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Provokationen verschärfen sich

Exter Schützenfest: Eine Gangart härter

EXTEN. Am Freitag beginnt es, das Exter Schützenfest mit der Schlacht im Exterfelde am Sonntag. Die Provokationen zwischen den Eolendörpern und den Grünen werden schärfer. Der Frieden im Dorf steht auf der Kippe:

veröffentlicht am 11.07.2018 um 14:24 Uhr
aktualisiert am 11.07.2018 um 15:10 Uhr

Eolendörper rechts, Grüne links. Vor allem den Grünen dürfte es nicht gefallen, dass die Gegenseite ihnen nur ein Drittel der Verkehrsfläche auf dem Steg über die Exter zugestehen will. Foto: who
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Autor

Werner Hoppe Reporter
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EXTEN. Die gegenseitigen Provokationen verschärfen sich täglich. Je näher das Exter Schützenfest, das am Freitag, 13. Juli, beginnt und bis kommenden Montag, 16. Juli, dauert, mit der Schlacht im Exterfelde am Sonntag rückt, desto dicker wird die Luft im Ort. Aber so gehört es seit vielen Generationen dazu bei der Schützengilde Exten, dass das Ganze in der finalen Schlacht gipfelt.

Dazu gehört aber auch, dass sich die vorübergehende „Feindschaft“ zwischen den „grünen“ Schützen und den „schwarzen“ Einheiten der Eolendörper wieder für ein Jahr in gegenseitiges Wohlwollen verwandelt. Doch dafür braucht es einen vertraglich gesicherten Frieden, und der steht so kurz vorm Fest mehr als nur auf der Kippe.

„Geht‘s noch schlimmer?“, fragten sich die Anhänger des Schwarzen-Königs Norbert Dreier, als sie sich über die Schwere des letzten Affronts der Grünen klar wurden, hatten die Grünlinge doch bei einem nächtlichen Kommandounternehmen den hölzernen Steg über die Exter am Anger mit einem Schild für sich reklamiert als „Grünersteg“ (wir berichteten). Dabei weiß doch jeder in Exten, dass die kleine Brücke so etwas wie das Ur-Heiligtum der Eolendörper ist und niemals auf- oder abgegeben werden wird, „und schon gar nicht an die Grünen“, war auf die kurze Rückfrage im Eeolendörper-Hauptquartier zu hören. Nicht umsonst heiße die kleine Brücke Eolendörper-Steg. Und nur weil man vergessen habe, das Schild mit dem Original-Namen nach der Erneuerung der Exter-Querung wieder aus dem Zwischenlager beim Gilde-Bäcker Klaus Keßler zu holen und wieder anzubringen, rechtfertige das noch längst nicht den hinterlistigen Übernahmeversuch durch die grünen Jungspunde um ihren König Michael Meißner.

Aber vielleicht sei die Schandtat ja in deren Unerfahrenheit und jugendlichem Leichtsinn begründet, konnten sich die Berater seiner (schwarzen) Majestät Norbert Dreier vorstellen. Darum rieten sie ihrem König während der eiligst einberufenen Krisensitzung, zunächst noch von Präventivschlägen abzusehen und es vorerst beim Versuch einer gütlichen Regelung zu belassen. Und die scheint gefunden, wenngleich sich die Vermutung der schwarzen Strategen bewahrheiten dürfte, dass die grünen Provokateure wohl kaum in die Schranken zu weisen seien. Doch der Versuch, auf das Brückenattentat mit einem nichtkriegerischen Schlichtungsangebot zu antworten, sei es wert, befand der Rat der schwarzen Weisen.

Wie das Angebot der Schwarzen aussieht und was es bewirken soll, ist seit dem Wochenanfang deutlich am Steg abzulesen. Eine Art Demarkationslinie soll helfen, Zusammenstöße zwischen Schwarzen und Grünen während des Überquerens der Exter zu vermeiden. So weist die graue Markierung aus wetterfestem grauem Klebeband den beiden königlichen Lagern jeweils eine Seite zu. Dazu machen gelbe Hinweisschilder an den Zugängen zum Eolendörper-Steg deutlich: Die Grünen haben sich auf der linken, der Exter aufwärts zugewandten Seite des Steges zu halten, aber die andere Seite (flussabwärts) ist einzig und allein den Schwarzen vorbehalten. Dazu markieren Ketten aus grün-weißen beziehungsweise schwarz-weißen Wimpeln an den Brückengeländern, wer sich wo bewegen darf.

Ob diese Lösung aber auch wirklich den Frieden zwischen Schwarz und Grün aufrecht erhalten kann und vor allem, wie lange noch, das sei zurzeit die große Frage, wollte sich Festleiter Lothar Wick nicht festlegen. Der Versuch sei es dennoch wert, auch wenn der Waffengang bei der Schlacht im Exterfelde wohl letztlich wieder unvermeidlich sei. Doch der Ein-Drittel-/Zwei Drittel-Regelung zuungunsten der Grünen wollte er auch bei optimistischer Einschätzung und bei Kenntnis der Summe der Erfahrungen aus bisherigen Schützenfesten nur bedingte und zeitlich sehr begrenzte Chancen einräumen.




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