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Vor Gericht

Faustschläge unter der Weserbrücke

RINTELN. Eine Auseinandersetzung zwischen zwei jungen Leuten ist für beide mit Folgen zu Ende gegangen: Der eine erlitt einen doppelten Unterkieferbruch, der andere musste sich nun vor Gericht verantworten.

veröffentlicht am 11.07.2018 um 17:42 Uhr

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RINTELN. Eine Auseinandersetzung zwischen zwei jungen Leuten am Weihnachtsfest ist für beide Kontrahenten mit weitreichenden Folgen zu Ende gegangen: Während das Opfer (24) nach Faustschlägen einen doppelten Unterkieferbruch erlitt und operiert werden musste, hat sich der Täter den erheblichen juristischen Konsequenzen zu stellen.

Der 19 Jahre alte Schüler wurde jetzt in einem Strafprozess unter Anwendung von Jugendrecht wegen dieser Körperverletzung zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Außerdem ordnete Richter Simon Langer an, dass der junge Mann, der bei der Tat stark alkoholisiert war, drei Gespräche bei der Suchtberatung führen muss. Außerdem hat der Schüler mit zivilrechtlichen Verfahren um heftigen Schadenersatz und Schmerzensgeld zu rechnen.

An Heiligabend feierte der Angeklagte mit Freunden in der Diskothek „Happy Night“. Nach Mitternacht ging er nach draußen und soll dort eine Freundin des späteren Opfers angesprochen haben. Der 24-Jährige forderte daraufhin den Schüler auf, zu verschwinden.

Im Laufe der Nacht trafen sich die beiden noch öfter, es kam zu Provokationen. Schließlich schloss die Diskothek, zufällig trafen sich die beiden Kontrahenten erneut auf dem Weg zur Weserbrücke. Das alte Streitgespräch um die Frau wurde wieder aufgenommen. Der Angeklagte wollte nun die Angelegenheit unter der Brücke klären. Der 24-Jährige stimmte zu, weil er ohnehin hinuntergehen und dort mit Freunden noch ein Abschlussbier trinken wollte. Zugleich machte er aber auch mehrmals klar, dass er sich nicht schlagen wolle. Unten angekommen zog der Schüler sein Hemd aus, während der 24-Jährige seine Hände in den Hosentaschen hatte. Der Angeklagte drückte dann seinen Kopf an die Stirn des Kontrahenten, der den Angreifer dann wegdrückte. Kurz darauf schlug der Schüler zweimal zu, der Getroffene ging zu Boden. Noch am selben Abend wurde der erheblich Verletzte im Klinikum Minden operiert. Nach viertägigem Klinikaufenthalt war er anschließend sechs Wochen krankgeschrieben, konnte lange nur weiche Kost essen. Im Herbst steht eine neue Operation an, dann sollen die beim ersten Eingriff eingesetzten Platten entfernt werden.

In der Gerichtsverhandlung entschuldigte sich der Schüler bei dem Opfer, das diese Entschuldigung auch annahm. Sichtlich bedrückt, dass seine Schläge so gravierende Folgen hatten, sprach er von einer damaligen Kurzschlussreaktion im Alkoholrausch. Er habe viel zu viel getrunken. maf




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