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Grundstücksbesitzer wirft Stadt Missbrauch seines Grundstücks vor

Für Baumaßnahme widerrechtlich Zutritt verschafft?

RINTELN. Ein Rintelner Grundstücksbesitzer wirft der Stadt Missbrauch seines Grundstücks vor. Eine Baufirma ist offenbar mit schwerem Gerät auf sein Grundstück gerollt, um dort Betonrohre zwischenzulagern.

veröffentlicht am 19.11.2018 um 16:55 Uhr
aktualisiert am 19.11.2018 um 19:50 Uhr

Bagger und Betonrohre seien auf seinem Grundstück zwischengelagert worden, moniert André Franck. Foto: jak
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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RINTELN. André Franck ist sauer. Der Eigentümer eines Grundstücks in der Straße „Im Tiergarten“ in Schaumburg wirft der Stadt vor, sich widerrechtlich Zutritt zu seinem Grundstück verschafft zu haben, um Rohre auf einem daneben verlaufenden Weg verlegen. Trotz wiederholter Aufforderung habe die Stadt nicht zeitnah reagiert, sondern die Baumaßnahme – für deren Durchführung sie zwangsweise über sein Grundstück fahren musste – einfach zu Ende durchgeführt. Bauamtsleiter Andreas Wendt sieht kein Fehlverhalten der Stadt. Doch was war passiert?

Zur Entwässerung eines hangaufwärts liegenden Waldstücks wollte die Stadt auf etwa 18 Meter an einem Feldweg Betonrohre mit einem Durchmesser von 300mm verlegen. Eigentlich eine Routinemaßnahme. Allerdings befürchtete André Franck von Anfang eine Beeinträchtigung seines Grundstücks bei Starkregenfällen. Nach Gesprächen mit der Stadt beauftragte er daher privat einen Sachverständigen, ein Gutachten zu erstellen. Dieser habe seine Befürchtung bestätigt. Er habe das dann der Stadt mitgeteilt.

Noch am gleichen Tag habe sich aber eine Baufirma im Auftrag der Stadt widerrechtlich Zutritt zu seinem Grundstück verschafft, um die Rohre zu verlegen. Und zwar, indem sie einer Anwohnerin, die für Notfälle einen Schlüssel für das Tor besitzt, weismachten, das alles Geschehe in Absprache mit ihm. „Der Anwohnerin kam das dann aber spanisch vor und sie rief mich an“, berichtet Franck.

Mit schwerem Baugerät sei die Firma auf sein Grundstück gerollt und habe die Betonrohre dort zwischengelagert. Mit dem Bagger habe sie danach die Rohre über den Zaun gehoben, um sie auf städtischem Grund zu verlegen. „Ich habe sofort bei der Stadt angerufen und sie aufgefordert, mein Grundstück sofort zu verlassen“, so Franck. Das habe man ihm auch zugesichert. Noch anderthalb Stunden später sei das aber nicht geschehen.

Auch am folgenden Tag wurde die Maßnahme fortgesetzt. Zwar nicht mehr vom umzäunten Teil seines Grundstücks. Aber auch, um überhaupt auf den Feldweg zu gelangen, müsse der Bagger über Francks Grund fahren.

Bauamtsleiter Wendt betonte auf Anfrage unserer Zeitung, nach seiner Erkenntnis sei die Maßnahme „in Abstimmung mit dem Betroffenen“ durchgeführt worden. Franck verneint das vehement.

Bei der konkreten Baumaßnahme sieht Wendt die Stadt nicht in der Verantwortung. „Wenn die Baufirma sich widerrechtlich den Schlüssel besorgt hat, dann kann ich dazu nichts sagen.“ Die Stadt mache „das selbstverständlich nicht ohne Zustimmung des Eigentümers“.




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