weather-image
18°

Warum die Indonesische Riesenkrabbe gekränkt war

Insekten-Ausstellung „Kleine Giganten“ geht auf Tournee

RINTELN. Sechs Monate lang war Museumsleiter Dr. Stefan Meyer zu einer Art Tierpfleger geworden. Die unzähligen Insekten und Spinnentiere der Ausstellung „Kleine Giganten“ mussten schließlich täglich gefüttert werden. Nun sind die Terrarien abgebaut und das normale Museumsleben geht weiter.

veröffentlicht am 03.05.2019 um 00:00 Uhr

Museumsleiter Dr. Stefan Meyer (links) zeigt Besuchern ein Insekt. Foto: cok
ri-cornelia2-0711

Autor

Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

RINTELN. Mehr als 7000 Besucher haben die fantastische Ausstellung gesehen. Durch die vielen Führungen auch für Kindergärten und Schulklassen hat Meyer alle Berührungsängste mit den Krabbeltieren verloren. Immer wieder nahm er größere Tierchen, die Fauchschabe, die lebhaften Stabheuschrecken oder den Vierhorn-Riesenkäfer, auf die Hand, damit Besucher die Scheu vor den „kleinen Giganten“ verlören. „Viele Kinder waren da weniger ängstlich als so mancher gestandene Mann“, sagt er.

Immer wieder musste er die Terrarien auch nach verstorbenen Tieren absuchen. „Manche der Käfer werden ja nur vier Monate alt.“ Und ganz nah konnten er und seine Mitarbeiterinnen verfolgen, wie sich aus Eiern und Larven erwachsene Exemplare entwickeln.

Richtig ans Herz gewachsen war ihm aber die Indonesische Riesenkrabbe. „Das war eine echte Persönlichkeit“, erzählt er. Die Krabbe erwies sich als besonders zutrauliches Tier, das sein Futter stets ganz behutsam mit den Scheren aus der ihm hingehaltenen Zange nahm und genüsslich verspeiste. Nachdem jedoch das Fernsehteam der Bingo-Sendung sich der Krabbe aufdrängte und ein Fachmann sie hin und her vor die Kamera gehalten hatte, zog sie sich immer gleich mit dem Futter zurück. „Ich glaube, da war sie gekränkt“, so Meyer.

Die Indonesische Riesenkrabbe war nach dem Besuch eines Fernsehteams „wirklich gekränkt“, wie der Museumsleiter erzählte. Foto: jan

Was ihn besonders erfreute: Nicht wenige Schulkinder, die einen Klassenausflug ins Museum gemacht hatten, kamen dann am Wochenende zusammen mit Eltern oder Großeltern erneut vorbei. „Das genau war Ziel dieser Ausstellung, dass Kinder und Jugendliche die Faszination der Insektenwelt erkennen und weitergeben, was sie gesehen und erfahren haben.“ Für ihn sei es das Schönste, wenn Kinder ihre Eltern ins Museum ziehen.

Die „Kleine Giganten“-Ausstellung, die von der Bingo-Stiftung gesponsert worden war, gehört dem Museum Eulenburg und geht nun auf die Wanderschaft, zunächst nach Lingen im Emsland. „Wir können stolz darauf sein, dass wir das einzige Museum in Niedersachsen sind, das eine eigene Wanderausstellung besitzt“, so Meyer.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare