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Ein zu Hause für Insekten aller Art

Insekten-Schaugarten steht kurz vor der Fertigstellung

RINTELN. Rintelns Insekten-Schaugarten steht kurz vor der Fertigstellung. Das Projekt „Melissa“ soll heimischen Insekten aller Art ein Zuhause bieten und die Öffentlichkeit aufklären. Es steht nahe am Generationenpark an der Extertalstraße. Jetzt sind letzte Arbeiten erledigt worden:

veröffentlicht am 06.06.2020 um 00:00 Uhr

RINTELN. Schlusssteine im wahrsten Sinne des Wortes konnten nun im kooperativen Projekt „Melissa“, dem derzeit entstehenden Insektenschaugarten in der Nähe des Rintelner Generationenparks an der Extertalstraße gesetzt werden: Die große Insekten-Nisthilfe in massiver Ständerbau-weise wurde von den Aktiven des Rintelner Naturschutzbunds (Nabu) Anke Schurtzmann und Dieter Aßbrock befüllt. Dabei war das Ausstatten der Nisthilfe für einzeln le-bende Wildbienen eine Herausforderung: Sechs große Fächer galt es mit geeignetem Nistmaterial für Mauerbiene, Scherenbiene & Co. zu füllen.

Da das von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderte Projekt sich auch zum Ziel setzt, den Besuchern möglichst viele Anregungen auch für eigene Projekte zum Schutz heimischer Wildbienen zu geben, wurde auf einen großen Variantenreichtum wert gelegt, wie der Nabu betont: Neben Nistziegeln aus Ton, in die Löcher zum Nisten eingelassen worden sind, findet man auch große Baumscheiben aus Eiche und Eschenholz. „Wichtig ist es hierbei, dass Hartholz verwendet wird und die Bohrlöcher möglichst sauber gearbeitet sind, damit sich die Wildbienen ihre Flügel nicht verletzen“, so Schurtzmann. Hierbei sei auch darauf geachtet worden, dass nicht in das Hirn- sondern in das Stirnholz gebohrt wird, um Rissbildungen zu vermeiden.

Darüber hinaus wurden Bambusröhrchen in Lehm eingearbeitet und auch Schilfrohr fand Verwendung in der Insektennisthilfe. „Man muss auch sichergehen, dass die Niströhren hinten verschlossen sind, da die Insekten ansonsten die Röhrchen nicht nutzen“, ergänzt Aßbrock. So wurden in ein kleines Holzregal auch stabile Pappröhren gestopft, die ebenfalls geeignete Nistquartiere darstellen, und selbst eingefräste mitteldichte Faserplatten, die übereinandergestapelt werden, werden laut Nabu gerne von Wildbienen als Platz zur Anlage einer Brutkammer angenommen. Um die Nisthilfe davor zu schützen, dass beispielsweise Vögel die Halme herausziehen, wurde ein Gitter davor angebracht.

„Und Ausbaureserven haben wir auch noch“, erzählen Schurtzmann und Aßbrock, indem sie auf die rückwärtige Wand der Nisthilfe verweisen, die ebenfalls noch weiter ausgebaut werden soll, um Wildbienen aller Couleur ein Zuhause zu bieten.

Neben der Nisthilfe wurde übrigens ein Insektenbeobachtungsstein installiert, um bodenlebende Insekten wie Ameisen bei der Arbeit beobachten zu können. Da nicht alle Wildbienen die Insektennisthilfe nutzen, sollen auch offene Sand- und Erdflächen geschaffen werden, um für diese Arten Lebensraum zu schaffen. r

Information

Mittlerweile sind die ersten Insekten in den Schaugarten eingezogen sowie in den Bienenschaukasten, der sich vis-à-vis dazu befindet. Dort hat der Imkerverein Rinteln kürzlich den Schaukasten befüllt, sodass dort nun auch den Honigbienen bei der Arbeit zugeschaut werden kann. „Wir wissen, dass wir uns beim Thema Artenvielfalt breit aufstellen müssen. Mittlerweile sind 62 Prozent der Wildbienenarten in Niedersachsen gefährdet. Der Insektenschaugarten soll einen Beitrag zum Schutz unserer Insektenwelt leisten“, so Klaus Koschnick vom Imkerverein. Sobald das Kräuterhochbeet mit für Insekten wichtigen Kräutern bepflanzt worden ist, soll der Schaugarten der Öffentlichkeit vorgestellt werden, verrät Koschnick. r