzen diese paar Stunden ohne Kind, um Dinge zu erledigen, die liegen geblieben sind“, so Dreyer.

Sie selbst habe die Situation immer auf sich zukommen lassen: „Ich bin nie mit ‚Programm‘ zu den Familien gefahren.“ Ihr Motto war: So viel rausgehen wie möglich, sich mit den Kindern beschäftigen. Von Wanderungen über Bastelabende und Brettspielnachmittage sei alles möglich, was der Familienpate bereit sei zu geben.

Ziel sei aber auch, dass der Familienpate ein Vorbild und eine Orientierung für die Eltern sei, die oftmals nicht wüssten, wie man sich überhaupt mit Kindern beschäftigt. Ziel einer Begleitung durch die Familienpaten ist immer, die Selbstständigkeit der unterstützten Familie zu fördern. Dem entgegen kommt, dass das Konzept freiwillig ist – niemand beansprucht gegen seinen Willen einen Familienpaten. „Das haben wir dem Jugendamt voraus“, so Schäffer. Auch Dreyer ist überzeugt, dass das Ehrenamt es wert sei: „Die Kinder honorieren, wenn sie merken, dass da jemand ist, der sich mit ihnen befasst, der sich Zeit nimmt für sie.“

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Kindern in der Altersgruppe bis sechs Jahre, doch auch Grundschüler werden betreut, in Ausnahmesituationen sogar länger. „Normalerweise dauert eine Patenschaft etwa zwei bis drei Jahre an“, so Schäffer. Wichtig sei dieser Richtwert auch im Hinblick auf das Hauptziel: die Selbstständigkeit der Familie.

Leicht sei die Arbeit nicht immer, weiß auch Dreyer: „Das ist ein ganz schöner Batzen, den man manchmal zu tragen hat.“

Für die zukünftigen Paten stehen der Kinderschutzbund und Albrecht Schäffer zu allen Zeiten beratend zur Seite: Nach einem Vorgespräch und einer entsprechenden Schulung gibt es regelmäßige monatliche Austauschtreffen zwischen den Paten. Bevor ein Pate einer Familie zugewiesen wird, gibt es ein gemeinsames Erstgespräch.

Das Einzige, was noch fehlt: eine größere Anzahl Menschen, die sich die Zeit und die Geduld nehmen wollen, Familien in schwierigen Verhältnissen und Lebenssituationen zu unterstützen.

HINWEIS: Am Samstag, 16. März, beginnt die kostenlose Schulungsreihe in den Räumen des Kinderschutzbundes.




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