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Ehrenamtliche und Finanzen ein Problem

Hospizverein Rinteln: Sterbende in Corona-Zeit nicht allein lassen

RINTELN. Auch soziale Institutionen wie der Hospizverein Rinteln, der sich um todkranke Menschen und ihre Angehörigen kümmert, leiden unter der Corona-Pandemie. Viele Familien trauen sich nicht, die Dienste des Vereins in Anspruch zu nehmen. Auch Ehrenamtliche und Finanzen können ein Problem werden:

veröffentlicht am 27.11.2020 um 00:00 Uhr

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Reporterin zur Autorenseite

RINTELN. Neben all den Vereinen rund um Freizeit und Sport müssen auch soziale Institutionen wie der Rintelner Hospizverein momentan in Pandemie-Zeiten viele direkte Kontakte unterbinden. Das bleibt aber auch für die Vereine nicht ohne Folgen – im Gegenteil: „Wir machen uns Sorgen um die Zukunft“, meint die Erste Vorsitzende Ingeborg Schumer. Sie fürchtet, dass sowohl potenzielle Ehrenamtliche als auch todkranke Menschen aktuell zu wenig von der so wichtigen Arbeit der Sterbebegleitung mitbekommen.

Letztens habe ein Arzt bei ihr angerufen, um mit ihr die Sterbebegleitung für eine Patientin abzusprechen. Die Angehörigen selbst hätten sich das wegen Corona nicht getraut.

„Dabei können und müssen diese Begleitungen weiterlaufen“, so Schumer. „Wir dürfen die Betroffenen nicht allein lassen.“ Mit entsprechenden Hygienevorkehrungen sei das durchaus möglich, sie selbst betreue aktuell zwei alte Menschen.

Wegen der Corona-Pandemie könnte jedoch auch die Finanzierung der Vereinsarbeit zum Problem werden. Zwei Koordinatorinnen sind mit jeweils 25 Wochenstunden beim Rintelner Hospizverein fest angestellt. Die Bezahlung schießt der Verein vor, normalerweise wird sie anderthalb Jahre später nach einem gewissen Punktesystem rund um Anzahl von Ehrenamtlichen und geleisteten Sterbebegleitungen von der Knappschaft rückerstattet.

„Noch haben wir genug ehrenamtliche Mitarbeiterinnen“, so Schumer.

Da aber alle Informationsveranstaltungen derzeit ausfallen, könnte es mit Nachwuchs schwierig werden. Immerhin – der Hospizverein hofft auf kulante Ausgleichszahlungen, die sich an der Arbeit im Jahr 2019 orientieren. „Sonst sähe es nicht gut aus für uns“, sagt sie.

24 Stunden täglich sind die Mitarbeiterinnen des Hospizvereins Rinteln für Notfälle erreichbar, unter der Nummer (01 78) 1 65 75 01.

Wer sich für die Schulung zum Sterbebegleiter entscheiden will und hierzu eventuell noch Fragen hat, wählt den Kontakt über die Nummer (0 15 77) 1 56 75 03.




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