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Entscheidungsträger im Interview: Heute Todenmanns Ortsbürgermeister Uwe Vogt

„Ich möchte Einfluss nehmen“

Todenmann. Uwe Vogt hat sich schon immer für sein Dorf engagiert – erst als Ortsbrandmeister und dann als Politiker. Weil er als erster Mann der Ortsfeuerwehr Todenmann einen großen Bekanntheitsgrad besaß, wurde er auf Anhieb in den Ortsrat gewählt. Zehn Jahre später folgte die Wahl zum Ortsbürgermeister. In der Interviewreihe über die ersten Entscheidungsträger in den Ortsteilen hat Redakteur Peter Blaumann mit Uwe Vogt gesprochen.

veröffentlicht am 30.12.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:22 Uhr

Sie gehören seit drei Jahren dem Rat der Stadt Rinteln und seit 18 Jahren dem Ortsrat Todenmann an, sind seit acht Jahren Ortsbürgermeister und haben damit seit vielen Jahren für Ihr Dorf Verantwortung übernommen. Wie sind Sie zur Politik gekommen, und was hat Sie bewogen, sich in der Politik zu engagieren?

Im Jahr 1996 war ich Ortsbrandmeister von Todenmann und hatte damit schon Verantwortung für das Dorf übernommen. Aber ich wollte auf anderer Ebene noch mehr erreichen. Eine Möglichkeit war, als gewählter Vertreter der Bürgerinnen und Bürger Einfluss auf die Belange meines Wohnortes zu nehmen. Deshalb ließ ich mich als Kandidat der CDU aufstellen. Da ich im Ort einen großen Bekanntheitsgrad hatte, wurde ich auf Anhieb in den Ortsrat gewählt.

Wie hat sich in den acht Jahren als Ortsbürgermeister die politische Arbeit im Ortsrat verändert?

Die Ortsräte wurden im Laufe der Zeit personell verkleinert. Der Ortsrat Todenmann hat nur noch sieben Mitglieder. Dadurch sind viel Arbeit und Verantwortung auf nur wenige Schultern verteilt. Die Ortsräte haben in vielen Dingen zwar Anhörungsrecht und Mitspracherecht, aber Entscheidungsrecht haben sie nur einmal im Jahr – bei der Verteilung von Geldern für Vereine und Institutionen.

Wie viel Zeit investieren Sie in die politische Arbeit?

Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Wenn die Arbeit Spaß macht, denkt man nur selten über die zeitliche Belastung nach. Aber etwa zehn Stunden in der Woche sind es sicherlich.

Kommt das Familienleben nicht zu kurz? Wünschen sich Ihre Frau und Kinder nicht mehr Zeit für gemeinsame Aktivitäten?

Da meine Kinder 26 und 31 Jahre sind, bleibt genügend Zeit für Familie und Hobby. Zumal ich als ehemaliger Berufssoldat schon im Ruhestand bin.

Sie sind nun acht Jahre Ortsbürgermeister. Wie sieht Ihre Erfolgsbilanz aus? Welche Ziele konnten Sie realisieren?

Gemeinsam mit dem Ortsrat und den Ortsvereinen haben wir den Kirschenrundwanderweg geschaffen, alte Kirschensorten angepflanzt, den Sportplatz der Ortsfeuerwehr und der neuen Bogensparte des TSV Todenmann zur Verfügung gestellt und die Feuerwehr ist in die alte Schule umgezogen.

Ist es nicht manchmal frustrierend, wie wenige Maßnahmen, Projekte und Wünsche zum Wohle des Dorfes tatsächlich realisiert werden können?

Viele Projekte konnten aus den verschiedensten Gründen nicht realisiert werden. Die Schließung der Schule wurde aufgrund der permanent sinkenden Schülerzahlen nicht verhindert. Von der Schließung der Sparkassen-Filiale sind wir überrascht worden.

Die Installation eines Spiegels im Bereich der Kreuzung Alte Poststraße und Hauptstraße wurde mehrfach abgelehnt.

Abgelehnt wurde auch der Antrag auf Einrichtung einer Bedarfsampel vor der Gaststätte Zur Linde. Der Antrag wurde gestellt, weil die Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Klasse jetzt mit dem Bus nach Rinteln fahren müssen.

Die Pläne, einen Dorfladen zu eröffnen, mussten wieder in die Schublade gelegt werden, weil es an Flächen für Parkplätze mangelt.

Wenn Dinge, die für das Dorf von großer Wichtigkeit sind, nicht realisiert werden können, das ist schon sehr frustrierend.

Wenn Sie mal wieder Kraft tanken müssen, wie gelingt Ihnen das?

Neue Energie und Kraft tanken kann ich im Urlaub mit meiner Frau und mit Gesprächen mit Freunden und den Nachbarn. Auch die Arbeit mit meinen Pferden ist für mich Erholung pur.

Welche Ziele haben Sie noch als Ortsbürgermeister für Todenmann?

Dazu zähle ich den Neubau der Landesstraße 441 durch den Ort mit Fuß- und Radweg und den Bau einer neuen Feuerwehrfahrzeughalle. Des weiteren würde ich mich freuen, wenn es mir gelänge, junge Menschen für die Ortspolitik zu begeistern und sie Verantwortung übernehmen.

Wenn Sie Bürgermeister der Stadt Rinteln wären, worauf würden Sie Ihr Hauptaugenmerk legen, und welche Projekte würden Sie anschieben?

Zunächst einmal würde ich mein Hauptaugenmerk auf die Förderung der Wirtschaft legen. Arbeitsplätze sind der Motor einer gut funktionierenden Gemeinschaft. Ein weiterer Schwerpunkt wäre die Schulpolitik. Dorfschulen sollten erhalten werden. Das Ausbluten der Innenstadt in Bezug von einem breit gefächerten Angebot von Läden macht mir Sorgen. Hier müsste die Stadt tätig werden und neue Anreize schaffen.

Danke für das Gespräch.




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