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Austauschschülerinnen der BBS berichten von Altenpflege in Irland

„Irland muss man fühlen“

RINTELN. Neue Horizonte eröffnen, über den Tellerrand hinausschauen: Darum geht es bei dem Schüleraustausch der Berufsbildenden Schulen (BBS) Rinteln im Rahmen des Erasmus-Plus-Austauschprogramms. In verschiedensten Ländern erhalten die Azubis unterschiedlichster Berufszweige die Möglichkeit, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Seit 2018 besteht nun eine Partnerschaft mit dem Dun Laoghaire Further Education Institute in Irland, einem berufsbildendem College und seinen kooperierenden Pflegeeinrichtungen.

veröffentlicht am 15.05.2019 um 16:35 Uhr
aktualisiert am 15.05.2019 um 18:30 Uhr

Wieder in der Heimat: Anja Hanich (v. l.), Jessica Orlowski, Aleksandra Kleczkowska und Verena Heine aus der Berufsfachschule Altenpflege sind aus Irland zurück in Rinteln. Foto: momo

Autor:

Maurice Mühlenmeier
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RINTELN. Neue Horizonte eröffnen, über den Tellerrand hinausschauen: Darum geht es bei dem Schüleraustausch der Berufsbildenden Schulen (BBS) Rinteln im Rahmen des Erasmus-Plus-Austauschprogramms. In verschiedensten Ländern erhalten die Azubis unterschiedlichster Berufszweige die Möglichkeit, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Seit 2018 besteht nun eine Partnerschaft mit dem Dun Laoghaire Further Education Institute in Irland, einem berufsbildenden College und seinen kooperierenden Pflegeeinrichtungen.

Vier Auszubildende der Berufsfachschule Altenpflege erhielten die Gelegenheit, auf der Insel der Kleeblätter in den Arbeitsalltag irischer Pflegekräfte – dort „geriatric nurses“ genannt – hineinzuschnuppern: Welche Unterschiede gibt es, welche Erfahrungen können die Azubis mitnehmen?

Verena Heine, Jessica Orlowski, Anja Hanich und Aleksandra Kleczkowska haben sich dem vierwöchigen Abenteuer gestellt: ein fremdes Land, eine fremde Sprache, eine fremde Kultur.

„Man hatte große Sorge, dass das Englisch nicht ausreicht“, verraten die Austauschschülerinnen während der Präsentation ihrer Reise in den Räumen der BBS Rinteln. „Doch die Sprachbarriere ist nur die ersten Tage ein Problem, dann fließt es, ohne dass man es selbst merkt.“

Bärbel Wegner, Austauschkoordinatorin für das Europateam der BBS, ist stolz auf ihre Schützlinge: „Sie haben das super gemacht!“ Gerade Hanich und Heine, deren Schulenglisch einige Jahre zurückliegt, sind stolz, in Irland so schnell Fuß gefasst zu haben. Auch die Herzlichkeit der Iren lockerte die Situation von Anfang an auf: „Die nehmen sich zur Begrüßung in den Arm, kommen singend und lachend zur Arbeit.“ Ständige Frage: „Wie gefällt euch Irland?“

Überhaupt, die Atmosphäre, die Stimmung, auch der Arbeitsalltag, alles sei ganz anders. „Man arbeitet in Zwölf-Stunden-Schichten, das ist schon hart“, berichten die Azubis. Doch im Gegensatz zu deutschen Pflegeheimen seien irische deutlich stärker besetzt, viele Arbeiten dürften nur zu zweit ausgeführt werden, die in Deutschland eine Pflegekraft alleine macht – und sei es nur das Ankleiden eines Bewohners.

Zwölf Pflegekräfte auf 48 Bewohner, solche Personalschlüssel könnten sich deutsche Altenpfleger in ihren kühnsten Träumen nicht ausmalen. Besonders betont wurde die Philosophie der Iren: „Die Wünsche des Bewohners stehen über allem.“ Wenn ein Bewohner nachts duschen will, so werde er geduscht. Wenn er um 4 Uhr morgens sein Frühstück wolle, dann kriege er sein Frühstück.

Die Resonanz aus Irland selbst, verrät Wegner lachend, war überragend: „Man sagte mir, die vier wären die Kirsche auf dem Eis gewesen!“ Eine großartige Erfahrung, eine großartige Reise, deren Fazit Hanich so zusammenfasst: „Irland kann man nicht beschreiben, Irland muss man fühlen.“




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