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Ein Kanute kommt selten allein: Rund 620 paddeln von Hameln nach Rinteln

Eisfahrt bei gar nicht eisigem Wetter

Rinteln. „Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“, wünschen sich Skipper gegenseitig. Aber mit einem Pegelstand der Weser von 3,10 Metern war nicht nur diese Voraussetzung erfüllt. Bei der 44. Eisfahrt des Rintelner Kanu-Clubs passte am Samstag einfach alles. Zwar gibt es für gestandene Paddler kein schlechtes Wetter, sondern allenfalls die falsche Kleidung, aber auch in diesem Bereich standen die Zeichen auf „G“ wie grüne Ufer oder Temperatur gut. Und mit einem Neopren-Anzug als Standardausrüstung hätte sich auch eine steife nasse Brise von vorn aus Richtung Westen gut aushalten lassen, bestätigten die meisten Kanuten, die nach gut zweistündiger Fahrt gegen Mittag beim Bootshaus des RKC in Rinteln ankamen.

veröffentlicht am 07.12.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:42 Uhr

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Autor:

Werner Hoppe

Fast genau 620 Teilnehmer und Teilnehmerinnen seien ab 10 Uhr morgens beim ehemaligen britischen Pionierübungsplatz in Hameln zur 26 Kilometer langen Tour in Richtung Rinteln gestartet, berichtete Marcus Langer, der seit vier Jahren gemeinsam mit Rico Koym das Paddler-Großereignis im Advent leitet.

Nach einer kurzen Verschnaufpause – er persönlich als Organisator war entlang der Strecke im Auto unterwegs – konnte Langer nur feststellen: Alles im grünen Bereich, und alles läuft wie immer, so wie an der Aufwärmstation an der Großenwiedener Fähre, wo ein Helferteam auf halber Strecke „Glühwein, Kaffee und Tee“ ausschenkt sowie auf dem Fluss, wo die DLRG-Profi-Retter im Boot unterwegs sind und für den Fall, dass ein Boot kentern sollte, zur Stelle sind.

Weniger unterwegs, aber dafür eher beim Anlegen am Bootshaus, lauerten die Tücken, mussten einige Eisfahrt-Neulinge dieses Mal feststellen. Denn die etwas mehr als randvolle Weser hatte den Anlegesteg der Gastgeber teils unter Wasser gesetzt, sodass es die gewieften Eisfahrer (Eis und Schnee sind kein zwingend vorgeschriebenes Muss für die Spaßtour, zu denen rote Nikolaus-Mützen und Tannenbäumchen auf den Booten mitfahren) vorzogen, in Flachwasser-Uferbereichen an Land zu gehen. Und wen die Weser dennoch kurzzeitig in ihr nasses Bett zog, dem halfen andere Paddlerinnen und Paddler schnell aufs Trockene. Zum Beispiel dem Eisfahrt-Neuling, der sich mit der heftigen Strömung verschätzt und dessen Boot sich unter dem Steg verkeilt hatte. Aber das ist kein Grund zur Aufregung, wissen die erfahrenen Gäste, konnte Marcus Langer bestätigen, so wie die 25 Helferinnen und Helfer, „ohne die es definitiv nicht geht“.

Und die mit ihrem Beitrag dafür sorgen, dass die vielen Gäste im nächsten Jahr wieder dabei sein werden, so wie „Frank Leitzbach aus Hannover, der mir an der Fähre in Großenwieden erzählt hat, dass er schon zum 39. Mal mitfährt“.

Der Spaßfaktor zählt bei der Rintelner Eisfahrt. Nach über zwei Stunden im Boot legen die Kanuten in Rinteln an. who




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