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Motorradlärm in Westendorf

K74: Stadt wehrt sich gegen Aufhebung der Sperrung

WESTENDORF. Die Sonne scheint, und schon röhren und knattern die Motorräder wieder auf der Kreisstraße 74 in Westendorf. Grund genug für die Anwohner, wieder ihre Sperrung zu fordern. Auch die Stadt Rinteln will gegen die Aufhebung der Sperrung vorgehen. Der Landkreis hingegen hat sich dabei als nicht hilfreich erwiesen:

veröffentlicht am 09.04.2019 um 14:02 Uhr
aktualisiert am 10.04.2019 um 18:30 Uhr

Die K74 ist nach einem Eilantrag wieder für Motorräder freigegeben. Die Sache liegt derzeit beim Verwaltungsgericht Hannover. Foto: tol
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite

WESTENDORF. Der Ärger der Anwohner war auf der Ortsratssitzung am Montagabend kaum zu überhören: „Wann werden die Schilder wieder aufgestellt?“, fragte beispielsweise Hans Hermann Klingenberg. Es geht um die sogenannte Unabhängigkeitsstraße in Westendorf, die Kreisstraße 74. Ihre knapp fünfjährige Sperrung für Motorräder ist nach einem Eilantrag eines Anwaltes Ende vergangenen Jahres aufgehoben worden (wir berichteten). Hinter dem Antrag steht der Bundesverband der Motorradfahrer.

„Die Klage in der Hauptsache läuft“, konnte Ordnungsamtsleiter Ulrich Kipp auf der Sitzung verkünden. Hauptsache heißt: Das Verwaltungsgericht Hannover entscheidet derzeit über das Hauptsachverfahren, also ob die Aufhebung der Sperrung begründet ist oder nicht. Das Verwaltungsgericht hatte entschieden, dem Eilantrag stattzugeben und die Straße durch eine einstweilige Anordnung zu sperren (wir berichteten). Gegen diese Anordnung werde die Stadt Rinteln nicht vorgehen, verkündete Kipp – aber gegen das Hauptverfahren. Die Stadt habe schon Schriftverkehr zum Anwalt aufgenommen. Mehr könne er „aus prozesstaktischen Gründen“ noch nicht öffentlich mitteilen.

„Eine normale Klage vor dem Verwaltungsgericht dauert zwei bis zweieinhalb Jahre“, gab Ortsratsmitglied und Rechtsanwalt Heinrich Sasse eine zeitliche Einschätzung. „So lange werden wir den Lärm noch ertragen müssen.“

Vor mehreren Wochen schon hatte die Stadt beim Landkreis – in dessen Zuständigkeit die K 74 fällt – ein Lärmgutachten angefordert, um gegen die Sperrung vorgehen zu können. Die Antwort, schilderte Kipp: Auf eineinhalb Seiten habe der Landkreis erklärt, dass kritische Lärmpegel hier nicht erreicht würden. Die Grundlage für diese Aussage: ein Lärmgutachten aus dem Jahr 2017. Und zwar aus dem Monat Dezember, in dem kaum ein Motorrad unterwegs ist.

HINWEIS: Unsere Zeitung hat den Landkreis um eine Stellungnahme in dieser Sache gebeten. Sobald diese vorliegt, wird der Artikel aktualisiert.




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