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Die Aeronca 65 C – eine Oldtimer-Legende

„Käfer“ der Lüfte: Mit 80 Jahren noch Runden über Rinteln

RINTELN. Der 80. Geburtstag eines legendären Flugzeug-Oldtimers ist in diesem Jahr auf dem Rintelner Flugplatz gebührend gefeiert worden. Am 27. Oktober stand der „Käfer der Lüfte“, die Aeronca 65 C im Mittelpunkt.

veröffentlicht am 28.12.2018 um 16:21 Uhr
aktualisiert am 28.12.2018 um 19:41 Uhr

Georg Krause vor seiner 80 Jahre alten Aeronca 65 C. Foto: pr.

RINTELN. Das zweisitzige Motorflugzeug war im Oktober 1938 in den Vereinigten Staaten von Amerika gebaut worden und dort auch zu seinem Erstflug gestartet. Seit 1955 befindet sich die Aeronca in Deutschland. Auf welchem Weg und wann die Maschine von Amerika nach Europa gekommen ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Die Besitzer wechselten häufig. Mitte der Siebzigerjahre übernahm Hans Kaiser, Inhaber des damaligen Luftfahrtechnischen Betriebs (LTB) Kaiser am Verkehrslandeplatz Porta Westfalica, jetzt Porta Air Service, das Flugzeug. Bevor die Aeronca wieder Luft unter ihren Flächen spüren durfte, war sie zwei Jahre einem Museum in Berlin als Leihgabe zur Verfügung gestellt worden. Danach lagerte sie weitere neun Jahre in einem stillgelegten Bahnhof, bevor Techniker und Lehrlinge des LTB Kaiser sie wieder zum Leben erweckten. Die Restauration gestaltete sich damals sehr zeitaufwendig und mühevoll, zumal da möglichst nur Originalteile verwendet werden sollten. Teilweise mussten diese aus den USA eingeführt oder selbst hergestellt werden. Im Jahr 1985 erhob sie sich dann wieder an Deutschlands Fliegerhimmel und nahm in dem Jahr auch am Deutschlandflug von Wilhelmshafen nach Kempten teil. Sie gewann diverse Preise bei Oldtimertreffen.

Seit 2015 gehört dieses Schätzchen Georg Krause, ehemaliger Mitarbeiter des LTB Kaiser, und ist nun am Verkehrslandeplatz Rinteln im schönen Weserbergland stationiert. Krause ist von seiner Aeronca mit der Kennung D- EKKR einfach nur begeistert und erwähnt die hervorragende Verarbeitung, ihre guten Flugeigenschaften und den robusten Motor. „Wenn ich die Aeronca mal ein halbes Jahr nicht geflogen bin, kein Problem. Du drehst den Zündschlüssel um, und der Motor springt sofort an“, schwärmt der Eigner, und ein Lächeln geht über sein Gesicht.

Bei einer Reisegeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern, einer Flugzeit von 2,5 Stunden und guten Kurzstart- und Landeeigenschaften war die Aeronca bei ihrem Erstflug eine kleine technische Sensation. Das 65 PS starke Motorflugzeug wurde bis 1946 als Schul- und Kurierflugzeug von der US-amerikanischen Luftwaffe eingesetzt. r




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