weather-image
22°

Ein Lächeln für korrektes Tempo

In Exten werden zwei Geschwindigkeitsmessanlagen installiert

EXTEN. Die Smileys kommen nach Exten, an jeden der beiden Ortseingänge an der Landesstraße. Wenn man der Statistik glauben darf, werden vor allem am Abend und an Wochenenden viele Autofahrer die heruntergezogenen Mundwinkel zu sehen bekommen, was bedeutet, sie sind zu schnell unterwegs.

veröffentlicht am 11.02.2019 um 15:39 Uhr
aktualisiert am 11.02.2019 um 19:50 Uhr

Die „Smileys“ sind da. Ortsbürgermeister Bernd Kirchhoff wartet darauf, dass sie der Rintelner Bauhof an der Landesstraße montiert. Foto: tol
Avatar2

Autor

Hans Weimann Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

EXTEN. Die Smileys kommen nach Exten, an jeden der Ortseingänge an der Landesstraße. Wenn man der Statistik glauben darf, werden vor allem am Abend und an Wochenenden viele Autofahrer die heruntergezogenen Mundwinkel zu sehen bekommen. Das bedeutet, sie sind zu schnell unterwegs. Außer dem „moralisch erhobenen Zeigefinger“ muss allerdings niemand weitere Folgen fürchten: Hier wird nicht geblitzt, sondern lediglich die gefahrene Geschwindigkeit angezeigt und per fröhlich oder traurig schauendem Smiley kommentiert.

Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereichs Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, hält diese Geschwindigkeitsmessanlagen trotzdem für sinnvoll. Die Praxis habe gezeigt, dass sich Autofahrer durchaus davon beeindrucken lassen. Sei es, weil sie den Tacho nicht im Auge hatten, sei es, weil sie für Passanten wie andere Autofahrer als „Schnellfahrer“ sichtbar werden. Soziale Kontrolle ist das Stichwort.

Wie der Extener Ortsbürgermeister Bernd Kirchhoff in der jüngsten Ortsratssitzung schilderte, seien die entsprechenden Anlagen bereits gekauft. Finanziert wurden sie zum einen aus Spendengeldern, zum anderen aus Ortsratsmitteln. Die Stadt habe versprochen, die Anlagen zu installieren. Die Technik sei teurer geworden als erwartet, weil es an den gewünschten Standorten keine Straßenlampen gebe, mithin keine Stromversorgung. Die stellen jetzt Solarzellen kombiniert mit einem Akku sicher, der aufgeladen wird, damit auch nachts Strom da ist. Wenn sich weitere Spender finden, lassen sich die Anlagen auch nachrüsten. Man könnte dann Daten über Geschwindigkeiten sammeln, auslesen und auswerten.

Schon bisher sei klar, meint der Ortsbürgermeister, vor allem nachts und an Wochenenden werde auf der Landesstraße zu schnell gefahren. Und Zählungen hätten gezeigt, so Kirchhoff, dass immer mehr Lastwagen auf der Strecke unterwegs sind. Warum, darüber darf man spekulieren.

Zunächst hatte die Landesbehörde darauf verwiesen, das liege am Brückenbau in Fuhlen und an der Sperrung der Landesstraße nach Bösingfeld. Beide Baustellen sind inzwischen aufgehoben, doch der Verkehr ist nicht weniger geworden. Anwohner berichteten in der Ortsratssitzung, es dauere eine gefühlte Ewigkeit, bis man mit dem Auto aus einer Einfahrt auf die Landesstraße kommt. Eine mögliche Erklärung für den steigenden Lkw-Verkehr könnten Mautflüchtlinge sein. Auch wenn sich auf der Autobahn der Verkehr staut, wählen viele den Umweg über die Landesstraße.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare