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Eltern verunsichert: Im nächsten Jahr sind Krippen- und Kitaplätze knapp

Keine Hoffnung auf Krippenplatz?

RINTELN. Im nächsten Jahr sind Krippen- und Kitaplätze knapp, die Wartelisten werden länger. Beim „Klabauternest“ in der Nordstadt ist abzusehen, dass mehrere Kinder leer ausgehen werden.

veröffentlicht am 27.11.2018 um 14:02 Uhr
aktualisiert am 27.11.2018 um 18:10 Uhr

Michaela Rothert, Leiterin vom „Klabauternest“, kennt die Sorgen der Eltern. Foto: cok
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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RINTELN. Bisher ist es noch nie passiert, dass ein Rintelner Kind keinen Kita- oder Krippenplatz bekam. Das könnte sich allerdings im nächsten Jahr ändern. Beim „Klabauternest“ in der Nordstadt jedenfalls ist abzusehen, dass mehrere Kinder leer ausgehen werden, ohne dass Ersatzplätze unmittelbar in Sicht wären.

„Für die betroffenen Eltern ist diese Situation nicht leicht zu ertragen“, weiß Klabauternest-Leiterin Michaela Rothert aus vielen Gesprächen. „Wenn Mütter nicht wissen, ob sie nach der Elternzeit eine Arbeit suchen oder in den alten Beruf zurückkehren können, macht das schon Angst. Auch Angst davor, wie Arbeitgeber darauf reagieren.“

Zurzeit stehen beim „Klabauternest“ elf Kinder unter drei Jahren auf der Warteliste für einen Krippenplatz. Auch bei der Kita für die Älteren sieht es sehr kritisch aus. Je nachdem, ob einzelne Kinder von der Einschulung zurückgestellt werden, ob Zugezogene einen Kita-Platz brauchen oder ein Integrationskind dazukommt, wird es nicht genug Plätze geben – auch keine Ausweichplätze. In Rinteln und den Ortsteilen stehen für 2019/ 2020 schon insgesamt 21 Kinder ab drei Jahren auf den Wartelisten.

Die Stadt will da nicht tatenlos bleiben. Auf der kommenden Ratssitzung am 29. November wird es konkret um die Planung einer neuen Kita in der Nordstadt gehen (wir berichteten). Denkbar wäre der Umbau der Flüchtlingsunterkunft im Bahnhofsweg, heißt es in der entsprechenden Beschlussvorlage, oder ein Neubau auf dem angrenzenden Grundstück, das der Gemeinnützigen Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft (GVS) gehört. Dann könnten die bestehenden beiden Gruppen aus dem „Klabauternest“ ausgelagert und die notwendige Erweiterung um drei Gruppen nach den gesetzlichen Vorgaben umgesetzt werden.

Das ändert aber noch nichts an der Problemlage für Eltern, die ihre Kinder 2019 betreut wissen wollen. „Bei den Wartelisten-Kindern unter drei Jahren besteht bei uns eigentlich keine Hoffnung auf einen Krippenplatz“, so Michaela Rothert. Es sei auch für drei Kinder, die von der Krippe in die Kita wechseln wollen, ungewiss, ob das klappt.

Nun besteht seit 2013 auch für die ganz Kleinen der Rechtsanspruch auf eine Betreuungsmöglichkeit. Wo ein Wunschplatz nicht gewährt werden kann, müssen die Kommunen für Ersatz sorgen, sei es durch einen anderen Krippen-/Kitaplatz-Platz, der nicht weiter als fünf Kilometer entfernt liegen und in längstens 30 Minuten erreichbar sein muss, sei es bei den unter Dreijährigen durch private Tagespflege. Ansonsten können Eltern die Stadt auf Schadensersatz verklagen und erhöhte Kosten oder Verdienstausfälle geltend machen.

„Zum Glück sind solche Klagen bisher ein rein theoretisches Problem – und daran wird sich wohl nichts ändern“, sagt dazu Kreisrätin Katharina Augath. Kreisweit bestehe inzwischen wieder ein Kita-Angebot, das die Nachfrage zu über 100 Prozent abdecken könne. Was die fehlenden Krippenplätze betreffe, so federe man da die Situation relativ problemlos mithilfe von Tagespflege ab.

In Rinteln, wo die Abdeckung durch Krippenplätze 82 Prozent beträgt, hofft man, dass es fürs nächste Jahr insgesamt wieder gut ausgeht. „Bisher ist uns immer eine Lösung möglich gewesen, wenn auch nicht jedes Mal mit den Wunschplätzen“, so Hans-Georg Dlugosch, Leiter des Rintelner Amtes für Bildung und Kultur. Zehn Tagesmütter und eine Großpflegestelle haben in Rinteln zusammen 36 Plätze anzubieten, so sagen es die Zahlen für 2018. Rein rechnerisch könnte es noch mal passen mit der Betreuungsversorgung.

Ob Eltern gegebenenfalls die Stadt verklagen werden? „Das glaube ich nicht“, so Michaela Rothert. „Ich wüsste von niemandem, der diesen Weg im Kopf hätte.“ Wer da Genaueres wissen will, sollte sich ans örtliche Jugendamt wenden. Freie Krippen-/Kita- oder Tagespflegeplätze erfragt man beim Familienzentrum.




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