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Vor Gericht: Opfer hat Schmerzen an Lippe und Zähnen

Faustschlag vor dem Einkaufsmarkt

RINTELN. Fünf Monate nach einer Auseinandersetzung vor einem Einkaufsmarkt in der Rintelner Nordstadt ist nun das Körperverletzungsverfahren gegen einen 26-Jährigen eingestellt worden. Der Mann hatte einem Bekannten (31) einen Faustschlag ins Gesicht versetzt, wobei das Opfer Schmerzen an der Lippe und an zwei Zähnen erlitt.

veröffentlicht am 15.05.2019 um 16:39 Uhr

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An einem Nachmittag im Dezember verließ der 31-Jährige gerade das Geschäft und wollte seinen Einkauf zum Auto bringen. Dabei traf er auf den Angeklagten, der mit einer weiteren Person auf ihn zukam. Der Angeklagte warf ihm vor, er habe „Schlechtes“ über ihn erzählt. Dies sei aber nicht der Fall gewesen, stellte der 31-Jährige klar. Dennoch langte der Angeklagte gleich zu, schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Das Opfer wollte die Polizei rufen, wurde daran aber vom Kontrahenten und der Begleitperson gehindert. Einige Stunden nach dem Vorfall bekam der 31-Jährige starke Schmerzen, ging zur Polizei und erstattete Anzeige.

„Ich habe ihn auf keinen Fall geschlagen“, beteuert der Angeklagte vor Gericht und sagte über den Bekannten: „Dieser Mann ist psychisch krank.“ Der habe auch öfter Streit mit anderen Leuten und vor dem Einkaufsmarkt begonnen, ihn zu beschimpfen.

Nicht bestätigt hat sich vor Gericht eine Aussage des Opfers bei der Polizei. Dort hatte der Mann angegeben, der Kumpel des Angeklagten habe seine Hände festgehalten, ehe der 26-Jährige zuschlug. Jetzt sagte er aus, dieser Kumpel habe nur versucht, ihm das Handy wegzunehmen. Nach dieser Einlassung war die in der Anklageschrift aufgeführte gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vom Tisch, die im Normalfall mindestens sechs Monate Freiheitsstrafe nach sich zieht.

Au Antrag von Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig stellte Richter Ulf Kranitz schließlich das Verfahren ein. Ausschlaggebend hierfür waren mehrere Gründe: Das Opfer ist nicht erheblich verletzt worden, hat seinem Kontrahenten verziehen und später die Anzeige zurückgezogen. Inzwischen hat sich der Angeklagte, der nicht vorbestraft ist, auch bei ihm entschuldigt. Die beiden haben wieder ein gutes Verhältnis. maf




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