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Es gibt keine einfache Lösung

Erneut im Rat: Wie geht’s weiter mit dem Brückentor?

RINTELN. Am Donnerstag steht in der Ratssitzung im Ratskellersaal (ab 19 Uhr) erneut die Zukunft des Brückentors auf der Tagesordnung: Wie soll es weitergehen mit der Sanierung des Saales oder einem Verkauf der städtischen Anteile am Gesamtkomplex? Hier klaffen die Vorstellungen der Fraktionen weit auseinander.

veröffentlicht am 27.11.2018 um 14:46 Uhr
aktualisiert am 27.11.2018 um 18:50 Uhr

Die Enthüllungen zum fehlenden Brandschutz dürften den Wert der Immobilie nicht gerade gesteigert haben. Foto: tol
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Hans Weimann Reporter
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RINTELN. Die Zukunft des Brückentores steht am Donnerstag ab 19 Uhr in der Ratssitzung im Ratskellersaal erneut auf der Tagesordnung: Wie soll es weitergehen? Mit der Sanierung des Saales oder einem Verkauf der städtischen Anteile am Gesamtkomplex? Bei diesem Thema klaffen die Vorstellungen der Fraktionen weit auseinander. Welche Möglichkeiten gibt es, das Projekt anzugehen:

Szenario eins: Alles bleibt, wie es ist. Die Stadt behält den Brückentorsaal und renoviert ihn. Geschätzte Kosten: 2,7 Millionen Euro. Schließt man weitere notwendige Baumaßnahmen darum herum ein, schätzt die Verwaltung die Kosten auf mindestens vier Millionen Euro.

Szenario zwei: Das Modell des Investors Norbert Dittel: „Sale and lease back“, was bedeutet, die Stadt verkauft Saal und Restaurant und mietet den Brückentorsaal anschließend wieder zurück. Mehrheitsmeinung im Rat dazu: für die Stadt ein Verlustgeschäft.

Szenario drei: Stadt und Teileigentümer verkaufen gemeinsam den Brückentorkomplex. Vom Erlös für Saal, Foyer und Restaurant wird eine neue Stadthalle gebaut (geschätzte Kosten rund acht Millionen Euro). Bevorzugter Standort ist die Burgfeldsweide – und dort ein städtisches Grundstück. Vorteil dabei: Schulen und Sportvereine können die Halle mit nutzen. Das setzt voraus, dass sich ein neuer Käufer für den Brückentorkomplex findet, der ein Konzept entwickelt, dem der Rat zustimmt. Strittig hier: ein weiteres Stockwerk obendrauf für Wohnungen. Wie hoch wäre der Verkaufspreis für den Gesamtkomplex? Zu diesem Punkt schweigt sich die Verwaltung aus. Doch die Enthüllungen zum fehlenden Brandschutz dürften den Wert der Immobilie nicht gerade gesteigert haben.

Gibt es alternative Standorte für eine Stadthalle? Genannt wurde der Steinanger: Das würde bedeuten, dass die Reithalle oder der SC-Sportplatz ausgelagert werden müssten, denn die Parkplätze werden gebraucht. Ein Standort in der Nordstadt am Bahnhofsweg ist problematisch: Zufahrten ungünstig.

Szenario vier: Die Stadt kauft den Brückentorkomplex, saniert selbst den Brückentorsaal und lässt den leer stehenden einstigen Coop-Trakt abreißen, denn in der CDU gibt es Zweifel, ob im Brückentor überhaupt weitere Geschäftsflächen gebraucht werden. Kritiker verweisen dabei auf den langjährigen Leerstand. Sinnvoller sei eine neue Geschäftsfläche im Süden der Fußgängerzone. Hotel und Restaurant werden wieder an einen Investor verkauft. Das ist der Vorschlag des CDU-Ratsherrn Kay Steding. Der sieht zumindest bautechnisch in einer grundlegenden Sanierung kein Problem. Aus dem hässlichen Entlein könnte man etwas machen: Die Betontreppen abreißen, am Hotel Fenster in einer ansprechenderen Farbe einbauen, an der Straßenfront den Überbau demontieren und statt der langen Fassade einen Durchbruch zur Weser schaffen.

Szenario fünf: Nur die Stadt verkauft ihr Teilvermögen, also Saal und Restaurant. Wahrscheinlichkeit: gering, weil praktisch kaum umzusetzen.

Szenario sechs: Braucht eine Stadt wie Rinteln überhaupt eine Stadthalle oder einen teuer sanierten Brückentorsaal für die rund 100 Veranstaltungen im Jahr für Vereine, Hochzeiten, Konzerte und Theateraufführungen? Kritiker sagen: Eine neue Stadthalle müsste als Multifunktionsgebäude auch für Messen, Ausstellungen (man muss Autos reinfahren können), Trendsport, Shows und sogar als ein saisonales Eisstadion nutzbar sein, um rentabel bewirtschaftet werden zu können und eine zweistellige Millionen-Investition zu rechtfertigen. Also sucht die Stadt nach anderen Lösungen und baut am Schulzentrum eine Aula, die auch für Theateraufführungen und andere Veranstaltungen geeignet ist, oder am Kollegienplatz eine kleine Halle, nachdem die IGS in die Burgfeldsweide umgezogen ist. Das Parkhaus ist gegenüber. Wahrscheinlichkeit: Derzeit ist dafür im Rat keine Mehrheit in Sicht.




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