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AWO-Beratungszentrum in Rinteln

Immer noch schwierig: Infos über Schwangerschaftsabbrüche

RINTELN. Ungewollte Schwangerschaften verhindern, gute Aufklärungsarbeit in Sachen Sexualität, Informationen über Schwangerschaftsabbrüche und ausreichende Vergütung für Hebammen: Um diese und mehr Themen ging es, als die SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers die Schwangerschaftsberatungsstelle in Rinteln besuchte:

veröffentlicht am 20.10.2020 um 17:07 Uhr

RINTELN. Im Rahmen ihrer Sommertour „Gemeinsam gut durch den Sommer“ besuchte die SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers die Schwangerschaftsberatungsstelle in Rinteln. Heidemarie Hanauske, Geschäftsführerin des AWO Kreisverbandes Schaumburg, begrüßte Völlers dazu in dem Beratungszentrum am Kirchplatz.

Die Schwangerschaftsberatungsstelle ist bereits seit 41 Jahren Anlaufpunkt für Frauen und Paare, die Fragen zur Schwangerschaft haben. „Dabei ist das Beratungsangebot stetig gewachsen, wie auch die Zahl der Mitarbeiterinnen. Was nicht zuletzt auch mit der sicheren staatlichen Finanzierung begründet ist“, sagt Hanauske.

Informationen rund um das Thema Schwangerschaft sind Inhalt der Beratungen. Fragen zu vorgeburtlichen Untersuchungen, finanziellen Hilfen und Verhütung werden hier beantwortet. Auch die gesetzlich vorgeschriebene Beratung vor einem Schwangerschaftsabbruch mit Beratungsschein ist möglich.

Im Gespräch mit den Beraterinnen erfuhr Völlers Wissenswertes über die besondere Lage im Landkreis Schaumburg. Zum einen gebe es keine Ärzte im Landkreis, die überhaupt Abbrüche durchführen. Zum anderen gleiche die Suche nach Informationen über abbruchdurchführende Mediziner der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen, denn es lassen sich nur ein Viertel der Mediziner öffentlich listen. Zu groß ist die Sorge vor Anfeindungen und Bedrohungen.

„Um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden, muss jeder über Verhütung informiert sein. Dabei spielt das Alter fast keine Rolle. Verhütung ist ein Thema, welches uns alle für eine lange Zeit unseres Lebens begleitet“, so Maren Kluzik, Sozialpädagogin im Beratungszentrum.

Fragen der Verhütung sind auch Teil der sexualpädagogischen Prävention. Diese Projekte haben das Ziel, den Jungen und Mädchen geschlechtssensibel und individuell zu begegnen sowie sexuell selbstbestimmte und gesundheitsförderliche Lebensweisen aufzuzeigen. Die sexualpädagogischen Projekte könnten auch oftmals die Lehrkräfte und Pädagogen an den Schulen in ihrer Arbeit unterstützen.

Völlers informierte sich zudem über den Bereich der Frühen Hilfen. Die Frühen Hilfen wenden sich besonders an Familien in Problemlagen und tragen dazu bei, dass Risiken für das Wohl und die Entwicklung des Kindes frühzeitig wahrgenommen und reduziert werden. Das Projekt „Einstieg ins Leben“ und das Angebot der Familienhebammen tragen präventiv dazu bei, eine Gefährdung des Kindeswohls abzuwenden.

Gerade der Anteil der schwangeren Frauen mit großen psychischen Belastungen sei in den letzten Jahren gestiegen. In diesem Zusammenhang und im Hinblick auf die Debatten um Kindesmissbrauch und Kindeswohlgefährdung sei es umso sinnvoller, die Präventionsarbeit der Frühen Hilfen gesetzlich stärker zu verankern.

Thema war auch, dass die Hebammen nun akademisch im Rahmen von Regelstudiengängen ausgebildet werden. Hier müsse dann auch eine entsprechende Vergütung erfolgen, betonte das Team der Schwangerenberatung. r




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