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Taschentücher mitnehmen

Film über Hape Kerkeling läuft bestens im Kinocenter

RINTELN. Familie Ruhs vom Kinocenter Rinteln ist hochzufrieden. Auch hier verzeichnet der Film „Der Junge muss an die frische Luft“ allerbeste Besucherzahlen. „Es sind die Emotionen“, sagt Ruhs. „Darin ist das deutsche Kino wirklich super. Diese schöne Mischung aus Lachen und Weinen, das zieht die Leute an.“

veröffentlicht am 08.01.2019 um 15:44 Uhr
aktualisiert am 08.01.2019 um 17:40 Uhr

Szene aus dem Film „Der Junge muss an die frische Luft“. Foto: Warner Bros.
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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RINTELN. Familie Ruhs vom Kinocenter Rinteln ist sehr zufrieden. Auch hier verzeichnet der Film „Der Junge muss an die frische Luft“ allerbeste Besucherzahlen. „Es sind die Emotionen“, sagt Ruhs. „Darin ist das deutsche Kino wirklich super. Diese schöne Mischung aus Lachen und Weinen, das zieht die Leute an.“

Wer bisher nur wenig von Caroline Links Verfilmung der Hape-Kerkeling-Autobiografie gehört hat, erwartet vielleicht einen rundherum lustigen Film. Schließlich geht es darin um die Kinderjahre eines bekannten Komikers und darum, wie die Wurzeln für seinen Humor im Zusammenleben mit seiner Ruhrpott-Familie entstanden.

Doch gleich zu Beginn des Filmes wird jedem Zuschauer klar, dass man nicht einfach nur Lachen wird wie bei Harpe Kerkelings Paraderollen des Kleinstadtreporters Horst Schlämmer, der Schlagerkönigin Uschi Blum oder Königin Beatrix. Noch bevor der kleine Hans-Peter, dessen breites Jungengesicht in Gestalt des Schauspielers Julius Weckauf von allen Kinoplakaten lächelt, richtig ins Bild kommt, spricht eine Kinderstimme: „Ich hätte mich mehr anstrengen müssen, ich hätte mir mehr Mühe geben sollen.“

Diese Sätze beziehen sich auf die Mutter von Hape Kerkeling, die sich das Leben nahm, als er acht Jahre alt war. Weder die liebevolle Kerkeling-Familie kann sie von ihrer abgrundtiefen Traurigkeit befreien noch der aufgeweckte und verschmitzte Hans-Peter, der alles versucht, um sie mit seinen urkomischen Nachahmungen der Damen und Herren aus der Nachbarschaft aufzumuntern.

Doch genau so, wie die depressive Mutter unter Tränen lachen muss, weint und lacht man auch im Kinosaal. Beides hat etwas eigenartig Befreiendes. „Julius Weckauf fasziniert alle“, meint Michael Ruhs. „Man könnte meinen, es ist wirklich Hape, so wie er als Kind war.“ Es gebe nicht viele Filme, bei denen die Besucher nachher noch im Foyer zusammenstünden und reden würden.

Was Michael Ruhs zusätzlich aufgefallen ist: „Der Junge muss an die frische Luft“ bringt verstärkt auch die älteren Generationen ins Kino.

Der Film ist nicht nur ein Künstler- und Familienporträt, sondern zugleich auch ein Porträt der Siebzigerjahre, wo die Kinder „Cowboy und Indianer“ spielen, die Erwachsenen an den „Büdchen“ oder im „Tante-Emma-Laden“ plaudern und man abends „Dalli Dalli“ guckt – in Schwarz-Weiß. Er selbst hätte kaum zu hoffen gewagt, dass Caroline Links Film auf Anhieb Platz eins in den Kinocharts einnehmen würde. Jetzt läuft er auch im Kinocenter bereits die dritte Woche, und alle Vorstellungen sind gleichmäßig gut besucht.

Manche Besucher wischen sich verstohlen noch ein paar Tränen ab, wenn sie aus dem Kinosaal kommen – vom Weinen und vom Lachen. Deshalb der Tipp: Taschentücher nicht vergessen.




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