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Kinderschutzbund Rinteln prägt das Stadtleben und blickt auf erfülltes Jahr 2018 zurück

Kinderschutzbund: Die Kunst des Finanzierens

RINTELN. Es gibt kaum einen Bereich im Rintelner sozialen Leben, wo der Kinderschutzbund Rinteln nicht in irgendeiner Weise präsent ist. Das wurde erneut eindrücklich deutlich, als die Vorsitzende Petra Rabbe-Hartinger während der Jahreshauptversammlung ihren eindrucksvollen Rückblick auf die Arbeit des letzten Jahres vortrug.

veröffentlicht am 09.05.2019 um 12:14 Uhr
aktualisiert am 09.05.2019 um 17:10 Uhr

Auf dem Vorstandsfoto von links: Dirk Ackmann, Meike Wollschläger, Jutta Wilkening, Lydia Wallenstein, Petra Rabbe-Hartinger, Claudia Bloch und Anke Köstring-Schlutter
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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RINTELN. Es gibt kaum einen Bereich im sozialen Leben Rintelns, wo der Kinderschutzbund nicht in irgendeiner Weise präsent ist. Das wurde erneut eindrücklich deutlich, als die Vorsitzende Petra Rabbe-Hartinger während der Hauptversammlung ihren Rückblick auf die Arbeit des vergangenen Jahres vortrug.

Natürlich stünden Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt der Kinderschutzbund-Angebote, so Rabbe-Hartinger. Doch da, wo man sich im Hort um 18 Grundschüler kümmere, wo Teenager aus Familien mit Problemen eine Anlaufstelle wie den „Wellenreiter“ oder das Bauwagen-Projekt fänden, wo Familienpaten und Flüchtlingslotsen einsprängen oder die „Kleiderkiste“ günstige Kinderkleidung ausgebe, da profitierten immer auch Eltern oder Großeltern.

Weit mehr als tausend Ehrenamtsarbeitsstunden seien von insgesamt 85 Unterstützerinnen abgeleistet worden, die damit die Arbeit der vier fest angestellten Mitarbeiterinnen erst so umfänglich ermöglicht hätten, so Rabbe-Hartinger. Durch die finanzielle Unterstützung von der Bürgerstiftung Schaumburg, der Stiftung für Rinteln, vom Lions Club, von der Stadt und anderen Sponsoren sei der Haushalt des Kinderschutzes in der Regel einigermaßen ausgeglichen. In diesem Jahr gebe es allerdings ein – wohl vorübergehendes – Minus von etwa 62 000 Euro, so die Vorsitzende.

Das liege an der Etablierung des neuen „Wellenreiterprojekts“ in den Räumen des ehemaligen Paulanerkellers, so Rabbe-Hartinger. Dort treffen sich Kinder und Jugendliche, die durch psychische Erkrankungen ihrer Eltern belastet sind. Auch seien entsprechende Elternberatungs-Weiterbildungen für die Mitarbeiter durchgeführt worden. Man gehe davon aus, dass bereits zugesagte Zuschüsse und Spenden dieses Minus würden auffangen können, das zunächst durch Rücklagen ausgeglichen worden sei. Die größte Finanzierungskunst bestehe darin, möglichst gut durchdachte Anträge zu stellen, sagte Rabbe-Hartinger.

Der Hort des Kinderschutzbundes sei eine Art Herzstück der nun insgesamt 20-jährigen Geschichte des Vereins. Für die meisten Kinder bestehe spezieller Förderbedarf, einige würden auch direkt vom Jugendamt weitergeleitet. Außer vielfältigen Freizeitangeboten, darunter auch das Therapie-Reiten mit Martina Platen, gibt es auch die nachmittägliche Hausaufgabenhilfe. „Da allerdings geraten wir manchmal an unsere Belastungsgrenze“, meinte Rabbe-Hartinger. „Man spürt schon sehr, dass die Förderschulen geschlossen wurden und die Kinder in den großen Regelschulklassen gestresster sind als zuvor.“

Besonders positiv sah sie die Entwicklung des Projektes „Coach für Teenager“, das Susanne Meyer auf dem Bauwagen-Gelände in Exten leitet. Ein großer Teil der problembeladenen Jugendlichen habe eine Ausbildung begonnen, Schulabschlüsse gemacht oder den Weg zu weiterbildenden Schulen eingeschlagen.

Rabbe-Hartingers Ausblick auf die Aktivitäten für 2019 erwähnte unter anderem, dass der Hort in Martina Platen nur eine Vollzeit-Leiterin besitze, dass eine Werkbank speziell für die älteren Jungs angeschafft und es einen Computerkurs mit gebrauchten PCs geben werde. Das Teenie-Projekt soll einen weiteren Bauwagen für die jüngeren Kinder erhalten, den alle gemeinsam entsprechend ausbauen würden.

Zudem gebe es ein Schulungskonzept für „Sprachmittler“, also Dolmetscher, die die Kommunikation mit den Migrationsfamilien erleichtern.

Ortsbürgermeister Kay Steding erklärte, er sei stolz auf die besonders gute Aufstellung des Rintelner Kinderschutzbundes und überreichte eine Finanzspritze der Stadt. Er leitete die Vorstandswahlen, bei denen die bisherigen Vorstandsmitglieder jeweils einstimmig bestätigt und mit Dirk Wollschläger sowie Ingrid Meyer zwei neue Kassenprüfer gewählt wurden.

Vorsitzende ist Petra Rabbe-Hartinger, 2. Vorsitzender Dirk Ackmann, 3. Vorsitzende Lydia Wallenstein. Schatzmeisterin bleibt Claudia Bloch. Die drei Beisitzerinnen sind Anke Köstring-Schlutter, Jutta Wilkening und Meike Wollschläger.




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