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Zuerst Abriss für Antennen-Neubau

Großprojekte gehen voran: Förderbescheid und Abriss in Krankenhagen

KRANKENHAGEN. Zeitweise hat man in Krankenhagen schon nicht mehr daran geglaubt, dass es im Bürgerhaus auch Räume für eine Arztpraxis geben wird. Doch jetzt wird es Realität: Der Förderbescheid für die geplante Arztpraxis ist endlich da. Währenddessen wird am Kirchanger schon das alte Raiffeisen-Gebäude abgerissen.

veröffentlicht am 21.04.2019 um 11:20 Uhr
aktualisiert am 23.04.2019 um 13:07 Uhr

Lange hat es gedauert, doch jetzt sind die Förderbescheide für die Arztpraxis und für das Bürgerhaus endlich da. Währenddessen werden die ehemaligen Raiffeisen-Hallen am Kirchanger schon abgerissen. Foto: wm

Autor:

Hans Weimann und Marieluise Denecke
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KRANKENHAGEN. Zeitweise hat man in Krankenhagen schon nicht mehr daran geglaubt, dass es im Bürgerhaus auch Räume für eine Arztpraxis geben wird. Zu groß waren die Widerstände. Doch jetzt wird es Realität: Am kommenden Dienstagnachmittag will Heike Fliess vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser ganz offiziell den Förderbescheid über 234 000 Euro an Bürgermeister Thomas Priemer und Vertreter der Gemeinde Krankenhagen übergeben.

Saskia Gähring von der Presseabteilung des Amtes in Hildesheim erläuterte den Hintergrund dieser Fördermaßnahme: „Das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL) unterstützt den ländlichen Raum mit Beratung und Fördergeldern. Es werden gemeinsam mit Kommunen und Bürgern Ideen und Konzepte vorangebracht, die die Region Leine-Weser zukunftsfähig aufstellen sollen.“

Die Gelder für Krankenhagen kommen aus dem Programm „Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung“ (ZILE) der Europäischen Union. ZILE bildet den Grundstein für eine erfolgreiche und nachhaltige Förderpolitik für den ländlichen Raum.

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Die alten Raiffeisen-Gebäude werden abgerissen; hier soll das neue Bürgerhaus künftig stehen. Foto: tol

Ein Schwerpunkt hierbei ist die „Dorfentwicklung“. Bei der geplanten Arztpraxis für Krankenhagen handelt es sich um einen eingeschossigen, barrierefreien und 120 Quadratmeter großen Anbau. Mit dem Anbau soll die Möglichkeit einer Ansiedlung eines Arztes auf einen freien Kassenarztsitz geschaffen werden.

So könnte die Versorgung mit Hausärzten in der Weserstadt verbessert werden. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen gäbe es für das gesamte Rintelner Stadtgebiet noch Kapazität für drei Hausärzte. Derzeit weist Rinteln eine Versorgungsquote von 93,9 Prozent auf und ist so laut gesetzlicher Bedarfsplanung leicht unterversorgt. Die optimale Versorgung liegt bei 100 Prozent. Unterversorgung herrscht ab 75 Prozent.

Das Bürgerhaus selbst ist insbesondere für Vereinstätigkeiten, Versammlungen, Veranstaltungen und Gesundheitssport geplant. Durch die oben genannte Maßnahme käme der Bereich der medizinischen Versorgung dazu.

Mit dem Projekt werden aus Sicht des Amtes folgende Ziele verfolgt: Die Daseinsvorsorge in der Region sichern, über gemeinschaftliche Aktivitäten den Gemeinschaftssinn und die Identität mit der Region stärken und die kulturellen Angebote sowie Freizeit- und Sportaktivitäten in der Region ausweiten.

Ortsbürgermeister Gerald Sümenicht zeigt sich im Gespräch mit dieser Zeitung „begeistert“ über den Förderbescheid für die Arztpraxis: „Ich bin hoch erfreut, dass es vorangeht.“ Bis zu diesem Zeitpunkt hätten die Projekte Bürgerhaus und Arztpraxis „lange gedauert“ – „aber jetzt geht es in Riesenschritten voran.“

Seine Hoffnung ist, dass nun beide großen Bauvorhaben – das Bürgerhaus und die Arztpraxis – ungefähr zur gleichen Zeit angefangen und fertiggestellt werden können. Nicht, dass das eine Bauprojekt abgeschlossen ist und das nächste dann erst angefangen wird. „Wir hoffen, dass alles in einem Bauabschnitt erledigt werden kann“, so Sümenicht. Alle Projekte „stehen schließlich in einem Zusammenhang.“ Derzeit sehe es gut aus, der Förderbescheid sei ein „sehr gutes Ergebnis“.

Die Förderung für das Bürgerhaus in Höhe von rund 470 000 Euro war Ende vergangenen Jahres vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser genehmigt worden (wir berichteten). Dies geschah auch durch Mithilfe des heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Dirk Adomat. „Er hat die Dinge vorangebracht“, zeigt sich Sümenicht dankbar.

Wie die Projekte vorangehen, kann auch jeder sehen, der am künftigen Bauplatz des Bürgerhauses vorbeigeht: Der Abriss der Gebäude auf dem Volksbankgelände hat inzwischen begonnen, zunächst bei den ehemaligen Raiffeisenhallen. Hier wird Platz geschaffen für den Bau eines neuen Mobilfunk-Antennenturmes.

Bei der Stadt geht man davon aus, dass auf dem Raiffeisengelände noch Altlasten liegen. Hier ist früher Diesel getankt worden, Flüssigdünger und weitere chemische Stoffe verladen worden. Volksbank-Marktbereichsleiter Ansgar Haverkamp betonte auf Anfrage: Das sei alles bestens dokumentiert; selbstverständlich werde man der Stadt den Grund und Boden hier baufertig übergeben.




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