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Schärfere Regeln für Naturschutzgebiet

Einschränkungen für die Jagd, Verbot für Angler

Die Ostenuther Kiesteiche sollen Teil des EU-Schutzprogramms „Natura 2000“ werden. Doch das erfordert schärfere Regelungen.

veröffentlicht am 28.11.2018 um 16:54 Uhr
aktualisiert am 28.11.2018 um 18:00 Uhr

Betreten verboten: Die Regelungen für das Naturschutzgebiet sollen verschärft werden. jaj

Autor:

Jessica Rodenbeck
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MÖLLENBECK. Der Naturschutz rund um die Ostenu-ther Kiesteiche soll noch einmal verschärft werden. Einer entsprechenden Änderung der zugehörigen Verordnung hat der Kreisausschuss für Umweltschutz nun einstimmig zugestimmt. Besonders für die Ausübung der Jagd wird die Änderung Einschränkungen mit sich bringen.

Die Ostenuther Kiesteiche sind bereits seit dem Jahr 1988 ein Naturschutzgebiet. Die bisherigen Regelungen reichen für „Natura 2000“ jedoch nicht aus und müssen daher angepasst werden. Eine endgültige Entscheidung trifft der Kreistag am 4. Dezember.

Durch die bisherige Verordnung wurden die jagdlichen Belange explizit nicht geregelt. Das wird sich durch die Anpassung ändern. Zukünftig darf auf den Wasserflächen, den innerhalb der Wasserfläche liegenden Inseln, der Flachwasserzone und einem fünf Meter breiten Uferstreifen nicht mehr gejagt werden. Ein komplettes Jagdverbot gilt zudem in der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis zum 15. Juli.

Auf Anregung der Jägerschaft wurden für diese Einschränkungen jedoch zwei Ausnahmen in die Verordnung aufgenommen: Angesichts einer Gefahr der Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest ist die Bejagung von Wildschweinen in den für die Jagd gesperrten Bereichen auch zukünftig möglich. Sie muss jedoch zuvor bei der Naturschutzbehörde angezeigt werden. Zudem wird die Nachsuche verletzten und kranken Wildes ganzjährig im gesamten Schutzgebiet explizit erlaubt.

Ebenfalls neu ist, dass jagdwirtschaftliche Einrichtungen wie Hochsitze künftig nur noch mit Zustimmung der Naturschutzbehörde aufgestellt werden dürfen. Des Weiteren darf es nur noch einen einzigen Köder- und Kirrplatz für Schwarz- und Raubwild geben, und dieser muss sich außerhalb des fünf Meter breiten Uferstreifens befinden.

War das Betreten des Naturschutzgebietes bisher auf gekennzeichneten Wegen erlaub, wird es zukünftig für Unbefugte komplett verboten sein. Und zu diesen Unbefugten werden auch die Angler gehören. Das Angeln ist nach der neuen Verordnung nicht erlaubt, auch wenn unter anderem die Weserfischereigenossenschaft Hameln für eine Erlaubnis plädiert hat.

Bereits 1992 hat die EU beschlossen, ein Schutzgebiet „Natura 2000“ aufzubauen, das dem Erhalt wild lebender Pflanzen- und Tierarten in ihren Lebensräumen dienen soll. Es soll ein Netz aus Vogelschutzgebieten und Gebieten der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH) sein. Das FFH-Gebiet „Ostenuther Kiesteiche“ ist auf Grundlage von Beschlüssen des Landtages an die Europäische Kommission gemeldet und von dieser bestätigt worden.




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