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Heute beraten Politiker über Briten-Immobilien / CDU will Abriss und Neubaugebiet

Kein Interesse an Prince Rupert School

Rinteln. Der Abzug der britischen Streitkräfte aus dem Weserbergland rückt näher, im Juni wird auch die Prince Rupert School in der Nordstadt geräumt sein. Die Stadt Rinteln hat bisher kein Interesse an dem großen Gebäude mit Internat, aber es hatte sich ein Interessent danach erkundigt. „Den haben wir an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben weitergegeben“, teilte Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz auf Anfrage dieser Zeitung mit.

veröffentlicht am 12.03.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 21:22 Uhr

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Ebenso wirft die Bundesanstalt bald 12,2 Hektar in der Nordstadt auf den Markt. Im März erfolgt die Teilrückgabe von 13 Wohneinheiten durch die Briten an die Bundesanstalt (BIMA). Hier will die Stadt auch nicht zugreifen. Buchholz gibt zu bedenken, dass in der Anfangsphase die BIMA sicher auch einen errechneten Restwert der Gebäude bezahlt bekommen möchte, auch wenn eher an Abriss zu denken sei. Und auch ein Abriss koste Geld.

Die CDU-Fraktion hatte bereits vor Monaten einen Antrag gestellt, wonach die Stadt sich frühzeitig um die Zukunft des Geländes der Prince Rupert School kümmern sollte. Dieser Antrag wird heute im Bauausschuss beraten. CDU-Fraktionsvorsitzender Veit Rauch: „Das Gebäude ist energetisch Schrott. Es würde unglaublich viel Geld verschlingen, es zu sanieren. Am besten deshalb: platt machen und ein Wohngebiet ausweisen. Entweder sollte die Stadt dafür einen privaten Investor suchen und eine Änderung der Nutzung möglich machen. Die Verwaltung sollte jedenfalls möglichst bald mit der BIMA in Verhandlungen treten.“

Laut Rauch brauche Rinteln Neubaugebiete, und die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) habe sich vor Jahren schon mal für beide britische Sportanlagen rechts und links der Kurt-Schumacher-Straße interessiert, zur Verfügung stand aber nur der asphaltierte Sportplatz, der allein wenig lukrative Vermarktungsaussichten bot, weil dort erst der Asphalt entsorgt werden müsste. Demnächst stehen beide Flächen zur Verfügung.

„Der CDU ist es erst mal egal, wer da was macht, Hauptsache, das Thema wird jetzt grundsätzlich angegangen. Und am besten: Wie kriegen wir da eine Lösung hin, ohne dass es die Stadt viel Geld kostet?“

Bürgermeister Buchholz teilte unserer Zeitung kürzlich auf Anfrage mit, dass NLG kein Interesse mehr an den britischen Sportplätzen habe – auch nicht im Doppelpack. Sparkasse und Volksbank als einzige weitere Entwickler von Neubaugebieten in Rinteln in den letzten Jahren hätten auch kein Interesse, so nah an der Umgehungsstraße in ein Neubaugebiet zu investieren.

Kein Interesse an weiterem Gelände hat im Moment auch die Lebenshilfe Rinteln. Deren Geschäftsführer Herbert Meier erklärte gestern auf Anfrage, dass die Fußballer bei der Lebenshilfe zwar gern den Rasenplatz hätten, aber angesichts der finanziellen Forderungen der BIMA wolle er sich damit nicht befassen.

In der nächsten Woche startet die Lebenshilfe dagegen mit einem eigenen Projekt – dem Ausbau der 2. Etage des Verwaltungstrakts zu einem Pflegebereich. 32 Zimmer mit Nasszelle, Küche und Aufenthaltsbereich sollen entstehen, „Auch unsere Bewohner werden älter und pflegebedürftig, sie wollen aber nicht in andere Pflegeheime umziehen“, erklärt Meier dazu.

„Durch unsere Leute ist für die Grundauslastung gesorgt, wir werden aber auch Heimplätze auf dem freien Markt anbieten.“ Die Lebenshilfe will damit Betreuung für jedes Alter anbieten.

Besonders schwer im Magen liegt der Lebenshilfe der hohe Aufwand für den vorbeugenden Brandschutz,. Doch der Pflegebereich soll möglichst noch in diesem Jahr eröffnet werden. Die Arbeiten werden an Firmen vergeben.

Parallel dazu laufen Renovierungen in verschiedenen Bereichen. Auch für die Zukunft hat Meier schon Investitionen für neue Kundenkreise im Blick: „Am Markt werden derzeit Unterkünfte für Freizeiten von Behinderten gesucht.“ Aber auch da lasse sich im jetzigen Gebäudebestand noch etwas machen, das leere Bremer Schullandheim zum Beispiel sei für ihn auch nicht interessant. dil




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