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Marktmeister Jakschik über mögliche Änderungen für die Messe

Food-Meile statt Händlerstraße?

RINTELN. Marktmeister Jakschik zieht im Interview mit unserer Zeitung ein Resümee zur Herbstmesse und gibt einen Ausblick auf mögliche Änderungen.

veröffentlicht am 08.11.2018 um 17:34 Uhr
aktualisiert am 08.11.2018 um 18:10 Uhr

Der Marktmeister der Rintelner Stadtverwaltung, Daniel Jakschik, an seinem Büroarbeitsplatz. Foto: tol
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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RINTELN. Die Herbstmesse ist insgesamt ein Erfolg gewesen. Trotzdem gibt es kritische Stimmen. Diese beziehen sich vor allem auf den Händlerbereich an der Brenner- und der Mühlenstraße: Die Stände sähen zu nüchtern aus, das Angebot sei eintönig, die Lücken zwischen den Ständen kein schöner Anblick. Wir sprachen mit Rintelns Marktmeister Daniel Jakschik über die Zukunft dieses Messebereiches.

Braucht die Messe ein neues Konzept?

Die Probleme mit dem Händlerbereich der Messe sind bekannt. Es ist kein Zufall, dass Städte wie Bückeburg, Stadthagen und Minden ganz auf die klassischen Messehändler verzichten und nur noch eine bloße Kirmes veranstalten. Doch genau das möchten wir vermeiden. Händler gehören seit 600 Jahren zur Rintelner Messe. Wir wollen diese Tradition wahren.

Das Händlerangebot ist allerdings beschränkt. Die Mühlenstraße sieht aus wie irgendein Klamottenmarkt.

Es ist so: Die eigentlichen Spezialisten gibt es kaum noch. Der „Billige Jakob“ zum Beispiel, der war eine echte Type und hat die Leute begeistert, wie er seine Ware anpries. Früher konnte er zehn Schreibhefte zum Preis von fünf anbieten, heute hat er damit keine Chance mehr. Es sei denn, er würde eine Gage für seine Schauspielkunst verlangen.

Das klingt, als sei die Zeit der individuellen Messehändler eigentlich vorbei.

Nein, nicht unbedingt. Vorbei ist die Zeit, in der sich die Menschen auf der Messe mit Dingen für den täglichen Bedarf versorgten. Bettwäsche, Miederwaren oder Autopolituren, überall ist die Konkurrenz außerhalb der Messe viel zu groß. Doch wer vernünftige Produkte hat, wird die auch los. Das sind vor allem Dinge, die man eben nur auf der Messe bekommt. Die Klamotten- und Lederwarenhändler kommen gern, weil ihre Sachen gekauft werden.

Könnte man dann nicht etwas für eine schönere Atmosphäre an der Mühlenstraße tun? Auf viele Besucher wirkte sie eher abschreckend.

Klar, am Kirchplatz herrscht natürlich eine ganz andere Stimmung, da wo Buden und Fahrgeschäfte dicht zusammenstehen und alle Lichter leuchten. Aber eine Händlerstraße ist nun mal kein blink-blink.

Und die großen Lücken zwischen den Ständen? Das wirkt, als habe man nicht genug Händler finden können.

Jeder mögliche Stellplatz ist ausgebucht. Es sind die Sicherheitsbestimmungen, die zu den Lücken führen. Vor Restaurants und dem Ärztehaus müssen Fluchtwege bleiben. Oder an der Brennerstraße, da wohnen Senioren, die man im Notfall mit einer Drehleiter aus dem Haus holen muss. Zudem sollen ja auch die Geschäftsleute in das Messegeschehen integriert sein. Da kann man ihnen nicht den Ladeneingang verbauen.

Was wäre denn, wenn man auf die Mühlenstraße als Händlerstraße verzichten würde?

Wir denken durchaus darüber nach. Was uns dann verloren ginge, wäre der schöne Rundgang, den unsere Messe bietet. Wir wollen nicht, dass Messe-Sackgassen entstehen. Aber man könnte sich zum Beispiel eine Gewerbeschau an nur zwei Tagen vorstellen, oder, was auch sehr angesagt ist, eine Food-Meile.

Ja, die Burger-Schmiede an der Brennerstraße kam wirklich gut an.

Man muss allerdings sehr vorsichtig sein mit Veränderungen an einem Traditionsfest wie unserer Messe. Wenn man da am falschen Rad dreht und einfach nur dem Zeitgeist folgt, macht man viel kaputt. cok




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