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Gesund durch Buffets und Brotgesichter?

Jedes sechste Kind ist zu dick – Grundschulen wollen gegensteuern

Süßigkeiten in der Brotdose, Fanta in der Trinkflasche – an Grundschulen ist solch ein Frühstück leider keine Ausnahme. Da verwundert es nicht, dass eine aktuelle Studie warnt: Über 15 Prozent der Schüler sind übergewichtig. Dabei tun die heimischen Grundschulen einiges dafür, dass sich das ändert.

veröffentlicht am 29.11.2018 um 16:26 Uhr
aktualisiert am 29.11.2018 um 17:10 Uhr

Obst und Gemüse sind in den Brotdosen eher die Ausnahme. Foto: dpa

Autor:

Luisa Mahn und Jessica Rodenbeck
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RINTELN. Süßigkeiten in der Brotdose, Fanta in der Trinkflasche – an Grundschulen ist solch ein Frühstück leider keine Ausnahme. Da verwundert es nicht, dass eine aktuelle Studie warnt: Mehr als 15 Prozent der Schüler sind übergewichtig. Dabei tun die heimischen Grundschulen einiges dafür, dass sich das ändert.

Die Grundschule Süd arbeitet beispielsweise aktuell mit dem Kreissportbund und den Landfrauen daran, ein neues Projekt auf die Beine zu stellen, das die Kinder zukünftig über ein ganzes Halbjahr hinweg begleiten soll. Die Landfrauen werden dabei nach derzeitigem Stand die Themen gesunde Ernährung und Nahrungszubereitung in den Fokus stellen, der Kreissportbund wird sein Augenmerk auf Sport und Bewegung richten. „Die Gespräche sind noch nicht abgeschlossen“, sagt Schulleiter Manfred Asche, man sei aber auf einem sehr guten Weg.

Dabei hat die Grundschule Süd schon jetzt gleich mehrere Möglichkeiten gefunden, gesunde Ernährung in den Fokus zu stellen. So organisieren Eltern einmal im Monat ein gesundes Frühstücksbüfett, bei dem die Kinder Obst und Gemüse umsonst und Vollkornsandwiches zu einem kleinen Preis bekommen können. Für manche Kinder ist das durchaus etwas Besonderes, denn ein gesunder Brotdoseninhalt ist nicht bei allen die Regel. „Es gibt immer wieder Brotdosen mit Süßigkeiten und auch zuckerhaltige Getränke“, erzählt Asche. Aber es gebe auch die andere Variante: Liebevoll zubereitete Frühstücke mit Vollkornbrot, Obst und Gemüse. „Das ist familienabhängig.“

Ein weiterer Vorstoß, das Essverhalten der Kinder zu beeinflussen, ist an der Grundschule Süd genauso wie an der Grundschule Nord schon seit vielen Jahren das Projekt „Klasse 2000“. Dabei werden Themen wie „Gesund essen und trinken“, „sich selbst mögen und Freunde haben“ sowie „kritisch denken und Nein sagen“ behandelt. „Es geht um Ernährung, aber auch um Verdauung, Atmung und das Herz-Kreislauf-System“, erklärt Asche.

Zweimal im Jahr komme im Rahmen dieses Projektes eine Gesundheitsförderin an die Schule, erzählt Gertraud Blaumann, Konrektorin der Grundschule Nord. Diese helfe dann bei der Gestaltung des Unterrichts. „Die Kinder haben großen Spaß, und es läuft schon seit vielen Jahren sehr gut.“ Die Kosten für die Teilnahme an dem Projekt übernimmt für beide Schulen und die Außenstelle in Möllenbeck schon seit über 15 Jahren der Lions Club Rinteln.

Ein weiteres Bildungsprogramm, das beispielsweise an der Grundschule Exten und der Grundschule Deckbergen durchgeführt wird, ist der „Ernährungsführerschein“. Dabei steht in insgesamt sechs Doppelstunden das Thema Ernährung im Fokus, wobei die Praxis im Vordergrund steht. Die Kinder besprechen im Vorfeld, wer welche Zutaten und Küchengeräte mitbringt, und bereiten dann gemeinsam Gerichte wie „Lustige Brotgesichter“, „Knackiger Gemüsespaß“ oder „Kunterbunter Nudelsalat“ zu.




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