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Mauerrelief nein danke, Fischskluptur sucht noch Standort

Keiner will das „Kunstobjekt“ an der ehemaligen Prince Rupert School

RINTELN. Tonnenschwer, 10 Meter breit, 4,65 Meter hoch ist die „Kunst am Bau“ an der ehemaligen Prince Rupert School. Wer das Kunstwerk sehen will, muss suchen, denn das Betonrelief ist von Büschen überwuchert und steht so verwinkelt, dass man es beim Vorbeifahren ohnehin nicht entdeckt.

veröffentlicht am 11.06.2019 um 14:16 Uhr
aktualisiert am 11.06.2019 um 17:50 Uhr

Das Relief an der Seitenwand vor dem Haupteingang der ehemaligen Prince Rupert School ist nur auf den zweiten Blick als Kunstwerk zu erkennen. Foto: tol
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Autor

Hans Weimann Reporter
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Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) möchte das Relief mit Glasmosaik-Einlagen, geschaffen von dem Künstler und Bildhauer Georg Schmidt-Westerstede wohl gerne loswerden und hat sie kostenlos der Stadt Rinteln angeboten.

Angeboten, weil man bei der BImA zweifelt, ob der mögliche künftige Eigentümer dieser Immobilie auch Interesse an dem Kunstobjekt haben könnte. Klar ist jetzt: Zumindest die Stadt hat kein Interesse. Da nützte auch nichts, dass die Behörde der Stadt die Sache schmackhaft machen wollte mit der Zusicherung, sie würde die Kosten für die Umsetzung, also den Transport und Wiederaufbau übernehmen.

Das Thema beschäftigte den Ortsrat in seiner jüngsten Sitzung gerade einmal zehn Minuten, dann entschied er einstimmig: Danke für das Angebot, aber kein Bedarf. Ortsbürgermeister Kay Steding fasste zusammen: „Wir reißen nicht ab, wir verzichten.“

Die Frage war nicht nur, ob das Mauerstück den Bauschauer auch heute noch ästhetisch anspricht, also zeitgemäß ist, also die Frage: „Ist das Kunst – oder kann das weg?“ Sondern vor allem, wohin damit? Zu sperrig, zu platzraubend. Die Verwaltung hatte kalkuliert, um eine Fläche herzurichten, wo man die Betonmauer aufstellen könnte, müsste man bis zu 15 000 Euro investieren.

Der Künstler Georg Schmidt, der das Relief geschaffen hat, ist 1982 gestorben. Den Namenszusatz Weserstede hatte er erhalten, weil er in Westerstede seine Jugendzeit verbracht hatte. Schmidt lebte zuletzt in Oldenburg, war unter Baufachleuten ein bekannter Künstler und hat in ganz Norddeutschland „Kunst am Bau“ gestaltet.

Es gibt übrigens ein zweites Kunstwerk, das noch keinen neuen Platz in der Stadt gefunden hat: Ein zwei Meter hoher, fünf Meter langer Fisch aus Metall, der aus einer Glasausstellung in Mailand stammt und im Auftrag der Firma O-I-Glaspack entworfen worden ist. Schüler des Fachbereiches Metall der Berufsbildenden Schulen haben den Koloss aus Metall aufgearbeitet, der dafür zeitweise auf dem Gelände der Schule an der Burgfeldsweide gestanden hat. Jetzt ist er im Baubetriebshof der Stadt im Emerten eingelagert.

Bereits im Herbst 2017 hatte die Stadt angekündigt, den Fisch aufzustellen. Offensichtlich gibt es bis heute keinen dafür geeigneten Standort. Wie wäre es mit dem Weseranger?




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