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Gespräch mit Lita Gooßen

Exklusiv: Das ist die neue Schulleitung der BBS Rinteln

RINTELN. Lita Gooßen ist „die Neue“ an den Berufsbildenden Schulen Rinteln und Bückeburg mit ihren vier Standorten. Seit gut einem Monat ist Gooßen im Amt als neue Schulleiterin und Nachfolgerin von Herbert Habenicht. Wer ist Lita Gooßen und welche Pläne hat sie für die BBS? Das verrät sie uns im exklusiven Gespräch:

veröffentlicht am 01.06.2019 um 10:00 Uhr
aktualisiert am 02.06.2019 um 18:20 Uhr

Bislang lag der Fokus von Lita Gooßen auf dem Bereich Wirtschaft. An den BBS Rinteln und Bückeburg lernt sie derzeit viele neue Bereiche kennen – und hat viele Pläne, die sie gemeinsam mit Stellvertreter Günter Potthast und den Lehrkräften umsetzen w
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
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RINTELN. Der 18. August 2018 ist ein großer Tag in der kleinen Gemeinde Drochtersen im Landkreis Stade: Im DFB-Pokal tritt die SV Drochtersen/Assel gegen den großen FC Bayern an – und verliert, aber nur 0:1. Ein „Zittersieg“ für die Münchner, ist später zu lesen, eine Erfahrung, die die Gemeinde noch wochenlang in Rausch versetzt. Auch die Familie von Lita Gooßen, neue Leiterin der Berufsbildenden Schulen Rinteln. Sie stammt aus Drochtersen, und ihre gesamte Familie ist Fan der SV.

Von dort aus hat der Weg sie im Rückblick relativ klar an die Berufsbildenden Schulen (BBS) geführt. Seit April ist Gooßen neue Leiterin der BBS in Rinteln und Bückeburg.

Gooßen absolvierte nach der Realschule eine Ausbildung bei der Sparkasse und lernte darüber auch das System Berufsschule kennen. Seitdem ist sie „überzeugt“, erzählt die heutige Liekwegerin beim Pressegespräch. Sie absolvierte das Berufliche Gymnasium Wirtschaft und studierte danach Wirtschaftspädagogik in Göttingen.

Zu dem Zeitpunkt war Gooßen schon infiziert mit dem Lehrkraftvirus, die „Fachlichkeit“ sei es vor allem gewesen, die sie in ihrer eigenen BBS-Zeit überzeugt habe. Es folgte das Referendariat in Hameln an der Handelslehranstalt, sie lehrte sechs Jahr lang an den BBS in Northeim, wechselte zum Landesinstitut für Fortbildung und übernahm anschließend erste Leitungsaufgaben an den BBS Celle.

Es waren private Gründe, aus denen Gooßen schließlich nach Schaumburg wechselte; der Sohn kam zur Welt, und ihr Partner stammt aus der Region. 2005 trat Gooßen ihre Stelle an den BBS Stadthagen an und blieb dort bis zum 23. April dieses Jahres, zuletzt als Leiterin des Bereichs Wirtschaft.

Jetzt ist sie die Nachfolgerin von Herbert Habenicht als Schulleiterin der Berufsbildenden Schulen in Rinteln mit ihren vier Standorten. Im Rückblick auf ihren Werdegang sagt die 57-Jährige, dass sie sich „gut vorbereitet“ fühlt auf die Aufgaben, die vor ihr liegen. Genau das sei auch der „Impuls“ gewesen, sich auf die Stelle zu bewerben.

Bislang lag ihr Fokus allerdings auf dem Bereich Wirtschaft. „Ich habe in der letzten Zeit so viele neue Bereiche kennengelernt“, zeigt sich Gooßen begeistert. Nach und nach stellt sie sich in den Klassen vor, jüngst zum Beispiel in der Berufsfachschule Metalltechnik. „Deren Übernahmequote liegt bei 95 Prozent“, sagt Gooßen.

„Die Jugendlichen heutzutage haben perfekte Bildungschancen“, sagt Gooßens Stellvertreter Günter Potthast. Beispielsweise werde das Einkommensniveau im Pflegebereich kontinuierlich steigen. Oder: „Die Ausbildung in der Fluggerättechnik befindet sich auf dem höchsten Niveau“, so Gooßen. 289 Auszubildende gebe es derzeit am Standort Bückeburg, die allesamt ein sicherer Arbeitsplatz erwarte.

Zur Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems würden die Berufsbildenden Schulen erheblich beitragen. „Frau Gooßen ist dafür das beste Beispiel“, sagt Potthast.

Doch grundsätzlich seien das Angebot und die Bildungswege der BBS noch zu wenig bekannt, sagt Gooßen. Dies nach außen hin deutlicher darzustellen, auch über soziale Medien, rückt daher mehr und mehr in den Fokus der Schulleitung. Auch soll die Einbindung in der Region, das Netzwerk zur Stadt, zum Schulträger Landkreis Schaumburg und zu den anderen BBS in Niedersachsen gestärkt werden.

Gooßen hat eine klare Vorstellung davon, was die künftigen Herausforderungen der Schule sind: die Aufrüstung der Infrastruktur aller vier Standorte, eine stärkere Digitalisierung, die Umstellung der betroffenen Fachbereiche auf Industrie 4.0, die Stärkung des sozialpädagogischen Bereiches ebenso wie des Qualitätsmanagements, das stärkere Gewinnen von Lehrkräften über den Quereinstieg.

„Das geht nur über einen kooperativen Führungsstil“, sagt Gooßen. Die rund 130 Lehrkräfte an den BBS Rinteln habe sie in den ersten Wochen als „innovatives Team“ erlebt, für das sie weiterhin „optimale Bedingungen“ schaffen wolle.




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