weather-image
Rintelner Frauentreff

Frauentreff will Fokus auf Alltagsthemen legen

RINTELN. Frauen mit Migrationshintergrund will der interkulturelle Frauentreff im Familienzentrum nun Themen, die für das Leben in Deutschland wichtig sind, stärker näher bringen. Wöchentlich findet am Donnerstag von 10 bis 12 Uhr ein Kurs mit unterschiedlichen Themen statt.

veröffentlicht am 04.12.2018 um 11:37 Uhr

Der Frauentreff ist künftig stärker dafür da, um geflüchteten Frauen mehr Hilfestellung im Alltag zu geben. Foto: lm

Autor:

LUISA MAHN

RINTELN. In Rinteln leben derzeit 2390 Migranten, etwa 560 davon sind Geflüchtete, zehn (im Jahr 2017) bis 35 (in 2015) Prozent davon sind Frauen. Ihnen will der interkulturelle Frauentreff im Familienzentrum nun Themen, die für das Leben in Deutschland wichtig sind, stärker näher bringen.

Die Gruppe, die hinter diesem Angebot steht, wird durch die städtische Integrationsbeauftragte Juliane Rohlfing geleitet. Wöchentlich findet am Donnerstag von 10 bis 12 Uhr ein Kurs mit unterschiedlichen Themen statt.

„Normalerweise haben wir immer einen Nähkurs angeboten, aber man merkt deutlich, dass die Frauen mit alltäglichen Themen noch nicht zurechtkommen“, erklärt Rohlfing die Änderung. Und nennt ein Beispiel: „Letztens haben wir mit den Frauen am Bahnhof geübt, ein Ticket zu ziehen. Viele haben Verwandtschaft außerhalb und sollen schließlich die Möglichkeit haben, diese zu besuchen.“

Juliane Rohlfing ist vor allem wichtig, dass die Frauen alltägliche Dinge verstehen und nachvollziehen zulernen. Ein wichtiger Punkt sei da etwa die Haftpflichtversicherung. ‚Manche Frauen kennen diese gar nicht, weil es sie in ihren Ursprungsländern nicht gibt.“

Jüngst haben die Frauen beispielsweise die Grundlagen der Ersten Hilfe kennengelernt. Die Notfallsanitäter Sara-Lee Winkler und Tobias Blazek aus Bückeburg haben dabei geholfen und Materialien – wie eine Puppe oder eine Rettungsdecke – zur Verfügung gestellt. Daran konnten die Frauen üben, wie eine Herzmassage funktioniert und wie oft man einen ohnmächtigen Menschen beatmen muss.

Im Anschluss erklärte Kornelia Budde von der Stiftung für Rinteln den Frauen die Funktion einer sogenannten Notfalldose. Diese enthält einen Zettel, auf dem die Frauen ihre Namen, Nationalitäten, Medikamente und vieles mehr eintragen können. Damit ist dem Rettungsdienst in einem Notfall geholfen.

„Wenn man Krankheiten wie Diabetes habt, kann der Rettungsdienst schnell auf den Zettel schauen und weiß, was er in diesem Fall für Medikamente verabreichen muss“, erklärte Budde. Mithilfe von Aufklebern, welche an der Innenseite der Wohnungstür und am Kühlschrank befestigt werden, wird den Rettungssanitätern gezeigt, wo die Dosen stehen. Dadurch herrscht, unabhängig von Herkunft oder Sprache, Klarheit bei einem so wichtigen Thema, und: „Wir überwinden die Sprachbarriere“, so Rohlfing.

Ähnlich ist es mit der sogenannten Notfallkarte des DRK, die ebenfalls mit persönlichen Daten ausgefüllt und dann in der Handtasche mitgenommen wird. VHS-Dozentin Yvonne Möller zeigt den geflüchteten Frauen, wie die Karte ausgefüllt wird. Um ihnen bei verschiedenen anderen Themen zu helfen – etwa: richtig heizen, Feuerlöscher benutzen oder welche Notfallnummern wichtig sind – verteilte Juliane Rohlfing den sogenannten Help-Guide. Hierbei handelt es sich um einen Bogen mit QR-Codes. Diese kann man per Handykamera scannen, sodass auf dem Smartphone Videos aufgerufen werden, die Alltagsdinge erklären – und zwar ohne Sprache.

Interesse: Geflüchtete Frauen sind dazu eingeladen, an den Kursen im Familienzentrum, Ostertorstraße 2, teilzunehmen.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare