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Umwelttag Naturpark Weserbergland in Strücken

Heidestrolche wissen jetzt, wie man Wildbienen helfen kann

STRÜCKEN. „Bienen? Hilfe, die stechen doch!“ Das sei oft die erste Reaktion, wenn er in Schulen und Kindergärten etwas über Haus- und Wildbienen erzähle, sagt Albrecht Trenz. Er führt ein eigenes Umweltbüro und war gerade im Rahmen der Umwelttage Naturpark Weserbergland bei den „Heidestrolchen“ im Waldkindergarten Strücken zu Besuch.

veröffentlicht am 11.06.2018 um 15:14 Uhr
aktualisiert am 11.06.2018 um 18:12 Uhr

Umweltexperte Albrecht Trenz (5. v. li.) besuchte den Waldkindergarten in Strücken. Foto: cok
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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STRÜCKEN. „Bienen? Hilfe, die stechen doch!“ Das sei oft die erste Reaktion, wenn er in Schulen und Kindergärten etwas über Haus- und Wildbienen erzähle, sagt Albrecht Trenz. Er führt ein eigenes Umweltbüro und war gerade im Rahmen der Umwelttage Naturpark Weserbergland nicht nur bei den „Waldzwergen“ (wir berichteten), sondern auch bei den „Heidestrolchen“ im Waldkindergarten Strücken zu Besuch. Die Kleinen dort zeigten sich sehr aufgeschlossen und wussten schon allerlei Dinge über die Arbeit der Bienen und ihre Bedeutung für die Natur.

Eines der kleinen Mädchen konnte sogar sagen, was es mit „Propolis“, dem schützenden Wachs, das Bienen herstellen, auf sich hat. Ihr Großvater ist nämlich Imker und hat sie schon oft zu seinen Bienenstöcken mitgenommen. Auch die anderen Kinder sind sehr naturverbunden, leben sie doch täglich viele Stunden auf ihrem Waldgrundstück und erkunden dort unter der Leitung von Milena Branahl und ihrem Team die Umgebung. Niemals würden sie auf die Idee kommen, dass Lebensmittel in Supermarktregalen „wachsen“.

Er habe bei seinen bundesweiten Besuchen in Hunderten von Schulen schon so viele Kinder kennengelernt, die überhaupt noch nie im Wald gewesen seien, erzählte Trenz. Wenn er die frage, was es denn mit der Bestäubung von Pflanzen auf sich hat, hätten selbst die älteren von ihnen oft keine Ahnung oder würden denken, die Bienen brächten dafür Honig zu den Blüten. Natürlich konnten auch die „Heidestrolche“ viel von dem Umweltfachmann lernen. Nachdem Trenz ihnen am Vormittag über die Honigbienen erzählt und erklärt hatte, dass man sie schützen und fördern muss, damit sie ihre wertvolle Bestäubungsarbeit leisten können, ging es am Nachmittag um die Wildbienen.

Ein Junge wusste gleich, dass auch die Hummeln zu den Wildbienen gehören. Mindestens genauso wichtig für die Bestäubung von Bäumen und Pflanzen sind dazu die Mauerbienen, von denen es insgesamt etwa 50 Arten gibt. Da auch sie es in einer industrialisierten Landwirtschaft und ökologisch verarmten Landschaften schwer haben zu überleben, zeigte Trenz den Kindern, wie man Nisthilfen für diese Tierchen bauen kann. Dafür hatte er zunächst einen Bildschirm unter den Bäumen aufgebaut, auf dem man sehen konnte, wie die Mauerbienen Schilfrohr oder leere Holunderzweige für ihren Nachwuchs vorbereiten.

Dadurch wurde allen klar, wie viel Mühe diese Insekten, die nur wenige Wochen Lebenszeit haben, dabei aufwenden. Sie bauen sechs Kammern, alle durch Wände getrennt und mit gesammelten Vorräten an Nektar und Pollen gefüllt. Eine der Mittelkammern ist leer, damit Räuber denken, es seien keine Larven mehr da, die sie fressen können. Je aufgeräumter Gärten und Landschaften sind, desto weniger Nistplätze finden die Wildbienen. Da die „Heidestrolche“ jetzt aber Mini-Insektenhotels aus Schilfröhrchen bastelten, konnten sie höchstpersönlich zu einer kleinen Verbesserung der Lage beitragen.

Die Umwelttage des Naturparks Weserbergland werden von der Firma „Kaufland“ finanziell und organisatorisch unterstützt. Sie ist Kooperationspartner der über hundert Naturparks in Deutschland und wird auch weiterhin solche umweltpädagogischen Aktionen fördern. Bürgermeister Thomas Priemer schaute auch am Wildbienen-Nachmittag vorbei. Er könne sich gut vorstellen, dass zu den bisher zwei Waldkindergärten im Rintelner Einzugsgebiet in den nächsten zwei bis drei Jahren noch ein weiterer eröffnet werde.

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