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Über 30 Interessierte kommen

Große Resonanz bei Infoabend in Steinberger Schule

STEINBERGEN. Klassenzimmer, Tafeln, Holzstühle: Als die interessierten Eltern zum ersten Infoabend in die Steinberger Schule kommen, sieht es schon wieder fast nach Unterricht aus. Der Trägerverein „Bildungs-Raum Schule“ hatte eingeladen. Entsteht bald eine Freie Schule in Steinbergen?

veröffentlicht am 11.10.2018 um 12:56 Uhr
aktualisiert am 11.10.2018 um 19:30 Uhr

Karin Gümmer (v.l.), Josef Köhler, Stefan Wolf und Nicole Reichelt stellen sich in Steinbergen den Fragen der Anwesenden. Foto: Momo

Autor:

Maurice Mühlenmeier

STEINBERGEN. Die Vision „Freie Schule“ begreifbar und verständlich machen, das war das Ziel des ersten Infoabends des Trägervereins „Bildungs-Raum Schule“ am Montagabend im Steinberger Schulgebäude. Am möglichen zukünftigen Schulstandort kam man gleich in die richtige Stimmung: Tafel an der Wand, winzige Holzstühlchen, ein Klassenzimmer eben. Oder ein „Lernort“ wie es hier in Zukunft heißen soll.

Im Vorfeld hatte das Initiatorenteam kaum Erwartungen an den Abend gestellt: „Wir konnten absolut nicht einschätzen, wie viele Leute kommen würden“, so Karin Gümmer, Beirätin des Vereins. Auch die momentan laufenden Herbstferien hätten den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung machen können. Als die Veranstaltung um 19.30 Uhr begann, eingeleitet von – wie könnte es anders sein – der Schulglocke, waren aber über 30 Menschen gekommen. Auf den winzigen Stühlen sitzend, schien es fast, als wäre endlich wieder eine vollzählige Schulklasse in Steinbergen zusammengekommen.

Nicole Reichelt, zweite Vorsitzende, und Gümmer fanden einige einleitende Worte. Denn im Zentrum des Abends stand der Besuch von Josef Köhler und Stefan Wolf. Sie beide sind seit 2015 erfolgreiche Gründer einer freien Schule in Detmold. Was als Lesung angekündigt wurde, wurde bald zu einem lebendigen Dialog. „Eine Schulgründung ist ein Lebenswerk“, stellt Wolf fest. Er selbst studierter Theologe und Pfarrer, ist nun langjähriger Geschäftsleiter der Peter-Gläsel-Stiftung. Köhler ist Leiter des „Instituts für Bildungskunst“.

Den Experten werden klassische Fragen gestellt wie: Gibt es Noten? Gibt es Fächer? Gibt es überhaupt richtige Klassen? Richtige Jahrgänge? Und schnell wird klar, dass Gümmer recht hat, wenn sie sagt: „Das ist ein Experiment!“ Für dieses Experiment brauche es Vertrauen, machen die Gäste klar. Vertrauen zu dem Trägerverein, Vertrauen zu den Lehrkräften. „Aber auch und vor allem Vertrauen in die Kinder“, so Köhler. „Kinder wollen lernen. Sie wollen die Welt begreifen“, fügt Wolf an. Und es funktioniere: „Unser Schulmotto lautet: ‚Endlich Montag‘.“ Das hätten die Kinder selbst gewählt. Das Konzept ziele darauf ab, Kinder nicht einfach nur Informationen zu vermitteln, sondern ihnen Zusammenhänge im Kontext mit ihrer Umwelt begreifbar zu machen. Aus Geometrie wird am Ende ein Tisch, aus Aufsätzen ein Theaterstück.

Ortsratsmitglied Jens Wienecke zeigt sich nach der Veranstaltung zufrieden: „Man hat an dem regen Interesse gemerkt, dass eine solche Alternative fehlt!“ Er ist der Meinung, hier sollte man Hilfen vonseiten der Stadt und der interessierten Eltern zuteilwerden lassen – und auch materiell unterstützen. Auch Sascha Gomolzig ist sich sicher: „Hier werden die Eltern stark mit eingebunden werden.“ Seitens des Ortsrates begrüße man nach wie vor eine Belebung des Ortskerns.

Man brauche Kooperationen, freiwillige Helfer, Menschen, die sich einbringen in irgendeiner Form, ermunterte auch Nicole Reichelt zum Mitmachen: „Nur so kann das funktionieren.“




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