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„Das ist erst der Anfang!“

„Fridays for Future“ am Ernestinum: Schüler streiken fürs Klima

Seit Monaten bestreikt die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg freitags die Schule, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Immer mehr Menschen folgten ihrem Beispiel, es entwickelte sich die Bewegung „Fridays for Future“. Und die hat am Freitag erstmals auch in Rinteln Fuß gefasst.

veröffentlicht am 15.03.2019 um 15:03 Uhr
aktualisiert am 15.03.2019 um 18:00 Uhr

„Das Klima - aussichtsloser als unser Abi“ ist eines von vielen Plakaten, die bei der Demo gezeigt wurden. Fotos: jaj

Autor:

Jessica Rodenbeck

RINTELN. „Eigentlich ist es traurig“, beginnt Anouk Wersinski. „Es ist traurig, dass es Schülerbewegungen wie diese braucht, um die Erwachsenen wach zu rütteln. Um ihnen zu zeigen, wie wichtig uns unser Planet und unsere Zukunft sind“. Vor der Neuntklässlerin stehen mehrere Hundert Schüler, strecken ihre Plakate in den Himmel und lauschen still ihren Worten. „Wollt Ihr, dass Eure Kinder Euch später fragen, was ein Schneemann ist?“, fährt Alina Kohlwig fort. „Wenn wir nichts tun, wird es nämlich bald keinen Schnee mehr geben. Es ist höchste Zeit, dass wir etwas ändern!“

Und damit haben die Schüler des Ernestinums am Freitag begonnen. Anlässlich der „Fridays for Future“ (deutsch: Freitage für die Zukunft), im Rahmen derer wieder junge Menschen in mehr als 100 Staaten streikten, um auf die Probleme der Umwelt hinzuweisen, erhoben auch die Gymnasiasten ihre Stimmen. Nach der Rede der beiden Neuntklässlerinnen zogen sie in einem Demonstrationszug los. Rufe wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“, schallten über den Schulhof.

Die Aktion am Ernestinum war sehr kurzfristig auf die Beine gestellt worden. Erst am Donnerstagmittag traf die Schülervertretung nach einer Anregung von Alina Kohlwig die Entscheidung, am Freitag aktiv zu werden - zu spät für eine große Aktion. Der eigentlich geplante große Demonstrationszug durch die Stadt konnte nicht durchgeführt werden. Das Ordnungsamt habe diesen so kurzfristig nicht genehmigt, erzählt Schülersprecher Paul Wrosch. Daher beschränkten die Schüler ihren gestrigen Protest auf das Gelände des Gymnasiums.

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Alina Kohlwig (v.r.) und Anouk Wersinski mit Zoe Mühlenhoff von der Schülervertretung.

„Das war aber erst der Anfang“, versichern sowohl Wrosch als auch Alina . „Wir wollen bald eine noch größere Aktion machen, bei der dann auch die Rintelner Bürger mehr davon mitbekommen“, erläutert Kohlwig. „Dann vielleicht sogar in Zusammenarbeit mit der IGS“, hofft Anouk Wersinski.

André Sawade, Schulleiter des Ernestinums, begrüßt, dass die Schüler sich engagieren. „Ich finde es lobenswert, dass die Jugend uns aufzeigt, das unser heutiges Handeln Konsequenzen hat“ sagt er. Der häufig geäußerten Ansicht, dass die jungen Leute die Demonstration nur nutzen würden, um den Unterricht zu schwänzen, stimmt er nicht zu. „Wenn die Schüler jetzt jeden Freitag sagen würden ,Wir klemmen die 5. und 6. Stunde und gehen nach Hause’ – das wäre schwänzen“, beschreibt er.

Hier liege der Fall jedoch ganz anders: Seit in den sozialen Medien bekannt wurde, dass sich auch das Ernestinum am „Friday for Future“ beteiligt, seien die Themen Zukunft und Umwelt das beherrschende Thema in der Schule – auf den Fluren und im Unterricht. Die Schüler würden sich intensiv und aus eigenem Antrieb mit den Hintergründen der „Fridays for Future“-Aktion und dem klimawandel auseinandersetzen. „Für mich ist das kein Unterrichtsausfall, sondern eine Unterrichtserweiterung!“.

Fridays for Future am Gymnasium Ernestinum

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Quelle: jaj



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