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Unternehmen will wieder in die Gewinnzone

Insolvenzverfahren: Wird „Schuhpark“-Filiale geschlossen?

RINTELN. Von der Beschilderung her unterscheidet sich der Ausverkauf bei „Schuhpark“ in der Weserstraße kaum von anderen den Schlussverkäufen. In Wirklichkeit aber hat das Unternehmen Anfang des Jahres Insolvenz angemeldet. Wird Rinteln damit möglicherweise eines der drei Schuhgeschäfte in der Innenstadt verlieren?

veröffentlicht am 29.01.2019 um 15:43 Uhr
aktualisiert am 29.01.2019 um 17:30 Uhr

Die „Schuhpark“-Filiale in der Weserstraße. Foto: cok
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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RINTELN. Von der Beschilderung her unterscheidet sich der Ausverkauf in der „Schuhpark“-Filiale an der Weserstraße kaum von den Schlussverkäufen in anderen Geschäften. In Wirklichkeit aber hat das Unternehmen Anfang des Jahres Insolvenz angemeldet. Wird Rinteln damit möglicherweise eines der drei Schuhgeschäfte in der Innenstadt verlieren?

Insgesamt etwa 900 Mitarbeiter in bundesweit 89 Filialen sind von der Insolvenz betroffen. Der Geschäftsbetrieb läuft momentan im sogenannten „Eigenverwaltungsverfahren“ und ist nicht auf eine Abwicklung, sondern die grundsätzliche Sanierung hin orientiert. Aus der Schuhpark Fascies GmbH Warendorf heißt es: „Die Geschäfte bleiben geöffnet, unsere Kunden werden auch weiterhin wie bewährt bedient.“

Diese Aussage bezieht sich zunächst auf die Zeit der Eigenverwaltung innerhalb des Insolvenzverfahrens. Die nächsten drei Monate ist das Gehalt der Mitarbeiter über die Agentur für Arbeit gesichert. Auch die Lieferanten werden wie gewohnt die Filialen beliefern. In der Fachzeitschrift „Schuhkurier“ wird angenommen, dass wohl bis zu 30 Filialen geschlossen werden.

In Bezug auf die Zukunft des Rintelner Geschäftes will Unternehmenpressesprecher Thomas Feldmann keine verbindlichen Aussagen treffen. Gegenüber dieser Zeitung äußerte er: „Fest steht: Um das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu bringen, sind eine deutliche Reduzierung der Kosten und Investitionen in die Zukunft erforderlich.“

Neun Mitarbeiter arbeiten in der Rintelner „Schuhpark“-Filiale. „Also, bisher habe ich noch nicht nach einem neuen Job gesucht“, sagt eine der Verkäuferinnen. Sie und ihre Kollegin wirken ganz gelassen. Sie wüssten auch nicht mehr, als in der Presse stehe, sagen sie. Aber sie bekämen ja ihr Insolvenzgeld und würden einfach hoffen, dass ihre Filiale bestehen bleibt.

Die Gründe für die wirtschaftlichen Probleme lägen auch in der Konkurrenz durch den Online-Handel, hatte die Unternehmensleitung erklärt. Der eigene Onlineshop habe daran wohl nichts ändern können. In den nächsten Wochen werde ein Rekonstruierungskonzept konkretisiert, so Pressesprecher Feldmann. Erst, wenn der Plan erstellt sei, werde man über konkrete Maßnahmen sprechen können.

Mit Interesse sehen auch Claudia Döpke von „Schuh-Peters“ und Ursula Kreth vom Schuhhaus Kreth auf die Entwicklung bei „Schuhpark“. Beide betonen, dass sie eine Schließung der Filiale sehr bedauern würden. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, so Döpke. „Es ist auch für uns von Vorteil, wenn die Vielfalt in Rinteln erhalten bleibt.“

Die beiden inhabergeführten Schuhgeschäfte in der Fußgängerzone sehen sich in einer anderen Situation als die „Schuhpark“-Filialen. „Wir können natürlich schon von unseren Werbeaktionen her viel individueller und insgesamt persönlicher auf die Lage vor Ort und unsere Kunden reagieren“, meint Döpke.




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